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Zwei Häuserblocks, ein klaffender Abgrund, ein Sprung über das Nichts. Eine Szene, wie sie jeder aus mitreißenden Filmszenen kennt, doch die Action findet mittlerweile vor unserer Haustüre statt. Denn immer mehr Menschen verfallen leidenschaftlich der Trend- und Extremsportart Parkour.
Eine Verfolgungsjagd durch die Stadt, ein schnelles und flüssiges Überqueren von Hindernissen jeglicher Art, von leicht bis schwer, einzeln oder in Gruppen, hier ist alles möglich. Ziel ist die schnelle Fortbewegung ohne Hilfsmittel im urbanen Raum. Spielplätze, Häuser, Brücken- alles wird mit einbezogen und ergibt, in freier Zusammenstellung, einen Hindernisparcours.
Erfunden wurde „Le Parcour“ von dem Franzosen David Belle (33). Aufgewachsen im Norden Frankreichs, lernte er von seinem Vater, einem ehemaligen Vietnamsoldaten, die „Méthode naturelle“, welche der physischen und mentalen Ausbildung im Einklang mit der Natur dient. Nach dem Umzug in einen Pariser Vorort übertrug der junge Belle das Gelernte auf den so genannten Stadtdschungel. Was auf den Straßen mit spielerischen Verfolgungsjagden anfing, mündete letztlich in der heutigen Sportart. Die Hindernisse wurden dabei immer höher und extremer, ebenso die Anforderungen an den eigenen Körper, welchem alles abverlangt wird.
„Es hilft dir offener und freier mit deiner Umwelt umzugehen, und sich nicht von der öffentlichen Infrastruktur einschränken zulassen “, erklärte Belle.
Der Kölner Alexander Pach ist seit zwei Jahren aktiver Traceur, wie sich die modernen Hindernisläufer nennen. Als der Trend aus Frankreich rüberschwappte, ist der Leistungsturner direkt eingestiegen. „Ein wichtiger Aspekt ist“, so der 27 Jährige, „dass es keine Wettkämpfe gibt. Dadurch kann man sich auf seine eigenen Fähigkeiten konzentrieren, ohne einem Leistungsdruck zu verfallen.“
Parkour ist nämlich keineswegs ungefährlich. Gewagte Sprünge sind keine Seltenheit und nur mit optimaler Vorbereitung können Verletzungen ausgeschlossen werden. „Sicherheit wird groß geschrieben und jedes Hindernis wird „Step by step“ angegangen“, erläutert Pach.
Gebraucht werden ein paar rutschfeste Turnschuhe mit guter Dämpfung, sowie Kleidung, die Bewegungsfreiheit garantiert. Für Einsteiger ist es empfehlenswert einen Workshop zu besuchen um die Grundtechniken der Artistik zu erlernen. Eine Rolle vermindert zum Beispiel die Fallenergie. Der Läufer rollt nach dem Sprung ab und schont hierdurch seine Gelenke. An Gelenke denkt jedoch niemand wenn er von Haus zu Haus springt, sondern nur an den Adrenalinkick.
Text: Mathias Schulte-Ontrop, Henning Düber, Peymann (Spoho)