sportalis Varianten
Der Pferdesport lässt sich in verschiedene Disziplinen unterteilen. Bei den Weltreiterspielen misst sich alle vier Jahre die „crème de la crème“ des Pferdesports aus den sieben Disziplinen Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Distanzreiten, Westernreiten, Voltigieren und Fahren.
Olympische Disziplinen sind die Dressur, die den Grundstein zur Ausübung aller Reitdisziplinen legt, das Springreiten, bei dem ein Parcours mit verschiedenen Hindernissen überwunden werden muss, und das Vielseitigkeitsreiten, das sich aus Dressur, Springen und Geländereiten zusammensetzt.
Die oben genannten Disziplinen sind die bekanntesten und beliebtesten, aber natürlich gibt es noch einige mehr.
Heute geht es vor allem darum, die Gesundheit des Pferdes unter reiterlicher Belastung zu erhalten, das Leistungsvermögen durch Körpertraining zu steigern und es auf möglichst sanfte, leichte und zwanglose Weise zu beherrschen. Das reiterliche Ausbildungsmittel, um dies zu erreichen, ist die über Jahrtausende verfeinerte Grundausbildung in der Dressur, die den Pferdekörper gymnastiziert, biegsam und geschmeidig macht und den Tragapparat kräftigt. Die Grundausbildung in der Dressur ist für jeden Reiter, ganz gleich welche Reitweise und welchen Pferdetyp er bevorzugt, ein unverzichtbares Fundament, um mit dem Pferd eine harmonische Einheit zu bilden.
Dazu sei gesagt, dass die Bezeichnung "Dressur" für den Reitanfänger irreführend sein kann. Mit Zirkusdressur, also dem oftmals widernatürlichen Abrichten von Tieren für Show-Zwecke, hat reiterliche Dressur nicht das Geringste gemein. Dressurreiten ist eine Disziplin, bei der die natürlichen Veranlagungen des Pferdes gefördert und verfeinert werden. Das Ziel ist, das Pferd mit minimalen Signalen („Hilfen“) zum Ausführen der gewünschten Aufgabe („Lektion“) zu veranlassen.
Zu den Hilfen gehören die Gewichtsverlagerung, der Schenkeldruck und die Zügelführung. Auch die Stimme ist eine hervorragende Hilfe für das Pferd, sie ist allerdings bei Dressurturnieren nicht zulässig. Der Reiter sitzt also nicht passiv auf dem Pferd, sondern geht aktiv in der Bewegung des Pferdes mit und wirkt permanent auf das Pferd ein. Wer bisher dachte, Reiten sei nicht anstrengend, der sollte sich am besten persönlich vom Gegenteil überzeugen. Gegen den Muskelkater in Armen, Beinen und Hintern hilft leider nur, es „auszusitzen“.
Dressurreiten
Das Dressurreiten als Sport entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Vergleich zwischen Offizieren und war, wie die meisten reitsportlichen Disziplinen, anfangs ausschließlich diesen vorbehalten. Das Reglement der seit 1912 olympischen Sportart geht auf die militärischen Anforderungen der europäischen Kavallerien zurück.
Die Dressur und auch das Springreiten sind in verschiedene Schwierigkeitsstufen von E bis S unterteilt: E steht für Einsteiger, A für Anfänger, L für Leicht, M für Mittelschwer und S für Schwer.
Auf Turnieren werden Reiter und Pferde in Dressuraufgaben mittels einer Wertnote von 0 (nicht gezeigt) bis 10 (ausgezeichnet) bewertet. Es wird entweder eine Note für die gesamte Aufgabe oder Noten für jede einzelne Lektion vergeben. Die Prüfung wird auf einem genormten Dressurviereck Einzeln oder in kleinen Gruppen durchgeführt und von bis zu 5 Richtern gemeinsam oder einzeln bewertet.
Die Dressuraufgaben bestehen aus einer bestimmten Anzahl von Lektionen, die in einer bestimmten Reihenfolge oder, in einer Kür, auch mit Musikuntermalung in frei gewählter Abfolge gezeigt werden. Das Pferd bewegt sich dabei in den so genannten Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf geraden und gebogenen Linien (Bahnfiguren), vorwärts, seitwärts oder auch rückwärts. Bewertet werden der Sitz und die Hilfengebung des Reiters, die Bewegung und Rittigkeit des Pferdes sowie die korrekte Ausführung der vorgegebenen Lektionen.
Heute sind weltweit Frauen im Dressursport führend. Deutschland ist seit Jahrzehnten auch auf Grund seiner Erfolge in der Pferdezucht dominierend. Bekannte deutsche Amazonen sind zum Beispiel Nicole Uphoff, Isabell Werth und Ulla Salzgeber.
Springreiten
Springreiten ist eine Disziplin des Pferdesports, bei dem Pferd und Reiter einen aus mehreren Hindernissen bestehenden Parcours in einer festgelegten Reihenfolge überwinden. Bei den Hindernissen kann es sich um Steilsprünge (Rick), Hochweitsprünge (Oxer), Gräben (Wassergraben) und Wälle handeln. Hindernisse können einzeln oder als Kombinationen mehrerer Einzelhindernisse auftreten.
Die Abmessungen der Hindernisse betragen normalerweise bis zu 1,60 m in der Höhe und 2 m in der Tiefe. Wassergräben dürfen maximal 4,50 m weit sein. In Einzelfällen können diese Abmessungen deutlich überschritten werden (Derby, Mächtigkeitsspringen). Bei Turnieren sind je nach Klasse verschiedene Mindest- und Höchstmaße zugelassen.
Das Durchreiten eines Parcours der Schwierigkeitsgrade E - S erfordert sowohl von Reiter als auch vom Pferd viel Geschick, Kraft, Mut und Koordinationsvermögen.
Zwar gibt es ähnlich wie in der Dressur auch so genannte Stilspringen, wo der Stil des Reiters und die Rittigkeit des Pferdes mit Wertnoten von 0 bis 10 bewertet werden. Bekannter und auf internationaler Ebene verbreitet sind allerdings diejenigen Prüfungen, in denen es auf eine möglichst geringe Fehlerzahl und eine schnelle Zeit ankommt. Sieger ist, wer alle Hindernisse ohne Strafpunkte in der schnellsten Zeit absolviert. Strafpunkte gibt es für Abwürfe, Stürze und Verweigerungen sowie für Zeitüberschreitung. Wenn der Reiter vom Pferd fällt, wird er disqualifiziert. Bei einer Springprüfung mit Stechen zählt im ersten Umlauf nur die Fehlerfreiheit. Der Sieger wird dann aus allen fehlerfreien Paaren in einem weiteren, verkürzten Parcours ermittelt.
Je bekannter die Teilnehmer und je schwieriger der Parcours, desto mehr Zuschauer werden angezogen. Auch wenn man nicht alle Feinheiten versteht ist dieser Sport packend und faszinierend. Gerade im Stechen bieten viele Reiter was fürs Auge, gehen häufig auf volles Risiko und holen alles aus ihren Pferden heraus.
Als das schwerste Springen der Welt gilt das Hamburger Springderby in Klein Flottbeck. Das besondere am Hamburger Derby ist der 1230 m lange Parcours, der seit 1920 weder in seiner Linienführung noch in seinen Hindernissen verändert wurde. Unter den weltberühmten Naturhindernissen ist wohl das bedeutendste bzw. das attraktionsreichste Hindernis - der Holstenwall: Dieser 3 m hohe Wall muss mit genügend Schwung angeritten werden, da auf ihm noch ein 1,20 m hohes Hindernis überwunden werden muss. Dann aber muss das Pferd fast zum Stehen kommen, um langsam den Wall herunterzurutschen und den richtigen Absprungpunkt zu finden. Nach dem Wall lauert nämlich bereits eine 1,60 m hohe Planke, für deren Anreiten nur ein Galoppsprung Platz bleibt. Sie ist eine der Hauptfehlerquellen des Parcours. Das Derby wird jedes Jahr von ca. 25.000 Zuschauern besucht. Das Preisgeld beträgt insgesamt 550.000 €, wovon dem Sieger des Derbys 250.000€ zustehen. Springreiter aus aller Welt bereiten sich häufig wochenlang auf dieses Turnier vor, für das sie meistens ein oder mehrere Pferde zur Verfügung haben, die speziell für den Derbyparcours trainiert werden. 2005 gelang Toni Hassmann mit Collin das Kunststück, den Parcours als einziger fehlerfrei zu überwinden, genau wie schon 2004.
Es gibt weitere Arten von Springprüfungen: Beim Zeitspringen gewinnt der Reiter mit der schnellsten Zeit, Fehler werden mit Zeitstrafen verrechnet.
Im Rahmen einer Springpferdeprüfung wird die Ausbildung und Eignung eines jungen Pferdes für den späteren Einsatz in Springprüfungen beurteilt.
Bei Mächtigkeitsspringen wird nur ein einzelnes Hindernis überwunden, dessen Höhe nach jedem fehlerlosen Überwinden erhöht wird.
Als Vorübung zum Springreiten dienen unter anderem die Stangenarbeit und Sprungreihen. Während junge Pferde meist noch sehr vertrauensvoll und willig über kleinere Sprünge springen, können Pferde durch eine falsche Reittechnik sehr schnell springunfreudig gemacht werden.
Auch im Springsport gehört Deutschland zur Weltspitze. Zu den bekanntesten deutschen Springreitern gehören zum Beispiel Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum, Marcus Ehning und Lars Nieberg.
Vielseitigkeitsreiten
Das Vielseitigkeitsreiten (früher „Military“) setzt sich, wie oben bereits erwähnt, aus den drei Disziplinen Dressur, Springen und Geländereiten zusammen. Je nach Schwierigkeitsgrad der Prüfung kommen eine Wegestrecke sowie eine Sichtung des Pferdes hinzu. Hier benötigen sowohl Reiter als auch Pferd viel Mut, Ausdauer, Geschicklichkeit und Flexibilität.
Zu den erfolgreichsten Vielseitigkeitsreitern in Deutschland zählen Bettina Hoy und Ingrid Klimke.
Marathon zu Pferd
Das Distanzreiten bedeutet das Reiten von langen Strecken (25 - 160 km), die hauptsächlich im Trab und Galopp zurückgelegt werden. Es ist sozusagen der "Marathon zu Pferd". Um eine Überforderung des Partners Pferd zu verhindern, finden über die Strecke verteilt strenge Tierarztkontrollen, so genannte VetGates statt, bei denen nach einer zeitlich begrenzten Pause Puls und Atemfrequenz sowie Muskulatur, Stoffwechsel und Gangwerk der Tiere überprüft werden.
Die Königsdistanz in diesem Marathon zu Pferde ist der 100 Meiler. Reiter und Pferd legen 160 Kilometer an einem Tag zurück. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg. Wer mit dem Distanzreiten anfangen will, der sollte es erst einmal mit einem kleinen Einführungsritt (EFR) versuchen. Das sind Distanzritte bis 39 Kilometer. Außerdem gibt es Schnupperseminare, wo man das Know how für die ersten Schritte in dieser Ausdauerdisziplin lernt.
Auch wenn der Distanzsport ein Wettkampf "gegen die Uhr" ist, nehmen viele Teilnehmer nach dem Motto "angekommen ist gewonnen" teil – genauso wie beim richtigen Marathon.
Westernreiten
Das Westernreiten ist eine aus dem amerikanischen stammende Reitweise, die sich stark an die Erfordernisse der Arbeit zu Pferde anlehnt. Auch hier gibt es Prüfungen in unterschiedlichen Disziplinen und Schwierigkeitsgraden. Wichtigste Disziplin des Westernreitens ist das Reining, die 'Westerndressur'. Die Pferde müssen möglichst eigenständig arbeiten und auf kleinste Gewichts- und Schenkelhilfen reagieren. Daher kommt die einhändige Zügelführung, da der Cowboy oder der Vaquero oft eine Hand frei haben mussten.
Spektakuläre Stopps (Sliding Stop), bei denen das Pferd mit der Hinterhand fast auf dem Boden sitzt, oder schnelle Drehungen (Spins) um die Hinterhand, verbunden mit rodeomäßiger Atmosphäre und Cowboykleidung prägen das Bild vom Westernreiten. Genau wie bei anderen Reitweisen gilt es aber auch beim Westernreiten, eine solide Ausbildung zu bekommen und sein Können permanent zu verbessern. Das bedeutet, wie bei jeder anderen Reitweise auch, in erster Linie das Üben von Basiselementen und nicht das Reiten von Show-Highlights, die, falsch geritten, den Pferden außerdem schnell gesundheitliche Schäden zufügen können. Westernreiten sollte daher auf keinen Fall mit Rodeoreiten verwechselt oder gleichgesetzt werden.
Im Gegensatz zum Englischen Reitstil (siehe Dressur) sind Westernpferde darauf trainiert, bei einem Impuls – zum Beispiel der Hilfe zum Antraben – zu reagieren und dann ohne weitere Einwirkung des Reiters in diesem Tempo zu bleiben. Im Englischen Reitstil wird dagegen auch nach der Hilfe zum Tempowechsel weiterhin mit Schenkeln, Kreuz und Zügeln permanent eingewirkt.
Voltigieren
Beim Voltigieren werden verschiedene Turn- und Gymnastikübungen allein oder in der Gruppe auf dem Pferd ausgeführt. Das Pferd läuft dabei in den Gangarten Schritt, Trab und Galopp an einer Longe, das heißt im Kreis. Das Zusammenwirken von Pferd, Longenführer und Voltigierer bildet die Grundvoraussetzung für diese Pferdesportart.
Gerade für Kinder ist das Voltigieren oft der Einstieg in den Pferdesport. In vielen Reitvereinen sind Voltigiergruppen nur für die Vorbereitung zum Reiten und die spielerische Annäherung an das Pferd gedacht.
Doch auf Turnierniveau betrieben ist das Kunstturnen auf dem Pferderücken ein anspruchsvoller Leistungssport, der wie wenige andere Sportarten den Menschen in vielerlei Hinsicht fordert. Es geht um Gleichgewicht, Kraft, Spannung, Beweglichkeit, Kreativität und nicht zuletzt um das gemeinsame Turnen in der Gruppe und die Sorge ums Pferd.
Ein Voltigierpferd sollte vor allem ruhig, brav, gutmütig und geduldig sein.
Es muss ausdauernd galoppieren können – auf Wettkämpfen ca. 12 Minuten – und eine schwungvolle, gleichmäßige aber doch ruhige Galoppade besitzen. Da der Voltigierer den Schwung für seine Übungen vom Pferd bekommt, wirken sich Ungleichmäßigkeiten (zu viel oder zu wenig Schwung) unmittelbar auf die Qualität der Übung aus.
Bei den olympischen Spielen 1920 in Antwerpen war auch das Voltigieren als Sportart vertreten.
Fahren
Der Fahrsport in Deutschland boomt, ob Freizeitfahrer oder Turnierfahrer, in den letzten Jahren haben sich immer mehr Pferdebegeisterte dieser Disziplin zugewandt. Einspännig, Zweispännig, Vierspännig, Tandem, Random, Pferde oder Ponies - alles ist möglich. Fahrsport bezeichnet im weitesten Sinne das Fahren mit Pferdefuhrwerken als Sport und zu Hobbyzwecken. Die Leine ist die wichtigste – und einzige ständige – Hilfengebung zum Steuern eines Pferdewagens oder einer Kutsche im Fahrsport. Sie entspricht den Zügeln beim Reiten.
Im Turniersport gibt es Dressurprüfungen, Geländeprüfungen, Hindernisfahren und die kombinierten Wertungen aus allen drei Prüfungen.
Beim Dressurfahren wird auf einem Fahrviereck eine vorgeschriebene Dressuraufgabe absolviert. Die Gymnastizierung des Pferdes und die Überprüfung des Ausbildungsstandes stehen im Vordergrund. Die Richter legen außerdem Wert auf stilechte Kleidung, Kutschen traditioneller Bauweise und dazu passende Pferde. Die Dressuraufgabe besteht wie beim Reiten vorwiegend aus Hufschlagfiguren und Tempiwechsel.
Hindernisfahren: Auf einem Parcours sind Kegelpaare innerhalb einer festgelegten Strecke möglichst schnell zu durchfahren, ohne einen Kegel umzuwerfen oder ein Paar auszulassen. Hier werden Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Gehorsam und Durchlässigkeit der Pferde abgefragt.
Herzstück eines jeden Fahrturniers ist die Geländeprüfung. Der Fahrt durch die Hindernisse gehen in der Regel Wegestrecken voraus. Länge der Strecke, Anzahl der Phasen und Hindernisse richten sich nach den Anforderungen in der jeweiligen Turnierklasse. Es müssen natürliche und künstliche Geländehindernisse, wie z.B. Brücken, kleine Bachläufe, enge und kurvenreiche Wege überwunden werden. Der Beifahrer (Groom) stabilisiert in schnellen Kurven die Kutsche durch Gewichtsverlagerung und sagt dem Fahrer häufig laut rufend die Linienführung bzw. den Weg durch die Hindernisse an.
Nicht umsonst wird Michael Freund als „Mr. Fahrsport“ bezeichnet: Bei Weltmeisterschaften gewann er bisher je vier Gold-, Silber- und Bronzemedaillen in der Mannschaft bzw. in der Einzelwertung, außerdem wurde der smarte Leinenkünstler elfmal deutscher Meister mit dem Vierspänner, dazu kommen zahllose Siege und Platzierungen bei Nationenpreisen.
Jagdreiten
Unter Jagdreiten versteht man das Reiten hinter Hunden. Geritten wird auf einer Geländestrecke mit feststehenden Hindernissen, wo alles möglichst naturbelassen ist. Jagdreiten ist Pferdesport, es wird kein Wild gejagt. Die Hunde (Meute) jagen auf der so genannten Schleppe, die mit einem Duftstoff gelegt wird. Die Reiter folgen in verschiedenen Feldern und überqueren dabei die Hindernisse. Viele Reiter machen aus reinem Vergnügen mit, ihnen geht es nicht um die Zeit. Am Ende wird manchmal noch der „Fuchs“ gefangen: Der Fänger des vorhergehenden Jahres ist der neue Fuchs, und die anderen Reiter versuchen, ihm ein Stück Stoff oder ähnliches abzujagen.
Die Jagdritte finden hauptsächlich im Herbst statt.
Die Fuchsjagd hat sportlich nicht viel mit dem oben genannten Jagdreiten zu tun. Zwar ist das Jagdreiten aus der Fuchsjagd hervorgegangen, mit dem Begriff wird aber allgemein eine Reitjagd auf Füchse verstanden. Eine spezielle Hundemeute sucht, verfolgt und tötet den Fuchs. Die Fuchsjagd ist in Deutschland und seit dem 1. Januar 2005 auch in England verboten. Viele Menschen sehen die Fuchsjagd als grausam und unzeitgemäß an.
Rodeo
Rodeo ist eine traditionelle nordamerikanische Sportart, die von mexikanischen Vaqueros und amerikanischen Cowboys beeinflusst ist.
Beim Rodeo gibt es das Reiten auf halbwilden Pferden (bronc riding) und Bullen (bull riding), bei dem sich der Reiter möglichst lange auf dem Tier halten muss ohne abgeworfen zu werden. Beim steer wrestling oder bull dogging muss der Rodeoreiter einen Stier zu Boden werfen. Das Einfangen von Kälbern mit einem Lasso, bei dem es auf Geschicklichkeit ankommt, wird calf roping genannt. Das barrel racing ist ein Pferderennen um drei auf einem Dreieckskurs angeordnete Fässer gegen die Zeit. Neben diesen gibt es noch weitere Disziplinen.
Rodeo ist nicht nur für die Rodeoreiter gefährlich. Auch die Tiere können verletzt werden. Viele Disziplinen sind auf traditionelle Arbeiten eines Cowboys zurückzuführen, beispielsweise das Einreiten eines wilden Pferdes oder das Einfangen von Rindern.
Die Gegner von Rodeos meinen allerdings, dass es reine Tierquälerei ist. Die Tiere sind keinesfalls wild, sondern führen eher das Leben von Zirkustieren und werden immer wieder eingesetzt. Häufig werden ihnen durch Manipulationen (Flankengurt, Sporen, vereinzelt auch Elektroschocker), Stress, Leiden und Schmerzen zugefügt.
Wanderreiten
Wie beim Wandern gibt es auch beim Wanderreiten eine hohe Bandbreite. Wanderritte können allein oder in Gruppen, geführt oder selbst organisiert, über einzelne Tage bis hin zu mehreren Wochen durchgeführt werden. Wie beim Wandern kann man auch hier Reitwanderkarten erhalten, die getestete und teilweise speziell fürs Wanderreiten gepflegte Wege mit allen notwendigen Stationen verzeichnen. Es können spezielle Abzeichen und Lehrgänge gemacht werden. Es gibt verschiedene Formen, das Wanderreiten zu praktizieren: aus „Spaß an der Freude“ oder in Wettbewerben. In jedem Fall steht das gemeinsame Erleben der Natur im Vordergrund.
Orientierungsreiten (T.R.E.C.) ist Wanderreiten mit Karte und Kompass als Wettkampf. Nach dem eigentlichen Orientierungsritt sind noch Aufgaben zu meistern, die das Vertrauen von Reiter und Pferd beweisen.
Pferderennen
Bei Pferderennen wird unterschieden zwischen Flachrennen und Hindernisrennen.
Bei den Flachrennen gibt es verschiedene Formen: Das Galopprennen ist die bekannteste. Hier ist jede Gangart erlaubt, daher wird immer der Galopp als schnellste Gangart gewählt. Häufig kann bei Galopprennen gewettet werden.
Bei Trabrennen ist der Galopp verboten. Hier wird das Pferd nicht geritten, sondern im Sulky gefahren.
Bei Töltrennen ist lediglich der Tölt erlaubt. Tölt ist eine Spezial-Gangart, die für den Reiter besonders angenehm und rückenschonend ist, da er im Gegensatz zu Trab und Galopp keine Sprung- bzw. Schwebephase hat und sich der Rücken des Pferdes dabei weder auf- noch abwärts bewegt.
Bei Hindernisrennen müssen in höchstmöglicher Geschwindigkeit Hindernisse bewältigt werden. Als eines der weltweit härtesten Rennen gilt die Steeplechase von Pardubice, die seit 1874 veranstaltet wird. Es ist ein traditionelles Pferderennen über 6.900 m, das im ostböhmischen Pardubice stattfindet. Der Parcours ist berüchtigt für die Größe der Hindernisse, nur ein geringer Teil der startenden Pferde erreicht überhaupt das Ziel. In den 114 Rennen bis zum Jahre 2005 starben bisher über 50 Pferde oder mussten eingeschläfert werden. Seit 1990 wurde das Rennen wegen seiner Härte massiv von Tierschützern kritisiert.
Text: Tina Srowig