Du bist hier: sportalis  >  Sportarten  >  Wassersport  >  Kanu  >  Basic Info

sportalis Basic Info

Kanu

Eine Kanuwanderung im Kreise der Familie, oder doch lieber Wildwasserkajaking in einem Bergbach: Der Kanusport kann jedem entsprechend seiner Vorlieben das Richtige bieten – stets im Einklang mit der Natur. Für jedermann relativ unkompliziert und schnell erlernbar, erfreut sich das Kanufahren einer treuen Fangemeinde. Es wird dabei sowohl als reine Freizeitbeschäftigung zur Erholung, als auch im Wettkampf leistungssportlich betrieben.

 

 

 

Geschichte

Seinen Ursprung fand das Kanu vor weit über tausend Jahren in Nordamerika allerdings aus ganz anderen Gründen. Für die Ureinwohner war es selbstverständlich noch kein Sportgerät, sondern ein reiner Nutzgegenstand. In der von Flüssen und Seen durchzogenen Wildnis stellte das Kanu ein ideales Beförderungsmittel dar. Leicht und leise zu manövrieren, schnell mithilfe von Rohstoffen aus der Umgebung zu reparieren, je nach Bauart auch als Transportfahrzeug oder Segelboot nutzbar, außerdem selbst über Land von zwei Männern einfach zu tragen. So wurde es in seiner Bauweise mehr als tausend Jahre lang kaum verändert.

Auch die europäischen Siedler erkannten in der unbekannten Umgebung schnell den Nutzen des Kanus. Sie gebrauchten es vor allem wirtschaftlich zum Transport von Waren. Darüber hinaus zeigten sich verschiedene Vorteile gegenüber dem ihnen bekannten Ruderboot. Daher brachten es englische Seeleute im 19. Jahrhundert als Sportgerät nach Europa. In Deutschland wurde das Kanu durch englische Studenten bekannt gemacht. Im Jahre 1866 erfuhr der relativ unbekannte Sport durch John MacGregors Abenteuererzählung „A Thousand Miles in the Rob Roy Canoe“ einen Popularitätsaufschwung.

 

Vier Jahre später fand in Köln die erste organisierte Kanuregatta statt. In der Folge entstanden einige wenige Kanuvereine, die sich 1914 im Deutschen Kanu-Verband (DKV) organisierten. Zehn Jahre später fand ein Zusammenschluss mit Verbänden anderer Nationen zur Internationalen Repräsentantschaft des Kanusports (IRK) – heute ICF – statt. Seit 1934 gehört Kanusport zu den olympischen Sportarten. Zwei Jahre später wurde in Berlin erstmals ein olympisches Kanurennen ausgetragen. Wenngleich es seither einige Programmänderungen gegeben hat, so sind die unterschiedlichen Kanudisziplinen heutzutage nicht mehr wegzudenken.

 

Kanu, Kajak oder Kanadier?

"Ich möchte eine Eskimorolle lernen mit diesen Indianerbooten", so lautet der Wunsch unwissender Wassersport-Aspiranten.
Die Begriffe Kanu, Kajak, Kanadier führen oft zu Verwechselungen und Missverständnissen, deshalb klären wir euch hier über die wichtigsten Begriffe auf:

Das Wort Kanu ist eine Sammelbezeichnung für alle Boote, die mit einem Paddel vorwärts in Sichtrichtung bewegt werden. Zu diesen Booten zählen neben Kajaks und Kanadier, auch Drachenboote und bestimmte Falt- oder Klappboote.
Zu den populärsten Kanus zählen das Kajak und der Kanadier.
 
Ein Kajak ist ein kielloses Boot, das mit einem Doppelpaddel in Bewegung gesetzt wird. Die meisten Kajaks sind an der Oberseite geschlossen und werden in sitzender Position gefahren. Eine so genannte Spritzdecke kann über den Rand (Süllrand) der Sitzluke gezogen werden. Diese Spritzdecke verhindert das Eindringen von Wasser und ermöglicht die sagenumwobene Kenterrolle "Eskimorolle". Mithilfe dieser Technik kann ein gekentertes Boot ohne auszusteigen wieder aufgerichtet werden.
Je nach Einsatzgebiet sind die Kajaktypen klein und wenig oder schnell und stabil, bei den Bootsklassen wird in einer, Zweier- und Vierer Kajaks unterschieden.

Ein Kanadier hingegen wird mit einem Stechpaddel meist kniend angetrieben. Die Oberseite ist meist von Bug bis Heck offen. Mit bestimmten, geschlossenen Bauformen, die im Wildwasser benutzt werden, kann die Eskimorolle auch mit Kanadiern durchgeführt werden. Wettkämpfe für Kanadier werden nur von Männern bestritten.

 

Sportliche Einsatzgebiete

Das im Bereich Breitensport betriebene Kanufahren wird auch als Kanuwandern bezeichnet. Hier steht die Kombination aus Naturerlebnis, Abenteuer und Sport im Vordergrund. Zum  endecken idyllischer Flusslanschaften eigenen sich offene Kanadier besser als enge Kajaks, denn sie bieten mehr Platz für Ausrüstung und Verpflegung. Für mehrtägige Kanutouren findet sogar eine ganze Campingausrüstung Platz. Zum Schutz gegen Spritzwasser wird das Gepäck in Plastiktonnen verpackt.

Der übergeordnete deutsche Kanu-Dachverband ist der DKV (Deutsche Kanu Verband), ihm gehören 113.000 Mitglieder an.
Beim organisierten Wettkampfsport wird in verschiedene Disziplinen unterschieden.
Zu den populärsten Wettkampfformen zählt der Kanurennsport, bei dem verschiedene Distanzen zwischen 200 m bis 10.000 m auf Zeit im geraden Gewässer zurückgelegt werden. Auch der Kanumarathon (45km)- die Ultralangstrecke beim Kanurennsport, ist dem Rennsport zuzuordnen. 
Kanuslalom findet im fließenden Wildwasser statt. Ziel ist es einen vorgegebenen Parcours aus Toren möglichst schnell und fehlerfrei zu befahren. Wildwasserrennsport bezeichnet eine Wettkampfsportart, bei der es darum geht eine festgelegte Wildwasserstrecke in kürzester Zeit zurückzulegen.

Im Winter wird übrigens auch trainiert – im örtlichen Schwimmbad stehen dann Eskimorollen und der Sprung vom Turm auf dem Programm. Vor allem für Anfänger heißt es aber: Erst an Wasser und Sportgerät gewöhnen, dann kann die nächste Kanutour kommen.

Aber so solltet ihr es auf jeden Fall nicht machen:

Text: Jörg Birkel, Jutta Kühle, Kevin Ritter

Login                    Passwort