sportalis Gesundheitspotential
Inline-Skaten hat sich von einer Trendsportart in weniger als 10 Jahren zu einer der beliebtesten Sportart Deutschlands entwickelt. Legt man aktuelle Untersuchungen zu Grunde, dann bewegen sich in Deutschland mindestens 6 Millionen Skater auf Wegen und Straßen.
Den größten Teil dieser Menge macht mit geschätzten weit über 5 Millionen Skatern der Bereich der Recreation- und Fitness-Skater aus. Diese Art des Inline-Skatens verfügt über das größte Gesundheitspotenzial. Die Beanspruchung kann vom lockeren Spazierenskaten bis zum sehr sportlichen Fitness-Skaten sanft dosiert werden. Inline-Skaten verfügt über mehrere positive Effekte, die es zu einer wertvollen Gesundheitssportart machen:
Herz-Kreislauf-System - Inline-Skaten als Ausdauertraining
Wie alle Ausdauersportarten hat Inline-Skaten einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System. Das Inline-Skaten führt bei einem Untrainierten zu einer großen Verbesserung der Herz-Kreislauf-Tätigkeit. Ein untrainierter Mensch kommt beim Skaten nicht über eine Herzfrequenz von 140-160 Schlägen pro Minute. Diese Herzfrequenz ist optimal für das aerobe Ausdauertraining geeignet. Durch die gering ausgeprägte Fahrtechnik gelingt es dem Anfänger nicht, in den anaeroben Ausdauerbereich (über 4 Millimol Laktat pro Liter Blut) vorzustoßen. Fortgeschrittene Skater bewegen sich, genauso wie die Anfänger, meistens im aeroben Ausdauerbereich. Um über die anaerobe Schwelle zu gelangen, müssten die Fahrer eine Geschwindigkeit von 30 km/h und mehr erreichen. Diese Geschwindigkeit wird im Alltag allerdings selten umgesetzt.
Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Bochum belegt, dass die muskuläre Ermüdung beim Inline-Skaten der des Radfahrens sehr stark ähnelt. Die Herz-Kreislauf- Belastung ähnelt jedoch der des Laufens. Ein ungeübter Skater kann deshalb beim Inline-Skaten seine Kondition in kürzester Zeit enorm steigern.
Koordination
Aufgrund der geringen Kontaktfläche der Rollen mit dem Boden und der ständigen Umwelteinflüsse durch Unebenheiten sowie dem Gleiten auf einem Bein, erfordert Inline-Skaten eine höhere Koordinationsfähigkeit, als z.B. Gehen, Joggen oder Radfahren. Durch das Inline-Skaten wird die Koordination verbessert, dies wird sich auch auf den Alltag aus. Für ältere Personen ist dies besonders wichtig, da die Koordinationsfähigkeit im Alter nachlässt. Durch regelmäßiges Inline-Skaten kann mangelhafter Koordination vorgebeugt werden.
Bewegungsapparat
Inline-Skaten hat den Vorteil, dass es eine sehr Gelenk schonende Sportart ist. Daher eignet es sich im Gegensatz zum Jogging auch für übergewichtige Personen.
Skater beanspruchen Gelenke und Bänder, belasten sie jedoch nicht stark. Durch die häufigen Wiederholungen der Skate-Bewegung werden die Gelenke und Bänder in ihrer Funktion gestärkt. Dies bezieht sich vor allem auf die unteren Extremitäten. Beim Nordic-Skaten (LINK setzen) mit speziellen Stöcken werden zusätzlich noch die oberen Extremitäten mit einbezogen.
Auf den Oberkörper hat das klassischen Skaten ohne Stöcke dennoch einen positiven Einfluss: der Oberkörper wird durch die Haltemuskeln aufrecht gehalten, dabei wird die Rückenmuskulatur gestärkt. Untrainierte Personen klagen bei ihren ersten Ausflügen oft über Rückenschmerzen. Dies hängt mit der zu gering ausgeprägten Rückenmuskulatur zusammen. Abhilfe schafft entweder eine Reduzierung der Intensität bzw. der Dauer der Skatetour oder eine Pause von ein paar Tagen, bis sich die Muskulatur an die erhöhte Anforderung angepasst hat. Auf den folgenden Skatetouren sollte sich die verbesserte Muskulatur bemerkbar machen. Gerade untrainierte Personen werden schon in kurzer Zeit einen positiven Effekt feststellen können.
Die Beanspruchung durch wenige Stunden Inline-Skaten pro Woche empfiehlt sich vor allem für Personen, die in ihrem Arbeitstag viel Sitzen. Denn durch häufige und lange sitzende Tätigkeiten z.B. am Computer wird die Rückenmuskulatur eher abgebaut. Aber auch für alle anderen ist Inline-Skaten eine optimale Ausgleichssportart für den negativ beanspruchten Bewegungsapparat.
Psychisches Wohlbefinden
Die rhytmische Bewegung des Inline-Skatens in Kombination mit dem langen Gleiten scheint alle, die es schon Mal probiert haben nicht mehr so schnell los zu lassen. Ein gewisses Suchtpotenzial im positiven Sinn lässt sich dieser Sportart nicht absprechen. Aufgrund der beschriebenen Merkmale hat Inline-Skaten einen sehr starken Einfluss auf das Wohlbefinden. Schon wenige Kilometer auf Inline-Skates helfen auf dem Weg zum "persönlichen Gleichgewicht."
Soziales Wohlbefinden
Inline-Skaten kann eine sehr kommunikative Sportart sein. In den meisten Fällen skaten mehrere Personen miteinander und bei entsprechender Geschwindigkeit ist immer eine entspannte Unterhaltung möglich.
Besondere soziale Effekte stellen sich bei Veranstaltungen wie z.B. den Skatenights ein. Dort treffen sich mehrere tausend Skater, um entspannt durch die Stadt zu rollen. Neue Kontakte bleiben hierbei nie aus.
Inline-Skating - ein Gesundheitssport
Zum Risikopotenzial von Inline-Skaten
Inlineskaten steht, laut einer wissenschaftlichen Studie, bei den gesundheitsfördernden Sportarten an dritter Stelle. Vor dem Skaten kommen nur noch das Radfahren und das Schwimmen.
Inlineskating kann bei richtiger Anwendung eine sehr gesundheitsförderliche Sportart sein. Durch Nichtbeachten einiger Regeln kann sich dieser Sport jedoch schnell als sehr verletzungsträchtig herausstellen. Gerade in der ersten Boomphase des Sports wurde Inline-Skaten von den Medien als eine für die Krankenkassen teure Sportart dargestellt. Unfälle und Verletzungen resultieren auch heute noch sehr häufig aus der Kombination von schlechter Fahrtechnik (v.a Bremsen) und dem Fehlen der Schutzausrüstung. Mit dem Tragen von Handgelenk, Ellbogen und Knieschützern lassen sich vor allem Schürfwunden vermeiden. Der Helm sorgt dafür, dass der Kopf bei einem schweren Sturz keine langfristigen Schäden davon trägt.
Die beste Methode das Unfallrisiko beim Inline-Skaten zu verringern ist eine sichere Fahrtechnik. Diese erwirbt man sich am Besten durch einen Inline-Skate-Kurs, wie sie z.B. vom ADAC in Kooperation mit dem Skate-Network und dem Deutschen Rollsport- und Inlineverband angeboten werden. (LINK setzen) In diesen Kursen wird den Teilnehmern die richtige Fahrtechnik innerhalb von zwei Stunden vermittelt. Im Zentrum der Kurse steht das Bremsen. In Kombination mit dem regelmäßigen Skaten ist dies die beste Grundlage für Gesundheit und Spaß auf Inline-Skates.
Es empfiehlt sich, ein solches Training bei einer Inlineschule, oder einer geeigneten, fachlich ausgebildeten Person, zu absolvieren.
Statistisch gesehen, passieren die meisten Unfälle eines Inlineskaters auf den ersten 10 Metern.
Grundregeln für Inlineskater:
· Der Skater sollte jederzeit vorausschauend fahren, um eventuellen Gefahren rechtzeitig aus dem Weg gehen zu können.
· Die Schutzausrüstung sollte immer komplett getragen werden (Handgelenk-, Ellbogen-, Knieschutz und Helm)
· Inline-Skater dürfen nur auf Gehwegen oder in Fußgängerzonen bewegen.
· Die Geschwindigkeit sollte immer dem momentanen Verkehrsaufkommen auf den Gehwegen angepasst sein.
· Fußgänger und Radfahrer haben gegenüber den Skatern immer Vorrang.
Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg hat im Jahr 2003 unter anderem aufgrund des vielfältigen gesundheitlichen Nutzens Inline-Skaten als neue Schulsportart in den Lehrplan aufgenommen.
Text: Andi Mündörfer