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Wellenreiten

 

… die Suche nach der perfekten Welle

Weißer Strand, steile Wellen und „endless summer“ dazu chillige Musik und lässiges Beachflair – Wellenreiten ist mehr als nur Sport – Wellenreiten ist Lifestyle.

 

Geschichte

Irgendwo im pazifischen Ozean zwischen Hawaii und Neuseeland liegen die Wurzeln des Wellenreitens verborgen. Anhand von überlieferten Gesängen und Gebeten lässt sich die Geburtsstunde des Wellenreitens in die vorchristliche Zeit einordnen.

Es ist davon auszugehen, dass die Anfänge des Wellenreitens auf das „Body-Boarden“ zurückzuführen sind. Bei dieser ursprünglichsten Form wird die Welle ohne Hilfsmittel, nur mit dem eigenen Körper „geritten“. Binsenbündel und kleine Baumstämme dienten später als Auftriebshilfe.

Eines Tages, so erzählt eine überlieferte Legende brach eine kleine Gruppe Polynesier auf, die Welt zu entdecken. Mit kleinen Kanus paddelten sie in den gewaltigen pazifischen Ozean hinaus ohne das Ziel ihrer Reise zu kennen. Nach Tagen in rauer See schwanden Nahrung und Kräfte. Als sie sich entschieden den Heimweg anzutreten, tauchte plötzlich ein riesiger weißer Hai vor Ihnen auf. Getragen auf dem Rücken des Hais setzten die Polynesier ihre Reise fort und erblickten schließlich nach über 1000 Seemeilen die Inselgruppe Hawaii.

Dort wurde die Geschichte des Surfens auch durch den polynesischen Einfluss maßgeblich geprägt. Erste Surfbretter wurden aus riesigen Baumstämmen geschaffen, die zunächst kniend, dann stehend geritten wurden. Die Hawaiianer lebten in Einklang mit der Natur und verehrten die mächtigen Wellen des Ozeans. Zunächst war das Surfen offiziell nur ranghohen Stammesmitgliedern gestattet. Das Surfen erreichte einen spirituellen Status in der Hawaiianischen Kultur. Der Bau der Bretter wurde zum Ritual, gute Surfer in Gebeten gepriesen und gehuldigt.

Als Kapitän James Cook 1778 die Hawaii-Inseln entdeckte, war hier das Wellenreiten schon weit entwickelt und er bestaunte, wie die Hawaiianer auf ihren Brettern mit den Wellen spielten. In seinen Aufzeichnungen berichtete er über die Faszination des Surfens und verbreitete so das Wissen über die Existenz des Wellenreitens in die Welt.

Der Durchbruch der Sportart gelang allerdings erst 150 Jahre später.

Der Hawaiianer Duke Kahanamoku gilt als „Vater“ des modernen Wellenreitens. Zunächst machte er als zweifacher Schwimm-Olympiasieger 1916 in Stockholm und 1920 in Antwerpen im über 100 yards Freistil auf sich aufmerksam. Er übernahm die Paddeltechnik vom Surfen und projizierte sie auf das Schwimmen. So prägte er den heutigen Krauschwimmstil.

Später stellte er in Schwimmvorführungen das Wellenreiten vor, was in Australien großen Anklang fand.

So setzte sich das Surfen nach und nach an den Stränden der Welt durch.

In den 50er und 60er Jahren erreichte der Sport Kultstatus. Surfermusik, spezielle Kleidung und letztlich der Lebensstil prägen die heutige Surfkultur.


 

Die ersten Schritte

Surfen ist eine sehr komplexe Sportart. Der Umgang mit Brett und Wellen erfordert eine Menge Erfahrung. Um schnell Erfolgserlebnisse zu haben, sollten Einsteiger an einem Kurs teilnehmen. Hier werden Grundlagen über Wetter, Wellen und die Ausrüstung vermittelt. Außerdem werden Paddeltechniken erlernt, die den mühsamen Kampf über die Brandung hinaus ins Meer zu gelangen, vereinfachen.

Da die meisten Surfschulen eine große Auswahl an Brettern und Neopren Anzügen haben, müssen sich die Teilnehmer vorher keine Ausrüstung ausleihen. Zudem besteht die Möglichkeit verschiedene Bretter auszuprobieren und je nach Können auf andere Surfbrett-Modelle umzusteigen.

Hier eine Auflistung deutschsprachiger Surfschulen

www.wellenreiten.de

Wer sich eigenständig auf das Wasser wagen will, sollte zunächst im hüfthohen Wasser beginnen.

Elementare Grundlage beim Surfen ist das richtige Anpaddeln der Welle. Bevor eine Welle das Brett „mitnimmt“, muss der Surfer eine kurze Zeit dieselbe Geschwindigkeit wie die Welle haben. Durch kräftiges Anpaddeln vor der Welle wird diese Geschwindigkeit erreicht.

Für Anfänger eignen sich Schaumwalzen (bereits gebrochene Wellen) in Strandnähe, um liegend das Gefühl für das Anpaddeln und Gleiten im Wasser zu entwickeln.

Des Weiteren muss die optimale Lage auf dem Brett durch „Trimmung“ erfahren werden. Dabei rutscht der Surfer liegend auf dem Brett vor und zurück und erkennt wie sich die Fahrt durch Körperverlagerungen verändert.

Wenn das Anpaddeln und Gleiten verinnerlicht ist, können erste „grüne Wellen“ (Wellen vor der Brechung) angestartet werden. Den richtigen Moment abzupassen, um mit dem Anpaddeln zu beginnen, damit die Welle das Brett „mitnimmt“, erfordert viel Erfahrung.

Die Aufstehbewegung wird zunächst am Strand, dann in Schaumwalzen und erst später in grünen Wellen gelernt.

Neben hervorragenden Surfgebieten entlang der Atlantikküste gibt es auch in Deutschland einige „Surfspots“.

Auf Sylt wurden in den letzten Jahren sogar internationale Contests ausgetragen. Geeignete Wellen findet ihr in Rantum- Nord oder in der Brandung des Wenninstedter Hauptstrandes. Die dort ansässige Surfschule bietet neben Kursen auch die Möglichkeit Surfbretter für 20€/2h auszuleihen. www.surfschule-wenningstedt.de

Weitere deutsche Surfspots befinden sich auf den Ostfriesischen Inseln, z.B. auf Norderney und Wangerooge. Hier sind die Wellen oft klein und deshalb für Anfänger geeignet. www.surfschule-norderney.de

Zwar ohne die Energie des Ozeans - aber dafür zuverlässig und saisonunabhängig ist der „endless Peak“ in Bad Tölz. Hier auf Deutschlands erster Indoor Surfanlage, erwartet den Surfer eine 200qm große Anlage. Die endlose Welle ist 10m lang und breit, ihre Geschwindigkeit beträgt 50km/h. Das Brandungsbecken ist gepolstert und deshalb auch für Anfänger geeignet. www.alpamare.de


Wellen

Wellen, die für den Surfer interessant sind, entstehen immer dann, wenn Winde über den Ozean fegen. Die Windengergie überträgt sich auf das Wasser - Wellen entstehen.

Die Fortbewegung der Wellen ist auf dem offenen Ozean kein Wassertransport sondern ein Energietransport. Die Wasserteilchen stoßen sich gegenseitig an und übertragen ihre Energie wie in einer Kettenreaktion.
Größere Wellen bewegen sich schneller fort als kleinere. Wird eine kleine Welle eingholt, so wird diese in die größere Welle mit aufgenommen.   

In den Küstenregionen steigt der Meeresboden an. Die unteren Schichten der Welle werden durch ansteigenden Meeresboden, Riffe oder sonstige Hindernisse gestaucht und für den wartenden Surfer türmt sich am Horizont die perfekte Welle auf. Werden die unteren Wasserschichten gegnüber den oberen zu stark abgebremst, bricht die Welle. 

Je nach Untergrund wird zwischen Beachbreak, Reefbreak und Pointbreak unterschieden. Der Beachbreak ist der ungefährlichste. Die Wellenbrechung ist durch den ansteigenden Meeresboden bedingt, der Boden ist sandig.

Werden die Welle durch ein Riff gebremst, so wird von einem Reefbreak gesprochen. Die Wassermassen treffen dann ungebremst auf das plötzliche Hindernis, die Energie setzt sich direkt in Höhe um. Diese Wellen haben immer dieselbe Brechungslinie und sind somit leicht einzuschätzen. Allerdings sind Riffe meist messerscharf, die Verletzungsgefahr erheblich.

Die Wellenbrechung bei Pointbreaks basiert nicht auf dem Meeresuntergrund, vielmehr werden die Wassermassen durch Landzungen abgebremst. Da die meisten Landzungen als Felsen ins Wasser ragen birgt das Surfen auch hier große Gefahren.

Text: Jutta Kühle

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