sportalis Gesundheitspotential
Jollen
Körperlich:
a) Kraft
Die sportliche Belastung beim Segeln ist sehr stark abhängig von der Art und Größe des Schiffes und natürlich von den äußeren Umweltbedingungen wie Wind und Welle. Geht man davon aus, sich bei 5 Windstärken mit einer kleinen Jolle in der Atlantikdünung zu befinden, kann man hier von richtig harter, konditionell erschöpfenden Arbeit reden. Die Kraftausdauer wird durch das Anholen der Schoten und den Gewichtstrimm gestärkt. Sollte man bei mehr Wind in den Genuß des Kenterns kommen, können wir von einem Training des gesamten Bewegungsapparates reden.
b) Motorik
Mit der leichten und kippeligen Jolle jederzeit durch geeignete Gewichtsverlagerung und Segelstellung den Elementen zu trotzen, ist eine koordinativ höchst anspruchsvolle Aufgabe. Der Segler steigert seine Körperwahrnehmung im Laufe der Zeit, um bestimmte Bewegungen des Schiffes frühzeitig zu erkennen und sich besser anzupassen.
Psychologisch:
In klassischen Zweimannjollen lernt man, seinem Partner zu vertrauen. Es bildet sich eine gewisse Teamfähigkeit heraus. Nicht umsonst werden immer häufiger sowohl auf Jollen, wie auch an Bord von Dickschiffen Sozialschulungen durchgeführt, wobei einleuchtend ist, dass man gemeinsam in einem Boot sitzt und nur wenn alle an einer Strippe ziehen sein Ziel erreicht.
Allerdings kann man an Bord einer Jolle unter gemäßigten Wetterverhältnissen auch eine innere Ruhe finden, bestärkt durch das Wissen nur mit Windenergie, lautlos seinem Ziel näher zu kommen. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ wie man so schön sagt.
Dickschiff
Körperlich:
a) Kraft
Größere Schoten und Fallen heißt mehr Kraftaufwand? Nein, große Yachten verfügen über spezielle Flaschenzüge und Umlenkrollen, die teils auch elektrisch unterstützt sind. Auch gibt es Winschen, an denen mittels einer Kurbel der Kraftaufwand in Grenzen gehalten werden kann. Man kann hier also, mit Ausnahme einer richtigen Regattayacht, von einem gemütlicheren Segeln sprechen als mit beim Jollensegeln. Nichts desto trotz werden auch hier oben viele Muskeln angesprochen.
b) Motorik
Auf seegehenden Yachten liegen die koordinativen Ansprüche anders als bei Jollen. Man ist damit beschäftigt, gerade bei längeren Fahrten die seemännischen und privaten Tätigkeiten an Bord bestmöglich umzusetzen. Das können ganz alltägliche Dinge wie Kochen, Putzen etc. sein. Aber auch den segelspezifischen Ansprüchen wie Navigationsarbeit und Segelwechsel muss genüge getan werden.
Psychologisch:
Was für ein Gefühl ist es, nachts im Vollmondlicht unter den Sternen an Deck einer Fahrtenyacht zu stehen und den Delfinen, die das Boot minutenlang begleiten, beim Spielen zuzusehen? Freiheit und Entspannung pur, zumindest solange moderate Wetterverhältnisse herrschen. Auf der anderen Seite lernt man an Bord viel über sich selbst und über den Umgang mit verschieden Persönlichkeiten auf engem Raum.
Text: Christian Walter