sportalis Gesundheitspotential
Das Schwimmen ist vor allem für das Training der allgemeinen Ausdauer geeignet. Des Weiteren trainiert es die gesamte Rumpf- und Oberkörpermuskulatur. Ferner ist das Schwimmen eine der besten Formen, um überschüssige Kalorien zu verbrennen, denn bereits innerhalb einer halben Stunde kann der Körper bis zu 350 Kalorien verbrennen. Allerdings setzt das lange Schwimmen eine sehr gute Schwimmtechnik voraus und ist daher meist nur von geübten Sportlern durchzuführen.
Aktivitätsfaktor
Das Schwimmen zählt zu einer der gesündesten Sportarten überhaupt. Durch die physikalischen Bedingungen des Wassers wird der gesamte Körper vom Wasser getragen, so dass die Gelenke entlastet werden und sich somit das Schwimmen nicht nur für "Wasserratten", sondern insbesondere für Übergewichtige und Personen mit Gelenkproblemen eignet. Ferner wird das Herz-Kreislauf-System angeregt, der Körper optimal durchblutet und die Atemmuskulatur gekräftigt, was insbesondere von Bedeutung auch bei Asthma-Problemen ist. Des Weiteren ist für viele Rehabilitationsprobleme das Schwimmen (insbesondere das Rückenschwimmen) eine ideale Sportart und sogar Therapieform.
Ein wichtiger Grund dafür ist die Wirkung des Wassers auf den menschlichen Körper. Jede Bewegung im Wasser muss gegen einen Widerstand ausgeführt werden. So werden viele unterschiedliche Muskelpartien beansprucht. Der Energieumsatz und damit der entsprechende Kalorienumsatz ist hoch. Schwimmen vereint alle Vorteile eines Ausdauersports und kann ohne großen Aufwand betrieben werden. Neben Muskulatur werden auch die Lungenfunktion. Ausdauer und das Herz (Herzpatienten sollten vor jeglicher sportlicher Betätigung dennoch zum Arzt gehen) trainiert. Der Stoffwechsel wird verbessert und das Immunsystem gestärkt. Unabhängig von Trainingszustand und Alter kann man die Belastung auf sich persönlich anpassen. Durch die Auftriebskraft des Wassers werden Bänder, Sehnen und Gelenke entlastet. Die Verletzungsgefahr ist für diese Körperteile gering.
Schwimmen ist wie andere Sportarten auch eine wunderbare Stressbewältigung. Hilft bei Haltungsschäden, Verspannungen und Gelenkproblemen.
Schon mit einem wöchentlichen Pensum von 60 Minuten lassen sich positive Effekte erzielen. Allerdings sollte das Ziel nicht Höchstleistung, sondern Ausdauer und Regelmäßigkeit sein.
Auftrieb und Schweben im Wasser
Der Körper wiegt im Wasser nur noch ca. ein Siebtel des Körpergewichtes an Land. Der Auftrieb hilft besonders Schwangeren, Übergewichitgen, Menschen in der Reha oder nach Verletzungen und Senioren. Der Wasserdruck sorgt dafür, dass das Herz entsprechend gegendrückend mehr Blut pro Schlag transportieren muss. Die positive Folge:
Das Herzvolumen wird vergrößert, die Herzfrequenz sinkt und das Herz arbeitet ökonomischer. Nicht zuletzt wird dem Wasser auch eine Massagewirkung nachgesagt.
Vitalitätsplan
Schwimmen ist eine ideale Trainingsform für das Herz-Kreislauf-System. Um dies jedoch zu realisieren, sind bestimmte Dinge zu beachten.
Nicht geeignet bei:
Herzpatienten und Personen mit hohem Blutdruck sollten zuvor Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten, da durch den höheren Wasserdruck der venöse Rückstrom zum Herzen erhöht wird und sich dadurch der Puls erniedrigt. Ferner sollten Personen mit allergischen Hautreaktionen sich auch bei ihrem Arzt absichern bzw. nicht in chlorhaltigen Gewässern schwimmen.
Personen mit Knieproblemen sollten den Brustbeinschlag meiden und den Kraul- bzw. Rückenbeinschlag bevorzugen. Bei Rücken- bzw. Halswirbelsäulenbeschwerden ist das Brustschwimmen nur bei korrekter Technik anzuwenden, weil beim Brustschwimmen die HWS- und LWS-Bereiche häufig überstreckt werden können!
Tipps für Einsteiger
Auch vor dem Schwimmen sollte man sich aufwärmen, auch wenn das Schwimmen einer der Sportarten ist, die die wenigsten Verletzungsrisiken birgt. Durch regelmäßiges Dehnen bleiben die Muskeln geschmeidig und man beugt muskulären Problemen vor.
Es sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser sauber ist, da schwimmen in verunreinigtem Wasser Infektionen der Atemwege, des Magen- und Darmtraktes sowie der Haut und Augen bzw. Pilzerkrankungen hervorrufen kann.
Da das Wasser den Körper etwa vierzehnmal schneller auskühlt als die Luft, sollte die Wassertemperatur bei längeren Aufenthalten im Wasser 24°-26°C nicht unterschreiten.
Extra-Vorteil
Kann in jedem Alter betrieben werden; Entlastung des gesamten Skelettsystems.
Gesundheitsaspekt der einzelnen Schwimmstile
Brustschwimmen
Beansprucht und trainiert werden vor allem Brust-, Schulter-, und Armmuskulatur, gleichzeitig aber auch das Herz-Kreislauf-System.
Kraulen
Kraulen fordert vor allem die Armmuskulatur. Die Arme leisten beim Kraulen bis zu 80% des Antriebs. Dieser Schwimmstil stellt hohe Anforderungen an Kraft und Ausdauer.
Rückenschwimmen
Unkompliziert ist beim Rückenschwimmen die Atemtechnik. Der Kopf wird vom Wasser getragen, wodurch die Muskeln der Wirbelsäule und im Hals- und Rückenbereich entlastet werden. Der Kopf darf nicht an die Brust gezogen werden, weil sonst die Halswirbelsäule zu stark beansprucht wird.
Delfin
Hauptantrieb sind wie beim Kraul die Arme. Kraft und Kraftausdauer erlauben den meisten Ungeübten nur eine Bahn. Diese Schwimmtechnik fördert neben Kraft und Ausdauer auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Schultergelenke. Trainiert werden Brust-, Rücken-, Arm-, und Beinmuskulatur.
Volksweisheiten zum Baden und Schwimmen
Nie mit vollem Magen ins Wasser.
Nach dem Essen muss der Magen verdauen. Er wird dabei durchblutet. Dieses Blut fehlt im Gehirn und geht den Muskeln verloren. Wer in dieser Zeit schwimmt, riskiert Krämpfe und damit gefährliche Situationen.
Also nicht mit komplett leerem, nicht mit vollem Magen schwimmen.
Nicht ins kalte Wasser springen.
Wer ohne Abkühlung ins Wasser springt, riskiert Kreislaufversagen.
Krämpfe
Krämpfe kommen beim Schwimmen relativ häufig vor. Als Sicherheitsvorkehrung sollte man nie allein weite Strecken in natürlichen Gewässern zurücklegen. Man kann sich oft fast nicht mehr bewegen, das Schwimmen wird sehr mühsam.
Die Deutsche Lebens Rettungs- Gesellschaft hat Regeln fürs sichere Schwimmen und Baden aufgestellt, die jeder beachten sollte.
1. Wer friert, sollte das Wasser sofort verlassen, sonst droht die Gefahr einer Unterkühlung. Besonders bei Kindern müssen die Eltern darauf achten. Sie merken beim Spielen im Wasser nicht, dass ihnen kalt ist. Zu „blauen Lippen" sollte es gar nicht erst kommen.
2. Schwimmen und Baden sollte nur, wer sich auch gesundheitlich wohl fühlt.
3. Für Nichtschwimmer gilt: Nicht tiefer als bis zum Bauch ins Wasser gehen.
4. Sprünge ins Wasser nur dann, wenn vorher klar ist, dass es tief genug und frei ist.
5. Keiner sollte seine Kräfte und sein Können überschätzen.
6. Nie um Hilfe rufen, wenn nicht wirklich Gefahr besteht.
7. Nicht auf Luftmatratzen, Autoschläuche oder Gummitiere verlassen.
8. Nicht baden und schwimmen, wo Schiffe und Boote fahren.
9. Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen.
Text: Jens Hoffmann