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Eishockey

Bandy

Streng genommen ist Bandy eigentlich keine Variante, sondern der Vorläufer des heutigen Eishockeys. In Nord- und Nordosteuropa erfreuten verschiedene Versionen dieses Stockballspiels Jahrhunderte lang im Winter die Massen. Offiziell wird Bandy allerdings erst seit 1875 gespielt. Aufgrund der schnellen Ausbreitung des Eishockeyspiels und schwieriger Spielvoraussetzungen war es aber lange Zeit fast ausgestorben.

Lediglich in Skandinavien und der Sowjetunion wurde die Tradition des Spiels kontinuierlich gepflegt, bevor es Ende des 20. Jahrhunderts in Nordamerika, Osteuropa und den Niederlanden wieder aufgenommen wurde.

Gespielt wird auf einer ungefähr fußballfeldgroßen Eisfläche. Jedes Team stellt zehn Spieler auf, die mit einem 125cm langen Schläger und einem 6cm großen Ball auf Torejagd gehen. Hinzu kommt ein Torwart, der seinen – dem Feldhockeytor sehr ähnlichen – Kasten ohne Schläger verteidigt. Zusätzlich gibt es das modernere Rink-Bandy, bei dem auf einer Eishockeyfläche jeweils sechs Spieler antreten.

Bei den olympischen Winterspielen 1952 in Oslo wurde Bandy als Exhibition-Sportart vorgestellt und seit der Gründung der Federation of International Bandy (FIB) 1955 wird alle zwei Jahre der Weltmeister ermittelt.

In Deutschland unterhält unter Anderem der Neusser Schlittschuh-Klub eine Bandyabteilung. Dennoch ist das Spiel auch hier zu Lande weitgehend in der Versenkung verschwunden. Der wohl einzige prominente „Vertreter“ dieser Sportart dürfte Eduard Lewandowski sein. Der Eishockeynationalspieler jagte in jungen Jahren in Russland noch dem Ball nach, bevor er in Deutschland mangels Alternativen auf die Scheibe umsatteln musste.

 

Sledge Hockey

Diese behindertengerechte Variante ist vor circa 30 Jahren in Schweden entstanden. Wie es der Name vermuten lässt, wird Sledge Hockey auf einem Schlitten sitzend gespielt. Zum Antrieb sowie zum Spielen der Scheibe werden zwei Spezialschläger genutzt, die am Stockende mit einem Stahldorn versehen sind.

Die Regeln und die Spielfläche entsprechen denen des Eishockeys. Auch die Ausrüstung ist in beiden Sportarten dieselbe, außer das beim Schlittenhockey ein Vollgesichtsschutz getragen werden muss.

In Deutschland gibt es derzeit sechs Vereine, die in der Deutschen Sledge-Eishockey Liga (DSL)  regelmäßig ihren Meister ausspielen. Angeboten wird der Sport in Bremen, Dresden, Hannover, Heidelberg, Kamen und in Wiehl.

 

Foto: Dresden Cardinals                                                 Aus Spielern dieser Teams wird auch die
                                                                                              Nationalmannschaft zusammengestellt, welche mit beachtlichem Erfolg bereits an mehreren internationalen Wettkämpfen teilgenommen hat. Höhepunkt war dabei der Gewinn der ersten offiziellen Europameisterschaft 2005 und die gleichzeitige Qualifikation für die Paralympics in  Turin.

Auf nationaler Ebene dürfen übrigens auch Sportler ohne Behinderung eingesetzt werden. Jedoch gibt es ein Mindestalter von 16 Jahren.

 

Text: Kevin Ritter

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