sportalis Basic Info
Nachdem in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch Hochräder das Bild des Radsports prägten, gelang gegen Ende des Jahrhunderts der endgültige Triumph des Radsports. Mit der Erfindung des Tiefradsports, begann auch der Siegeszug des Bahnradsports. Die erste Bahnrad- Weltmeisterschaft wurde 1893 für Amateure in Chicago veranstaltet. Das Pendant für die Profis fand zwei Jahre später statt. 1990 wurde in Paris der internationaler Radsport Weltverband, der UCI gegründet.
Auch als Olympische Sportart konnte sich der Bahnradsport seit dem Beginn der Spiele der Neuzeit 1896 (Athen) nahezu ohne Pause bis heute etablieren.
Die Radbahnen haben Rundenlängen zwischen 133,333 Metern und 500 Metern. Laut UCI muss die Runde einer Radbahn mindestens 250 Meter lang sein, um für Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele benutzt werden zu können. Die schnellesten Bahnen bestehen aus Holz, da hier der Reibungswiderstand am geringsten ist. Andere Baumaterialien sind Beton oder Asphalt.
Beim Bahnradsport wird zwischen Kurzzeit- und Ausdauerdisziplinen unterschieden.
Zu den Kurzzeitrennen zählen:
Sprint
Drei Runden müssen beim Sprint zurückgelegt werden. Der Start erfolgt gemeinsam. Während der ersten beiden Runden taktieren die Fahrer und suchen sich eine möglichst gute Ausgangsposition, um beim Schlussspurt die Nase vorn zu haben.
Teamsprint
Beim Teamsprint treten zwei Mannschaften (nur Männer) mit jeweils drei Sportlern gegeneinander an. Ebenfalls drei Runden gilt es zu absolvieren. Die Teams starten in den gegenüberliegenden Geraden der Bahn. Fahrer1 übernimmt das Tempo, Fahrer2 und 3 fahren im Windschatten. Nach der ersten Runde steigt Fahrer1 aus, Fahrer2 übernimmt das Tempo. Fahrer2 steigt nach der zweiten Runde aus, sodass Fahrer 3 das Rennen alleine zu Ende fährt.
Zeitfahren
Beim Zeitfahren legen die Männer 1000 Meter, die Frauen 500 Meter zurück. Gewonnen hat derjenige, der die kürzeste Zeit benötigt hat.
Keirin
Dieses Rennen wird über eine Distanz von 2000 Metern gefahren. Der so genannte Derny übernimmt die Führung und gibt für 1400 Metern die Geschwindigkeit vor. Der Derny darf von den sechs bis acht Fahrern nicht überholt werden. Hier ist es wichtig, eine taktisch gute Position einzunehmen. Wenn der Derny aussteigt, beginnt der reguläre Sprint bis ins Ziel.
Zu den Ausdauerdisziplinen zählen:
Einerverfolgung (Männer 4000 Meter/ Frauen 3000 Meter)
Bei dieser Renndisziplin starten jeweils zwei Sportler gleichzeitig auf den gegenüber liegenden Geraden. Wird ein Fahrer während des Rennens überrundet, ist das Rennen sofort beendet.
Mannschaftsverfolgung
Pro Rennen starten zwei Mannschaften mit jeweils vier Fahrern über die 4000 Meter Distanz (nur Männer). Gestartet wird gleichzeitig von den gegenüber liegenden Geraden. Jeweils der erste Fahrer eines Teams übernimmt das Tempo, während die anderen im Windschatten fahren. Je nach Kraft und Ausdauer wird im Rotationsprinzip der Frontfahrer ausgewechselt.
Punktefahren
Die Renndistanz beträgt für Männer 40km für Frauen 24km. Alle Teilnehmer starten gemeinsam. In regelmäßigen Abständen werden Sprintwertungen in das Rennen eingeflochten. Überrundet ein Fahrer das Feld, so winken 20 Punkte. Gewonnen hat der Fahrer der am Ende des Rennens die meisten Punkte hat.
Scratch
Dieses Rennen erfolgt wie ein Straßenrennen. Alle Fahrer starten gemeinsam. Die Frauen legen 10km, die Männer 15 km zurück.
Zweiermannschaftsfahren (Madison)
Jeweils zwei Fahrer bilden ein Team. Die Renndistanz beträgt 50 km. Während Fahrer1 an der unteren Kante der Bahn auf Tempo fährt, rollt Fahrer2 an der oberen Bahn Begrenzung im gemäßigten Tempo. Die Ablöse erfolgt mittels Schleudergriff. Dabei wird die Energie des Tempofahrers auf Fahrer2 übertragen. Dieser Wettkampftyp wird nur von Männern ausgeübt.
Text: Jutta Kühle