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sportalis Varianten

Billard

Karambol

Teils auch französisches Billard genannt, wird wettkampfmäßig auf Tischen der Maße 2,84 x 1,42 Meter (großes Billard oder Matchbillard) und 2,10 x 1,05 Meter (kleines Billard) ausgetragen, auf denen sich nur drei Bälle befinden. Grundsätzlich gilt für alle Karambol-Disziplinen, dass jeder der beiden Sportler über die gesamte Partie mit seinem weißen (gelben) Spielball spielt und der Punkt als ordnungsgemäß gemacht gilt, wenn dieser die jeweils anderen beiden Bälle berührt. Auf dem Weg dahin sind je nach Disziplin besondere Vorgaben zu erfüllen. Auch hier gilt, nicht nur die Karambolage zu machen - die Aufgabe zu lösen - sondern den Lauf der Bälle so zu kontrollieren, dass sie eine gut lösbare Folgeposition ergeben oder aber für den Gegner eine kaum zu lösende Position hinterlassen. Je nach Disziplinen werden die Partien auf eine vorgegebene Distanz mit oder ohne Aufnahmenbegrenzung oder im Satzsystem ausgetragen.
Bis auf Dreiband und Artistique nennt man die anderen Disziplinen auch die klassischen oder Serienspielarten. Da Serien von hundert und mehr Points (Punkten/Karambolagen) nicht selten sind.

Die Freie Partie ist die Grunddisziplin, wie der Name es schon ausdrückt. Der Spielball muss hier die beiden anderen Bälle treffen um zur gültigen Karambolage zu kommen. Auf welchem Weg spielt hierbei keine Rolle. Das Spiel in der Ecke wird durch 'Eckenabstriche' auf zwei Karambolagen limitiert.

Beim Einband muss der Spielball vor dem Kontakt mit dem 3. Ball mindestens eine Bandenberührung hinter sich haben. Wann er diese Berührung hat ist unerheblich.

In der Disziplin Dreiband dagegen, müssen es drei Bandenberührungen sein. Die Leistung im Vergleich zu Einband verringert sich um ca. 90%, was die hohe Schwierigkeit unterstreicht, die sich auch durch teils sehr weite Wege des Spielballs auf dem Billard für den zuschauenden Laien anschaulich darstellt.

In den Cadre-Spielarten wird die Schwierigkeit dadurch erhöht, dass die Spielfläche in Felder unterteilt wird, in denen nur eine regelgerechte Karambolage ausgeführt werden darf, bevor bei der zweiten Karambolage einer der beiden angespielten Bälle das Feld wieder verlassen muss. Die Bezeichnung der Cadre-Disziplinen wird durch die Größe der Felder bestimmt, welche ihrerseits wieder die Anzahl dieser festlegt. Je größer die Felder und je geringer ihre Anzahl, desto höher der Schwierigkeitsgrad. Die hohe Kunst dieser Disziplinen liegt darin, die beiden anzuspielenden Bälle links und rechts einer Cadrelinie zu platzieren (also jeder in einem anderen Cadrefeld) und sie über viele Karambolagen in dieser dann leicht lösbaren Position zu halten.

Billard Artistique ist eine ausgefallene und spektakuläre Disziplin. In je drei Versuchen müssen die Sportler vorgegebene Figuren (Wege der Bälle) mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden lösen.

Die Grenzen der Physik scheinen hier teils aufgehoben:

Kegel

Beim 5-Kegelbillard ergänzen 5 Kegel (1 roter u. 4 weiße) das Spielmaterial der Karamboldisziplinen. Nicht nur die gemachte Karambolage punktet hier, sonder auch die umgefallenen Kegel. Diese müssen indirekt, dass heißt, durch den angespielten Ball zum regelgerechten Umfallen gebracht werden. Werden sie durch den Spielball umgeworfen, punktet der Gegner. Im Gegensatz zu den anderen Disziplinen bleibt hier der Sportler nicht so lange am Stoß (am Billard) bis er einen Fehler macht, sondern jeder Sportler hat abwechselnd einen Stoß. Sieger ist, wer zuerst die vorgegebene Punktzahl erreicht.

Biathlon ist ein Zweikampf, bestehend aus den Disziplinen 5-Kegelbillard und Dreiband. Da bei beiden Disziplinen höchst unterschiedliche Anforderungen gestellt werden, erfordert Biathlon also einen rundum kompletten Billardsportler. Biathlon ist so etwas wie die Vielseitigkeitsprüfung beim Billard.

 

Pool

Poolbillard wird wettkampfmäßig auf einem 9-Fuß-Tisch gespielt, also einem Tisch, der neun Fuß lang und 4,5 Fuß breit ist. Der Tisch ist mit sechs so genannten Taschen versehen. Dabei muss der weiße Spielball mit dem Queue jeweils so gestoßen werden, dass eine der farbigen Objektkugeln entsprechend der Regeln in eine der Taschen gespielt wird - das nennt man Lochen. Allerdings geht die Kunst beim Poolbillard weit über das sichere Lochen hinaus. Entscheidend ist es nämlich, dass der Spielball an einer Stelle liegen bleibt, von der aus man das Spiel möglichst gut fortsetzen kann. Hohes taktisches Geschick und technisches Können müssen also miteinander kombiniert werden. Ein Spieler bleibt prinzipiell solange am Tisch, wie er korrekt Kugeln lochen kann.

14/1 endlos ist die Seriendisziplin beim Poolbillard. Die Farben und Zahlen der Objektbälle haben hierbei keine Bedeutung. Es geht einfach darum, möglichst viele Kugeln hintereinander zu versenken. Solange ein Spieler keinen Fehler macht bleibt er also endlos am Tisch. Jeder korrekt gelochte Ball bringt einen Punkt. Gewonnen hat, wer als erster eine vorgegebene Punktzahl erreicht. Die zusätzliche Schwierigkeit besteht aber darin, dass 14/1 endlos ein Ansagespiel ist. Vor dem Stoß muss also angesagt werden, welche Kugel in welche Tasche gespielt werden soll. Nachdem 14 Bälle gelocht wurden und dementsprechend nur noch eine Kugel auf dem Tisch liegt, werden die anderen 14 wieder aufgebaut. Dazu setzt man sie wie zu Spielbeginn im Dreieck auf, wobei die Spitze des Dreiecks frei bleibt.

8-Ball ist die wohl bekannteste Disziplin des Poolbillards. Die sportliche Wettkampf-Variante unterscheidet sich aber in einigen Belangen von dem, was meist in der Freizeit gespielt wird. Beim 8-Ball sind die Objektkugeln in zwei Gruppen aufgeteilt: die Vollen (1 - 7) und die Halben (9 - 15); die schwarze Acht spielt eine Sonderrolle. Wer als erster alle Bälle seiner Gruppe und anschließend auch noch die schwarze Acht korrekt locht, gewinnt das Spiel; ein Match besteht aus mehreren Spielen. Auch 8-Ball ist ein Ansagespiel. Kugel und Tasche müssen also vor dem Stoß angesagt werden; das gilt auch für die schwarze Acht am Schluss. Die Gruppen werden übrigens noch nicht beim Eröffnungsstoß zugeordnet - auch nicht, wenn dabei Kugeln fallen. Die Gruppen werden erst dadurch zugeordnet, dass ein Spieler nach dem Eröffnungsstoß eine Kugel korrekt und mit Ansage locht.

9-Ball ist die jüngste, schnellste und wohl spektakulärste Disziplin beim Poolbillard. Gespielt wird 9-Ball mit den Bällen mit den Nummern eins bis neun, die zu Spielbeginn in Form einer Raute mit der Neun in der Mitte auf dem Tisch aufgebaut werden. Ziel ist es, die Neun korrekt zu lochen. Wer das als erster schafft hat das Spiel gewonnen; auch hier besteht ein Match aus mehreren Spielen. Der Ball mit der niedrigsten Nummer auf dem Tisch muss immer als erster angespielt werden. Da aber Kombinationen erlaubt sind und eine wichtige Rolle beim 9-Ball spielen, eröffnet diese Disziplin vielfältige taktische Möglichkeiten. Fehler können schnell zum Spielverlust führen, so dass die Stars zum einen auf einem unglaublichen Niveau spielen müssen, zum anderen aber auch ständig für Dramatik gesorgt ist.

 

Snooker

Snooker ist eine Variante des Billardsportes, die 1875 von britischen Kolonialoffizieren in Indien entwickelt wurde. Im Mutterland Großbritannien ist Snooker ein Volkssport mit Aktivenzahlen fast wie beim Fußball. Die Fernsehübertragungen der großen Turniere auf den britischen Inseln sind auch heute noch Straßenfeger. Die Stars der Szene sind alleine durch die Preisgelder zu vielfachen Millionären geworden. Auch in Deutschland wird Snooker durch umfangreiche Fernsehübertragungen immer populärer. 

Auch beim Snooker ist der Tisch mit sechs Taschen versehen, aber gespielt wird auf einem 12-Fuß-Tisch. Der Tisch ist also erheblich größer als beim Poolbillard, während die Bälle deutlich kleiner sind. Hinzu kommt, dass die Tascheneinläufe beim Snooker abgerundet sind. Das macht ein erheblich höheres Maß an Präzision notwendig. Beim Snooker gilt noch in viel stärkerem Maße, dass nicht das sichere Lochen alleine entscheidend ist. Vielmehr hängt das Wohl und Wehe hauptsächlich davon ab, wo der weiße Spielball am Ende des Stoßes liegen bleibt, um aus den unzählbaren denkbaren Möglichkeiten auf dem Tisch eine möglichst spielbare zu arrangieren. Neben dem weißen Spielball wird Snooker mit 15 roten Kugeln und sechs andersfarbigen, der Einfachheit halber die Farben genannt, gespielt. Jeder Akteur muss, wenn er an den Tisch kommt, zunächst einen roten Ball spielen. Kann er einen der Roten lochen, ist eine Farbe an der Reihe, dann wieder rot und so weiter. Für eine korrekt gelochte rote Kugel bekommt man einen Punkt, während die Farben mit zwei bis sieben Punkten bewertet sind. Außerdem bleiben gelochte rote Bälle vom Tisch, während gelochte Farben immer wieder auf ihren Aufsetzmarken ausgesetzt werden, solange noch rote Bälle da sind. Nach dem Versenken des letzten roten Balles kann man noch einmal eine beliebige Farbe spielen. Nachdem diese wieder auf den Tisch kommt, beginnt das oftmals entscheidende Endspiel auf die Farben: Nun müssen die farbigen Kugeln in der aufsteigenden Reihenfolge ihrer Werte gelocht werden. Jetzt bleiben sie in den Taschen: gelb (2 Punkte), grün (3), braun (4), blau (5), pink (6) und schwarz (7). Wenn der Tisch leer ist, hat derjenige mit den meisten Punkten den Frame gewonnen. Ein Match besteht aus mehreren Frames. Ein Spieler bleibt solange am Tisch, bis er keinen Ball mehr locht oder ein Foul begeht.

Angesichts der Komplexität beim Snooker und der großen Distanzen ist es allerdings nicht immer möglich, Bälle zu lochen. Dann kommt dem Safety-Spiel taktisch entscheidende Bedeutung zu. Dabei geht es darum, den Spielball möglichst sicher abzulegen. Die Krone des Safety-Spiels ist ein Snooker: Dabei ist für die Weiße der Weg zu einem anspielbaren Ball durch andere Kugeln verstellt. Ein Snooker führt oftmals dazu, dass der Gegner keine sichere Ablage mehr erreichen kann und so dem Kontrahenten die vielleicht entscheidende Chance hinstellen muss.

Weitere Informationen zu den Snooker Regeln.

 

 

Textquelle: Deutsche Billard Union

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