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Die olympischen Bootsklassen
470er
Der 470er ist eine olympische Zweimann-Rennjolle mit Trapez und Spinnaker. Der Name dieser Bootsklasse leitet sich von der Bootslänge ab. Er wurde 1963 in Frankreich von Andre Cornu entworfen und hat seit 1976 olympischen Status. Für Regattasegler liegt das optimale Mannschaftsgewicht zwischen 100 und 145 Kg. Aufgrund des geringen Mannschaftsgewichts ist diese Jollenklasse insbesondere bei Jugendmannschaften weit verbreitet.
Technische Daten:
Der 470er ist 4,70 m lang und 1,68 m breit und 120 kg schwer. Die Masthöhe beträgt 6,78 m und der Baum hat eine Länge von 2,65 m. Die Segelfläche beträgt beim Großsegel 9,12 m2, für die Fock 3,58 m2 und für den Spinnaker 12,88 m2.
49er
Der 49er ist eine schnelle Jollen-Bootsklasse.
Der Knickspant-Rumpf ist schmal und flach (Skiff), hat ein breites Heck und feste aber verstellbare Ausleger. Ein 49er hat als Vorsegel eine Selbstwendefock und einen asymmetrischen Gennaker.
Ein 49er kann von der üblichen 2-Personen-Besatzung im Trapez gesegelt werden.
Der Name dieser Bootsklasse leitet sich von der Bootslänge ab. Im frühen Entwicklungsstadium erklärte sich der Japaner Takao bereit mitzumachen, wenn das Boot kleiner als 5 m würde - in Japan wären die Liegeplätze wesentlich billiger, wenn die Boote kürzer als 5 Meter sind. So wurde das Boot mit 4,99 m Länge konstruiert.
Der 49er wurde erst 1995 durch den Australier Julian Bethwaite speziell für die Olympischen Spiele entworfen. Im November 1996 wurde er durch den Internationalen Segelverband ISAF zur olympischen Klasse gewählt.
Technische Daten:
Der 49er ist 4,995 m lang (Lüa), 1,7 m breit und 65-70 kg schwer. Am Rumpf werden Ausleger angebracht. Die maximale Breite mit Ausleger beträgt 2,9 m. Die Masthöhe beträgt 8,1 m. Die Segelfläche beträgt beim Großsegel 15 m2, für die Fock 6,2 m2 (Selbstwendefock) und für den Spinnaker 38 m2.
Als Sonderheit des Bootes kann das Rigg betrachtet werden. Der Mast besteht aus 2 Teilen, der kleinere untere Teil ist aus einer Aluminiumlegierung, das Top ist aus GFK. Durch die Verwendung verschiedener Materialien bekommt der Mast die gewünschte Biegelinie. Ebenso ist der Baumniederholer nicht über ein Zug-System gelöst worden, sondern wird über ein Hebelsystem von oben gedrückt.
Finn Dinghy:
Finn oder Finn Dinghy ist eine internationale Einmannjolle
Länge über alles: 4,50 m
Breite: 1,51 m
Tiefgang (ohne/mit Schwert): 0,15/0,85 m
Gewicht: 145 kg
Segelfläche: 10 m²
Baumaterial: Holz und Kunststoff.
Konstrukteur: Rickard Sarby Schweden.
Seit 1952 Olympische Klasse.
Laser Radial / Standart
Der Laser ist eine 4,23m lange, 1,37m breite und 57kg (Rumpf) schwere Einmann-Jolle mit einem Segel.
Der Laser wurde 1970 vom Amerikaner Bruce Kirby als Einhand-Jolle entworfen. Primäre Zielsetzung war damals ein Boot für die Freizeit zu entwerfen, deshalb auch der ursprüngliche Name "Freetime".
Seine einfache Bauweise und niedrige Anschaffungskosten führten zu einer raschen Ausbreitung. Ende des Jahres 2004 gab es ca. 180000 Boote auf der Welt!
Der Laser ist eine One-Design Bootsklasse und wird von der Firma Performance Sailcraft Ltd. in England gefertigt. Weiterhin gibt es Lizenznehmer in Australien und in Chile.
Bei gleichem Rumpf gibt es für den Laser drei unterschiedliche Riggs. Dabei muß nur das Mastunterteil und das Segel ausgetauscht werden, alle anderen Teile des Bootes sind identisch.
Standard-Rigg: 7,06 m² - olympische Klasse seit 1996, 1996-2004 offen, ab 2008 Männer
Radial-Rigg: 5,7 m² - olympische Damen-Klasse ab 2008, In Deutschland Jugendmeisterschaftsklasse (männlich/weiblich) seit 1998
4,7-Rigg: 4,7 m² - in Deutschland noch keine Regattaklasse
Der Laser Radial löst ab 2008 die Europe als olympische Klasse bei den Frauen ab. Für alle drei Riggs gibt es Welt- und Kontinentalmeisterschaften (Senioren und Junioren, Radial-Rigg auch Frauen).
Das Niveau in der Laser-Klasse gilt als eines der höchsten der olympischen Bootsklassen.
Yngling
Der Yngling ist eine Segelyacht, die 1967 vom Norweger H. Linge, als Ergänzung zur olympischen Segelyacht Soling konstruiert wurde.
Der Yngling ist samt Crew unsinkbar. Dafür sorgen Auftriebskörper im Heck und Bug. Seit 1991 werden die neuen Boote mit Doppelboden und Selbstlenzern gebaut, was für zusätzliche Sicherheit sorgt.
Dank der in den strengen Klassenvorschriften reglementierten Einheitlichkeit von Schale, Rigg und Segel, welche von der ISAF überwacht werden, konnte eine "Materialschlacht" wirksam verhindert werden. An den Weltmeisterschaften findet man neue und alte Boote auf den vordersten Rängen.
Und wenn man Lust hat in einem anderen Revier zu Segeln, der Yngling kann problemlos mit einem Mittelklassauto getrailert werden.
Technische Daten:
Länge 6.35m
Länge Wasserlinie 4.70m
Breite 1.75m
Tiefgang 1.05m Gewicht 645kg Kiel 310kg Segelfläche 14m2 Olympische Disziplin Athen 2004:
Am 10. November 2000 wurde von der ISAF die Yngling Klasse als Olympische Damen-Kielbootklasse für 2004 in Athen gewählt. Dies bedeutet, dass insgesamt 15 Damenteams zur Regatta in Athen zugelassen werden. Die Startplätze werden an Welt- und Europameisterschaften vergeben, es kann nur ein Team pro Land starten.
Starboot
Das Starboot ist ein Zweimann-Kielboot. Diese Bootsklasse wurde 1910/1911 von William Gardner und Francis Sweisguth entworfen und ist heute international verbreitet.
Maße:
Länge über Alles: 22'8" = 6,92 m
Länge in der Wasserlinie: 18' = 4,72 m
Verdrängung: 1.480 lbs = 0,68 t
Tiefgang: 1,02 m
Kielgewicht: 394,5 - 408,5 kg
Segelfläche: 27,92 m² = 297 sq.ft
Großsegel: 20,5 m²
Fock:7,5 m²
Länge Mast: ca. 10,0 m
Länge Großbaum: ca. 4,5 m
Zulässige Werkstoffe für den Rumpf: Holz, Polyester, Epoxy.
Baupläne für jedermann erhältlich vom Central Office, Chicago.
Internationale Klassenvereinigung I.S.C.Y.R.A. seit 1911.
Tornado
Als eine der spektakulärsten Bootsklassen im olympischen Programm hat der Tornado einen technologischen und qualitativen Standard erreicht, an den andere Katamarane in dieser Größenordnung kaum heranreichen. Modernste Kunststofftechnik und -Verarbeitung ermöglichen eine Konstruktion, die seit vielen Jahren härtesten Anforderungen beim Segeln und bei Regatten standhält. Mittlerweile hat sich die Klasse zu einer strikten Einheitsklasse entwickelt. 90 Prozent der Crews segeln mit identischem Material, das ausgereift und einfach zu bedienen ist. Um die Preise stabil zu halten, werden teure Materialien bewusst verboten. Die größten deutschen Tornado-Flotten sind an süddeutschen Seen und norddeutschen Küsten zu finden. Über 300 Segler sind in der deutschen Klassenvereinigung (DTK) Mitglieder. Außerdem wird der Tornado in ca. 40 weiteren Nationen gesegelt und hat somit auch weltweit viele Freunde. Mit dabei sind viele gemischte Crews, die an einem großen Regattaprogramm teilnehmen können. Dazu gehören nicht nur Welt-, Europa- und nationale Meisterschaften, sondern auch die ISAF-World-Cup-Series, die Eurolymp-Regatten sowie zahlreiche nationale Ranglistenregatten. In Europa kann man praktisch jedes Wochenende mit einem Tornado an Wettfahrten teilnehmen.
Technisches:
Der Tornado gehört zu den Katamaranen der B-Division. Länge (6,10 m), Breite (3,05 m) und Segelfläche (21,84 m²: altes Rigg / 23,8 m²: neues Rigg) des Tornados entsprechen genau den Maximalabmessungen der B-Division. Im übrigen ist der Tornado ein absolutes Einheitsboot, bei dem sämtliche Maße vorgeschrieben sind. So hat der Mast eine Höhe von 9,80 m (ab Wasserlinie) und das segelfertige Gewicht beträgt 165 kg. Das Vermessungsgewicht (ohne Rigg und Segel) ist min. 130 kg und max. 145 kg. Der Tiefgang des Rumpfes ist min. 0,17 m und mit Schwert 0,76 m. Der Tornado ist der schnellste, serienmäßige Einheitskatamaran der Welt. Enorme Steifigkeit und Parallelität der Rümpfe ist Voraussetzung für die erreichbaren Geschwindigkeiten von über 30 kn. Moderne Tornados erlangen diese Steifigkeit durch innovative Konstruktion und Fertigung, die da sind: - Epoxi-/Wabenbauweise, - ‚Prepreg'-Fertigung, d.h. ‚backen' (‚auto clave') der Rümpfe, Schwerter und Ruder in speziellen Unterdruckformen (Kombination aus Vakuum und Druck). Diese Art der Konstruktion und Fertigung macht den modernen Tornado gegenüber allen anderen Sandwich-Konstruktionen so überlegen (einschließlich Preis und Lebensdauer).
Geschichte:
Der Tornado wurde im Herbst 1966 von Rodney March gezeichnet und von Terry Pearce und Reg White gebaut. Die IYRU (heute ISAF) hatte zu Auswahlrennen vor Sheppey/England für 1967 eingeladen. Der Tornado gewann sechs der acht für Neuerscheinungen ausgeschriebenen Wettfahrten. Seine gelungene Form der beiden symmetrisch rundspantigen Schwimmer soll einfach durch Hochbiegen von 4,5 mm Sperrholz entstanden sein. Im April 1968 gewann der Tornado mit Reg White die Weltmeisterschaft der B-Division in Australien. Einen Monat später ernannte ihn die IYRU (heute ISAF) zur internationalen Klasse. Die erste Tornado-WM fand in jenem Jahr in Kiel statt. Am 10. November 1972 wurde der Tornado in den "Olympischen Status" erhoben. Damals segelten ca. 1.000 Tornados in 26 Ländern der Erde. Heute (im Frühjahr 2004) sind es über 5.000 Tornados in 50 Ländern. Seit dem 1. März 2001 darf der Tornado mit dem neuen, olympischen Rigg gesegelt werden! Das sieht folgendermaßen aus: Doppeltrapez (für Vorschoter und Steuermann), Square-Top-Großsegel (ca. 2 m² mehr), schmalere und längere (nach unten) Fock (bei gleicher Größe) und asymmetrischem Spinacker (sog. Gennaker mit 25 m²). Details gibt es für alle DTK-Mitglieder beim Vorstand, bzw. im aktuellen "Fly Tornado".
Weitere Bootsklassen:
o 2.4mR
o 5.5m IC
o 420er
o 505er
o A-Cat
o BM-Jolle
o Cadet
o Contender
o Conger
o Drachen
o Dyas
o Efsix 2000
o Europe
o Flash
o Flying Dutchman
o Folkeboot
o H-Boot
o H-Jolle
o Hobie 16
o IF-Boot
o J 24
o Kiel-Zugvogel
o Korsar
o Lis-Jolle
o Mistral
o OK-Jolle
o Optimist
o Pirat
o Shark 24
o Soling
o Splash
o Tempest
o Vaurien
o VB-Jolle
o Varianta
o INT14
o MustoPerformanceSkiff
Eissegeln
Beim Eissegeln segelt man auf zugefrorenen Flüssen und Seen. Dafür werden am Segelboot Metallschienen angebracht.
Geschichte:
Eissegeln war bereits im 17. Jahrhundert in Schweden und in den Niederlanden bekannt. 1865 entstand am Hudson River der erste Eissegelclub der Welt. Die Wettsegelbestimmungen werden von der 1953 gegründeten International DN Ice Yacht Racing Association (IDNIYRA) festgelegt.
Weitere Informationen unter:
Strandsegeln
Strandsegeln ist das Fahren an Stränden, wobei das Fahrzeug ausschließlich vom Wind angetrieben wird. In der Regel gleicht ein Strandsegler einem Kajak auf drei Rädern mit einem Segel. Der Strandsegler wird von einem Fahrer gesteuert und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h.
Eine besondere Form des Strandsegelns stellt das Kitebuggyfahren dar.
Eine Hochburg des Strandsegelsports in Deutschland ist Sankt Peter-Ording.
Weitere Informationen unter
Kitebuggyfahren
Kitebuggyfahren ist eine Segelsportart, ähnlich dem Strandsegeln. Beim Kitebuggyfahren fährt man auf einem mit den Füssen gelenkten Fahrzeug (dem Kitebuggy) zu Lande, angetrieben durch einen Lenkdrachen. Als Zugdrachen kommen häufig vierleinige stablose Schirme zum Einsatz, grundsätzlich sind aber auch zweileinige Drachen geeignet.
Die beliebtesten Reviere für den Kitebuggysport sind wie beim Strandsegeln große ebene Flächen, wie z.B. der Strand von Sankt Peter-Ording in Deutschland, oder die Nordseeinseln Rømø (Röm) und Fanø in Dänemark; auch in den Niederlanden gibt es mehrere Fahrgebiete. Im Binnenland wird häufig auf abgemähten Wiesen oder stillgelegten Flugplätzen gefahren.
Weitere Informationen unter
Windsurfen
Das Windsurfen gehört streng gesehen zum Segelsport dazu, doch aufgrund der vielen Facetten und Variationen dieses Sportes behandelt Sportalis diese Sportart getrennt.
Extremsegeln
Im Extremsegeln wird versucht immer neue Rekorde aufzustellen, sei es eine Weltumsegelung in möglichst kurzer Zeit, auf den "logischen" Windrouten oder auch gegen Wind und Strom, was den Seglern oftmals außergewöhnliche körperliche sowie psychischer Stärke abverlangt. Andere Segler versuchen als Einhand-Segler andere diverse Rekorde aufzustellen oder zu verbessern.
Text: Christian Walter