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sportalis Varianten

Radfahren

1. Tourenradfahren

 

2. Rennradfahren

siehe sportalis-Rubrik Rennradfahren

 

3. Laufrad/Like-a-bike

Die Laufräder, die vor allem durch das Modell Like-a-bike des Herstellers Kokua bekannt wurden, entwickelten sich erst in den letzten Jahren. Eigentlich verwunderlich, da die Laufräder nicht nur großen Spaß machen, sondern auch schon sehr früh wichtige Grundlagen für die koordinative Entwicklung eines Kindes legen. Laufräder können ab einem Alter von zwei Jahren eingesetzt werden. Sie schließen in der Entwicklung die Lücke zwischen Laufen und Radfahren. Kinder sind sehr empfänglich für koordinative Aufgaben und danken die Nutzung eines Laufrades mit dem unproblematischeren Erlernen des Radfahrens.

Like-a-bikes kamen 1997 auf den Markt. Zunächst hatte dieses Vollgummibereifung, wurde aber nach einiger Zeit auch mit komfortablerer Luftbereifung angeboten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Nachahmungen, auch aus Metall.

www.kokua.de

 

4. Einradfahren

Beschreibung

Da es - wie der Name sagt - nur ein Rad besitzt, muss der Fahrer es aktiv in einer labilen Balance halten. Er sitzt dabei freihändig auf einem Bananensattel senkrecht über der Radnabe und tritt zwecks Bewegung und Balance in die Pedale - ähnlich wie beim Fahrrad. Durch das so genannte Pendeln, bei dem der Einradfahrer das Rad eine halbe Umdrehung vor- und zurückbewegt, kann das Einrad auch auf der Stelle gehalten werden. Sehr gute Einradfahrer können jedoch auch lange ohne Pedalbewegung auf dem Rad balancieren.

Die Kurbeln sind über die Tretlagerwelle fest mit der Radnabe verbunden. Anders als beim Fahrrad gibt es keinen Freilauf - gebremst wird daher durch Muskelkrafteinwirkung auf das Pedal gegen die Drehrichtung der Kurbel.

Normale Fahrradteile eignen sich nicht ohne weiteres, um daraus ein Einrad zusammenzubauen, da sie anders geformt sind (Sattel, Gabel) oder den Belastungen, die beim Einrad aufgrund der Kraftverteilung auf nur ein Rad an manchen Stellen höher ausfallen als beim Fahrrad, nicht standhalten (Speichen).

Einräder gibt es in verschiedenen Größen, von Miniatureinrädern mit einer Radgröße von 12 Zoll bis zu großen Einrädern mit einem Raddurchmesser von 50 Zoll. Die verbreitetsten Größen sind 20 und 24 Zoll. Kleinere Einräder sind wendiger und eignen sich so besser für Einradtricks, größere Einräder laufen ruhiger und ermöglichen höhere Geschwindigkeiten. Ähnlich verhält es sich mit der Kurbellänge: Kürzere Kurbeln ermöglichen eine schnelle, kraftvolle Beschleunigung, z. B. gut für das Fahren von Pirouetten; lange Kurbeln bieten eine bessere Hebelwirkung, gut fürs Geländefahren. Einräder mit einer eckigen Gabel ermöglichen es, bei verschiedenen Tricks die Füße darauf zu stellen.

Routinierte Einradfahrer bewegen sich auf dem Einrad so sicher wie Fußgänger und bewältigen problemlos auch längere Strecken; es gibt z. B. Berichte zu einer Fahrt über die Alpen und auch über die Durchquerung der USA. Dazu wurden Einräder mit besonderen Satteln und Handbremsen ausgestattet.

 

Besondere Einräder

Neben dem normalen Einrad gibt es noch das Hoch-Einrad oder Hochrad, auch "Giraffe" genannt. Das Hoch-Einrad hat einen längeren "Rahmen" (Verbindung zwischen Gabel und Sattel). Das Tretlager ist nach weiter oben, in normalem Abstand zum Sattel verlegt, und über eine oder zwei Ketten mit der Radnabe verbunden.

Die "Mountain Bike-Variante" des Einrads heißt "Mountain Unicycle" oder MUni. Es ist speziell für das Fahren im Gelände konzipiert. Daher ist es robuster gebaut als das normale Einrad und verfügt zudem über einen breiten Stollenreifen mit grobem Profil. Hinzu kommen die sehr stabile Nabe und Pedalen, die sehr guten Halt bieten. So kann überall dort gefahren werden, wo mit einem "normalen Einrad" kein Weiterkommen ist, also: Off-Road, auf Felsen, auf Gras, im Dreck, im Sand, auf Schnee oder auf Eis.

Das Ultimate Wheel ist ein Einrad ohne Sattel. Es besteht nur aus Rad und Pedalen, die direkt drehbar in der Felge montiert sind.

Das Impossible Wheel ist ein Einrad ohne Sattel und Pedale. Der Fahrer steht und "rollt" auf der beidseitig der Felge verlängerten Achse.

 

Sportarten auf dem Einrad

Auf dem Einrad lassen sich verschiedene Einradspiele und Sportarten betreiben, wie z. B. Hockey als Einradhockey oder Basketball als Einradbasketball. Ebenfalls werden mit speziellen, besonders robusten "Trialeinrädern" oder MUnis Trials gefahren.

 

Wettkämpfe und Meisterschaften

Regelmäßig alle zwei Jahre findet die Weltmeisterschaft im Einradfahren, Unicon, statt.

Auf Jonglierconventions und Treffen von Einradfahrern finden oft Wettkämpfe in Disziplinen wie Einradrennen und Einradküren statt.

 

Einradrennen

Einradrennen werden in unterschiedlichen Disziplinen ausgetragen, die weltweit anerkannt sind:

* 100m, 400m, 800m, 10 km, Halbmarathon, Marathon, Staffel

* Einbein

o Einrad einbeinig fahren.

* Radlauf

o Beim Radlauf wird das Rad nicht wie üblich mit den Pedalen angetrieben, sondern direkt mit den Füßen auf dem Rad "gelaufen".

* Obstacle

o Hindernisparcour

* Coasting/Gliding

o Beim Coasting wird ohne zu treten gerollt, dabei stehen beide Beine auf der Gabel. Das Gliding erfolgt analog, nur darf hier ein Fuß auf dem Rad schleifen.

* Hochsprung/ Weitsprung

* langsam Vorwärts/Rückwärts

 

Einradtricks

* Rückwärts fahren

* Pendeln: Sich auf dem Einrad auf der Stelle halten, indem der Reifen durch eine "Pendelbewegung" kurz hin- und herbewegt wird.

* Einbeinig Pendeln: Der obere Fuß befindet sich statt auf dem Pedal auf der Gabel oder wird vor dem Rad ausgestreckt.

* Einbeinig Fahren: Fußposition wie beim einbeinigen Pendeln und mit dem unteren Fuß holt man soviel Schwung, dass der obere die ganze Fahrt an der Gabel bleibt.

* Seat-out fahren: Der Sattel wird hinter oder vor dem Körper festgehalten, ohne dass man selber auf dem Sattel sitzt.

* Wheel Walking: Beide Füße befinden sich vorne auf dem Reifen eines Rades. Dieser wird durch kleine "Tippelbewegungen" langsam angedreht.

* Springen: Der Sattel wird zwischen den Oberschenkeln eingeklemmt oder mit den Händen gehalten. Durch Druck auf beide Pedale kann der Einradfahrer samt Rad hochspringen und auf der Stelle hüpfen. Bei Meisterschaften werden Wettkämpfe im Hochsprung und im Weitsprung ausgetragen. Das Springen ist auch eine wichtige Technik im Einrad-Trial und MUni.

* Stand up: Beim Stand up steht man mit einem Fuß auf der Gabel und treibt mit dem anderen den Reifen an. Das geht entweder vorwärts, das ist dann so wie 1ft wheel walk im Stehen oder rückwärts, das ist dann so wie kosh kosh im Stehen.

* Coasting: Beim Coasting wird einbeinig angefahren und der zweite Fuß ebenfalls auf die Gabel gesetzt. Dabei berührt kein Fuß den Reifen oder ein Pedal. Coasting gibt es in mehreren Varianten, z. B. Downhillcoasting oder Powercoasting.

 

Literatur

* Sebastian Höher: Einradfahren. Rowohlt Hamburg 1994 (ISBN 3499186543)

* Björn Dinklage - Bettina Bardell: Die Kunst des Einradfahrens. Edition Aragon (ISBN 3-89535-405-8)

 

Weblinks:

* Wettkampfbestimmungen für das Einradfahren des BDR: (Ausgabe 3/2002)  (PDF-Dokument) www.rad-net.de/modules.php

* Regeln der IUF(International Unicycling Federation): www.unicycling.org/iuf

* Einradtricks: www.jongliertricks.de/tricks.php

* Informative Seite über MUnis: einradfreak.at

 

5. Liegerad

Das Liegerad ist ein Fahrrad mit einer nach hinten geneigten Sitz- bzw. Liegeposition. Es verfügt im Unterschied zu einem herkömmlichen Fahrrad anstatt eines Sattels über einen Netz- oder Schalensitz. Das Tretlager und die Pedale sind ganz vorne angebracht; beim Kurzlieger vor und beim Langlieger hinter dem Vorderrad. Daneben existieren Sesselräder mit etwas aufrechterer Sitzposition, die auch als Scooterbikes bezeichnet werden. Bei einigen Modellen befindet sich der Lenker vor dem Oberkörper, bei anderen unter und neben dem Sitz. Liegeräder können nach einer kurzen Eingewöhnungsphase von allen Personen gefahren werden.

 

Die wichtigsten Vorteile sind

* eine sehr entspannte Körperhaltung (keine Belastung der Arme, Schultern, Handgelenke, praktisch keine Sitzprobleme),

* ein niedriger Luftwiderstand, was höhere Geschwindigkeiten als mit herkömmlichen Fahrrädern ermöglicht, besonders im Flachen und bei Gegenwind,

* die entspannte Körperhaltung und der niedrigere Luftwiderstand führen zu deutlich längeren durchschnittlichen Fahrtstrecken,

* auch am Berg ein leicht besserer Wirkungsgrad, da der Kreislauf das Blut nicht mehr über fast die gesamte Körpergröße pumpen muss.

Liegeräder haben konstruktionsbedingt oft höhere Rahmengewichte als gewöhnliche Räder, wobei neuere Materialien (besonders Carbon) zu Rahmengewichten führen, die sich nicht mehr wesentlich von denen von "normalen Rennrädern" unterscheiden. Stahlkonstruktionen und Alu-/Carbon-Kombinationen sind inzwischen mit Systemgewichten von um die 10 kg käuflich zu erwerben. Bei Liegerädern in höherer Sitzposition mit Alltagsausstattung gibt es bzgl. des Gewichts keine relevanten Unterschiede zu klassischen Fahrrädern.

Aufgrund der niedrigen Sitzhöhe sollten mit einem Tieflieger Radwege speziell an Ein- und Ausfahrten, die straßenseitig mit Fahrzeugen beparkt sind, vorsichtig passiert werden. Bei normaler Straßenbenutzung werden normalerweise wegen eventueller Unsichtbarkeiten keine Probleme berichtet.

Der üblicherweise höhere Preis von Liegerädern ergibt sich einerseits aus niedrigen Stückzahlen (Handarbeit oder Kleinserie), andererseits aus einer meist guten bis sehr guten Komponentenausrüstung. Grund für eine serienmäßig überdurchschnittliche Ausstattung ist, dass sich von Liegerädern vor allem Zielgruppen angesprochen fühlen mit weit über dem Durchschnitt liegenden Jahresfahrleistungen.

Beim Liegerad liegt der Schwerpunkt gewöhnlich tiefer als bei einem "Normalrad". Dadurch kommt es bei Stürzen praktisch nicht zum "Absteigen" über den Lenker.

Das Liegerad kann sogar - in historischer Sichtweise - als besonderes Sicherheitsrad bezeichnet werden, da Kopf und Rumpf bei abruptem Abbremsen nicht mehr zuerst auf ein Hindernis aufprallen, sondern der Ausleger des Fahrzeuges mit den Kurbeln und die Beine als Knautschzone dienen.

 

Wissenswertes

Der momentane Weltrekord über 6 Stunden auf ebener Strecke liegt bei 356,929 km (Axel Fehlau am 7. Mai 2000), was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 59,49 km/h entspricht. Der aktuelle Stundenrekord bei den Männern liegt bei 84,2 km und wurde von Sam Wittingham aus Kanada am 30. August 2004 aufgestellt. Bei den Frauen fuhr ebenfalls am 1. August 2004 Rosmarie Bühler 73,4 km in einer Stunde. Der Geschwindigkeitsrekord über 200 m mit fliegendem Start liegt derzeit bei 130,3 km/h (7.10.2002) und wurde ebenfalls von Sam Wittingham aufgestellt.

 

Liegeradtypen

Liegeräder gibt es mit Vorder- oder Hinterradantrieb, mit und ohne Tretlagerüberhöhung, direkt oder indirekt gelenkt, mit Oben- oder Untenlenker. Untenlenker versprechen eine besonders entspannte Position, Obenlenker sind meist aerodynamischer und einfacher zu fahren.

 

Es gibt weiter:

* Langlieger und

* Kurzlieger sind sowohl in der Stadt als auch zum Reisen geeignet,

* Tieflieger sind vor allem zum schnellen Fahren gedacht,

* Semitieflieger sind eine Symbiose aus Kurz- und Tieflieger und

* Scooterbikes oder Sesselräder vor allem für kürzere Strecken (Stadt) gedacht.

* Velomobile sind vollverkleidete Räder.

* Liegetandems, Liegedreiräder und Knicklenker (letztere immer mit Vorderradantrieb)

Wer sich genauer über die verschiedenen Liegeradtypen, ihre Vor- und Nachteile, Preise oder Vereine informieren will, dem sei ein Besuch auf der alljährlich im Frühjahr in Germersheim stattfindende Spezialradmesse – in der Szene liebevoll Spezi genannt – empfohlen. Dort kann man im best ausgestatteten Rundparcours Deutschlands die meisten der ausgestellten Modelle probefahren. Dies ist besonders hilfreich, wenn man sich einen Überblick über die doch teils recht unterschiedlichen Fahreigenschaften der einzelnen Modelle verschaffen möchte. Und mehr Auswahl zum Probefahren von Liege- und anderen Spezialrädern findet man sonst kaum.

 

Textquelle: Wikipedia

 

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