Du bist hier: sportalis  >  Sportarten  >  Wassersport  >  Rudern  >  Basic Info

sportalis Basic Info

Rudern

Rudern- Bewegung in Vielfalt

Es ist noch früh am Morgen, die Sonne steht noch sehr tief, sie spiegelt sich im spiegelglatten Wasser und es duftet herrlich frisch.. In diesem Augenblick lässt sich ein Ruderboot auf dem See erkennen. Es fällt kaum auf, als wäre es ein Teil der Natur. Im Einklang mit der Natur- das ist eine der Hauptaussagen, wenn man Ruderer nach ihrer Faszination für diesen Sport befragt. Das Gefühl vor allem in den Morgen- und Abendstunden über den See zu schweben, wenn das Wasser glatt ist wie eine Flunder, ist unbeschreiblich. Einfach wundervoll. Ein Gefühl von Harmonie und Freiheit. Aber Rudern ist mehr als nur ein Naturverbundener Sport. Rudern ist ästhetisch, kraftvoll, leidenschaftlich, aber auch vielfältig und gesellig.

Entwicklung

Schon Pierre de Coubertin (1863-1937), Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit war von den Qualitäten des Wassersports überzeugt. „Rudern sollte der Lieblingssport unserer jungen Leute werden, da keine andere Sportart ihnen die physischen und moralischen Qualitäten vermittelt, die sie brauchen: Energie, Initiative, Kraft und Gesundheit.“

Die Anfänge des Ruderns reichen jedoch weit vor die Zeit von Coubertin. Rudern ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Jedoch diente es früher der reinen Fortbewegung auf dem Wasser. Vor allem diente es dem Transport und dem Handel. Später nutzte man Rudern auch als Strafe und so kam es, dass das Galeerenrudern zu der meist gehassten Tätigkeit in dieser Zeit wurde. Diese Art der Sklaverei wird noch heute in Filmen und Geschichtsbüchern beschrieben, wodurch sich in weiten Teilen der Gesellschaft ein eher abschreckendes und hartes Bild vom Rudersport festgesetzt hat. Doch Rudern ist schon lange nicht mehr das Rudern von früher. Mit dem Aufkommen der Segelschiffe wurden die Ruderboote aus dem Handel und der Kriegsführung verdrängt. Vielmehr kam jetzt der Wettkampfcharakter im Rudern zum Vorschein. England gilt hier als das Mutterland des Wettkampfruderns.

Das älteste belegte Ruderrennen fand im Jahre 1715 statt. Damals ruderten Berufsschiffer und Fährleute im Einer gegeneinander. Das „Doggetts´Coat und Badge Race“ wurde nach seinem Begründer Thomas Doggett benannt. Die erste nachweisliche Regatta fand 1775 auf der Themse statt. Diese Regatta ("Head of The River") gehört auch heute noch zu den weltweit größten Regatten. Doch in aller Munde ist wohl das legendäre Rennen zwischen den Traditionsuniversitäten Oxfort und Cambrigde. In dem so genannten „Boat Race“ fahren die beiden Ruder-Achter seit 1829 gegeneinander.

 

Rudern in Deutschland

Der Rudersport kam über britische Kaufleute nach Deutschland. Schon im 19 Jahrhundert betrieb die Hansestadt Hamburg einen florierenden Handel mit England. Einige von jenen englischen Geschäftsleuten wollten auch während ihren Aufenthaltes in Hamburg nicht auf ihren Lieblingssport verzichten und so gründeten sie 1830 den „English Rowing Club“, aus dem dann später der „Union Boat Club“ hervorging.

Von der englischen Wassersportart begeistert und fasziniert gründeten die Hamburger 1836 dann ihren ersten eigenen Ruderclub („Der Hamburger Ruderclub“). Im gleichen Jahr fand bereits das erste Kräftemessen zwischen beiden Nationen auf der Alster statt, welches die Engländer jedoch deutlich für sich entscheiden konnten. Diese Niederlage tat der engen freundschaftlichen Beziehung aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, die Engländer unterstützten die Deutschen. Sie unterstützten sie unter anderem in der Beschaffung von Booten.

1844 fand in Hamburg die erste richtige Regatta statt. Europameisterschaften (1893) und deutsche Meisterschaften (1903) folgten. Doch insgesamt verbreitete sich der Rudersport in Deutschland eher langsam. In den großen Städten wie Kiel (1862), Frankfurt a. M. (1865) und Berlin (1876) entstanden weitere Rudervereine erst Jahre später.

 

Deutscher Ruderverband

Nachdem Rudern jedoch allmählich Anklang fand, beschlossen sich die inzwischen 34 bestehenden Vereine ihre Interessen zu bündeln und gründeten 1883 in Köln den „Deutschen Ruderverband“ (DRV). Der DRV ist heute der älteste und im Vergleich auch der erfolgreichste Deutsche Sportverband. International betrachtet sind die Deutschen sogar die erfolgreichsten Ruderer der Welt.

 

Bootsklassen

Es gibt im Rudern verschiedene Bootsklassen und - arten zu rudern. Dabei unterscheidet man in das Scullen- und in das Riemenrudern. Beim Scullen hat der Ruderer in beiden Händen jeweils ein Ruder und beim Riemen hat er nur eines in der Hand. Daraus ergeben sich folgende Bootsklassen.

 

Riemen

2 + Zweier mit Steuermann

2 - Zweier ohne Steuermann

4 + Vierer mit Steuermann

4 - Vierer ohne Steuermann

8 + Achter mit Steuermann


Scullen

1x Einer

2x Doppelzweier

4x Doppelvierer

Die genaue Technik des Ruderns kann man auf der Homepage des Deutschen Ruderverbandes nachlesen:

www.rudern.de/Deutscher-Ruderverband.32.0.html

Login                    Passwort