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Bogenschießen

Elegant galoppiert der legendäre Robin von Locksley durch den Sherwood Forest der englischen Grafschaft Yorkshire. Über seiner Schulter hängt ein Bogen und ein Köcher mit Pfeilen. Auf der Suche nach Gerechtigkeit bestiehlt er Reiche und bekämpft den skrupellosen Sheriff von Nottingham. Er zückt seine Waffe, nimmt einen Pfeil aus dem Köcher - peilt, schießt und trifft.

Seine ehrenwerten Motive rechtfertigen die Jagd mit Pfeil und Bogen. Die Legenden des sympathischen Volkhelden haben den Bogensport populär gemacht. Aber auch Robin Hoods Urväter waren mit dem Gebrauch von Pfeil und Bogen vertraut.

Die Geschichte der Jagd- und Kampfwaffe kann bis in die Steinzeit (20.000 Jahre v. Chr.) zurückverfolgt werden. Damals waren die Bögen aus hartem Holz gefertigt. Als Sehne wurden je nach Kultur Bambus, Fasern oder Tiersehnen verwendet. Zwar haben sich die Motive und die Ausrüstung der heutigen Bogensportler verändert - die Faszination hingegen, den Pfeil durch Kraft und Konzentration punktgenau ins Ziel zu schießen, ist geblieben.

Bogensport ist Ganzkörpertraining, da der gesamte Körper in den Bewegungsablauf mit einbezogen ist. Haltekraft, Konzentration und Körperbeherrschung sind Grundvoraussetzungen, um erfolgreicher Bogenschütze zu werden. Sogar in der Sporttherapie gewinnt der Bogensport zunehmend an Bedeutung. Gerade der Wechsel zwischen Muskelspannung und Entspannung in Verbindung mit einer bewussten Bauchatmung können dazu beitragen, Stressbelastungen zu bewältigen.

Bei den heutigen Sportbögen unterscheidet man im Allgemeinen zwischen Recurvebögen und Compoundbögen.

 

 

 

 

 

 

Der Recurvebogen zeichnet sich durch nach vorn gebogene Wurfarme aus, an der die Sehne anliegt. Der Kraftverlauf beim Spannen der Sehne ist linear ansteigend. Kraftaufwand und Wirkungsgrad sind hoch.

 

 

 Bild: www.archerydirect.de

 

An den Enden des Compoundbogens sind Rollen befestigt. Die Sehne wird über ein Flaschenzugeffekt gespannt. Der Zug-Kraftaufwand kann im Vergleich zum Recurvebogen bis zu 60% reduziert werden. Dies ermöglicht einen gleichmäßigen Krafteinsatz und längere Haltezeiten.

Meistens wird der Pfeil mit einer Ablasshilfe, der so genannten Release ausgelöst.

 

 

 

 

Bild: www.archerydirect.de

Beim modernen Bogensport gibt es Visiere und Stabilisationshilfsmittel, um eine höhere Zielgenauigkeit zu gewährleisten.
Wird ohne diese Hilfsmittel geschossen, so bezeichnet man die Bögen als Blankbögen.

Im Freien wird aus 90m, 70m, 60m, 50m und 30m Distanzen auf Zielscheiben geschossen. Die Scheiben stehen aufrecht in ca. 1,30m Höhe mit einem Neigungswinkel von 15°. Von den zehn Ringen werden jeweils zwei zu einer Farbrubrik zusammengefasst. Von innen nach außen sind die Ringe gold, rot, blau, schwarz und weiß. Die goldene Mitte zählt 10 Punkte. Nach außen hin nimmt die Punktzahl um jeweils einen Zähler ab, so dass der äußerste Ring 1 Punkt bringt.

Die internationale Dachorganisation der Sportbogenschützen ist die FITA (Federation Internationale de Tir a l`arc). Sie ist die größte und wichtigste Organisation der Sportbogenschützen.

In Deutschland haben sich zwei Verbände etabliert:

1. DBSV (deutscher Bogensport-Verband)

2. DSB (deutscher Schützenbund)

Eine gängige Wettkampfform für Bogensportler ist die FITA-Runde.  Dabei werden aus vier verschiedenen Distanzen jeweils 36 Pfeile, insgesamt also 144 Pfeile, auf die Zielscheiben geschossen.

Von 1900 bis 1920 zählte der Bogensport zu den olympischen Disziplinen. Da es zu jener Zeit noch keinen Internationalen Verband gab und somit kein einheitliches Reglement, wurde der Bogensport aus dem olympischen Programm genommen.
Erst 1972 feierte der Bogensport sein olympisches Comeback. Bei der Olympischen Runde werden zweimal 36 Pfeile aus 70m Distanz geschossen.

 

Die ersten Schritte:

1. Sicherer Stand, leichte Schrittstellung

2. Pfeil in die Sehne einsetzen

3. Bogen und Pfeil anheben und das Ziel anpeilen

4. erst jetzt wird die Sehne gespannt (Rechtshänder halten den Bogen mit der linken Hand (Bogenarm) und ziehen die Sehne mit der rechten Hand (Schießarm),  Linkshänder anders herum)

5a. dabei Bogenhand und Handgelenk möglichst locker lassen, Arm- und Schulterpartie anspannen

5b. abgewinkelter Ellenbogen des Schießarms zieht nach hinten, Ankerpunkt in Höhe des Kinns

5c. der Rücken bleibt beim Ziehen der Sehne gerade

6. Finger der Schusshand langsam lösen

7. Sehne gleitet aus den Fingern

8. "Alle ins Gold"

 

 Skizze: Joe Rohrer www.bogensport.ch: Schießauslage eines Rechtshänders

"Alle ins Gold" ... einen unglaublichen Schuss könnt ihr hier bestaunen. 

Text: Jutta Kühle

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