Du bist hier: sportalis  >  Sportarten  >  Sonstiges  >  Agility  >  basic info

sportalis Basic Info

Agility

Kontaktzonengeräte, Slalomstangen, Tunnel. Was auf den ersten Blick wie ein Übungsplatz einer Fremdenlegion erscheint, verbirgt in Wirklichkeit etwas ganz anderes. Willkommen bei Agility. Dem neuen Leichtathletik-Parcour für den modernen Hund.

 

Wieder fliegt ein schmackhaftes „Leckerli“ Schäferhündin Maxi ins Maul. Mit Bravour hat sie die ersten drei Hindernisse des Parcours absolviert. Ein Lob und etwas Leckeres von Herrchen sind ihr gewiss, denn nur so ist der Fortschritt im Training gewährleistet. Herrchen und Hund als Team. Agility macht’s möglich.

 

Was 1977 als Pausenattraktion in London während einer Hundeschau begann, kam elf Jahre später nach Deutschland. Agility ist eine klassische Teamsportart. Ähnlich wie beim Springreiten führt der Mensch das Tier durch einen Hindernisparcours. Der wesentliche Unterschied: Der menschliche Teamgefährte darf seinen Partner nur mit Zeichen und Lauten den Weg zum Ziel weisen. Anfassen ist tabu. Das Ziel ist aber das Gleiche: Möglichst schnell ohne Fehler den Parcours zu bewältigen.

 

„Agility soll vor allem Spaß machen. Wir fangen mit einem Schnupperkurs an, der über acht Einheiten á 45 Minuten geht. Das hat mit Turniersport noch überhaupt nichts zu tun, “ erklärt Birgit Golombeck, die Hundetrainerin vom Agility Team Cologne. Ein Jahr sollten die Tiere sein, wenn sie mit dem Training beginnen wollen. Die Grundbefehle wie „Sitz, Platz und Bleib“ wären wünschenswert. Sind aber keine Voraussetzungen. Jeder kann mitmachen.

 

„Fred, nun komm!“ Fred horcht aufs Wort und springt über das Hindernis. Doch beim „Tisch“ will er nicht so recht. Statt wie es die Regel vorsieht 5 Sekunden ruhig liegen zu bleiben rutscht er über ihn hinweg und bellt anschließend Frauchen an. Warten auf Befehle. Was kommt als nächstes? Beagledame Nora bellt indes erfreut auf. Sie hat es für heute bereits geschafft. Den Trainingsparcours erfolgreich absolviert und Herrchen stolz gemacht.

Nora hat eine schwere Vergangenheit in einem Hundeversuchslabor hinter sich. „Für Sie ist es das Größte, sich hier beim Agility beweisen zu können“, schildert Jugendwärtin Angelika Wittkampf. „Generell ist die Entwicklung von Mensch und Hund positiv zu beurteilen, wenn man unseren Sport betreibt. Das Vertrauen zwischen Tier und Herrchen wächst, dem Hund wird eine Aufgabe gestellt und er wird zunehmend ausgeglichener, “ berichtet Golombeck. Der Lärm und das Gebell sind groß nach erfolgreich beendetem Training. Noch ein bisschen beschnuppern der anderen Trainingsgefährten, dann liegt der Hund aber auch bald äußerst kaputt unter dem heimischen Küchentisch.

 

„Agility fordert den Hund enorm, vor allem mental, dass zeigt sich dann in den eigenen vier Wänden, “ erläutert Wittkampf. Während Hund sich ausruht, ist Herrchen stolz auf seinen vierbeinigen Teamgefährten und bereitet ihm ein schmackhaftes Futter. Ein echtes Team eben. Gassi gehen scheint out.

 

Text: Malte Eckstein, Arne Lichtenberg, Lena Overbeck

Login                    Passwort