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Allgemeines
Schach (v. persisch: Schah: „König“; stehende Metapher: „das Königliche Spiel“) ist ein strategisches Brettspiel für zwei Spieler. Die Spieler versuchen den gegnerischen König schachmatt zu setzen. Hierbei ist lediglich das spielerische Können der Kontrahenten und nicht der Zufall entscheidend. Ähnliche Spielideen und vergleichbaren Stellenwert haben die in ostasiatischen Kulturen verbreiteten Varianten Go, Xiangqi, Shogi und Makruk. Vermutlich stammt der Vorläufer des uns heute bekannten Schachspiels aus Indien. Mit den Arabern verbreitete es sich schließlich bis nach Europa.
Beliebtestes Brettspiel Europas
Schach ist noch vor Dame, Mühle, Halma und Mensch ärgere dich nicht das populärste Brettspiel in Europa. Es wird sowohl zum reinen Vergnügen als auch wettkampfmäßig gespielt, in Schachvereinen, Turnieren, online oder per Brief und E-Mail (Fernschach).
Was hat Mathematik damit zu tun?
Um die Erfindung von Schach rankt sich die so genannte Weizenkornlegende. Der Erfinder Sissa ibn Dahir soll von seinem Herrscher gefordert haben, ihm als Lohn die 64 Felder des Bretts mit Weizenkörnern zu füllen. Auf das erste Feld verlangte er ein Reiskorn, auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte Feld vier, dann acht, usw. – eine einfache Exponentialfunktion, die sein Herrscher nicht durchschaute, denn sämtliche Welternten seit Beginn des Weizenanbaus würden nicht ausreichen um ihm diesen Lohn zu geben.
Diese Legende verdeutlicht: Schach ist überaus komplex. Allein die Zahl der theoretischen Stellungen der Figuren wird auf 2,28*1046 geschätzt. Vorausschauendes theoretisches Vorstellungsvermögen und Antizipation sind gefragte Eigenschaften. Jegliche Störversuche dessen sind strikt verboten.
Spielprinzip trotzdem einfach: „Königsmord“
„Schah“ – der König (persisch). Um ihn dreht sich das Spiel. Ihn gilt es „schachmatt“ zu setzen. Zwei Spieler versuchen abwechselnd ihre 16 Spielfiguren auf dem Schachbrett so zu ziehen, dass jegliche Abwehr, entweder durch das Schlagen der angreifenden Figur, durch das Schützen des Königs mit Hilfe einer eigenen Figur oder durch das Ausweichen des Königs auf ein nicht angegriffenes Feld mehr möglich ist. Schach darf nicht ignoriert werden.
Das Schlachtfeld und die Armee
Das quadratische Brett hat 64 Felder und ist dunkel und hell kariert. Jede Spielfigur hat unterschiedliche Bewegungsmöglichkeiten. Auf einem Feld darf immer nur eine Figur stehen.Die Startaufstellung (von links nach rechts)
Hintere Reihe:
Turm, Springer, Läufer, König, Dame, Läufer, Springer, Turm. Die Dame hat stets auf einem Feld ihrer eigenen Farbe zu stehen (weiße Dame auf weißem Feld).
Vordere Reihe:
alle acht Bauern
Zugmöglichkeiten der einzelnen Figuren
König
Er darf sich in jede Richtung bewegen (vor, zurück, zur Seite, diagonal), jedoch nur ein Feld weit. Auf Bedrohten Feldern gilt für ihn „Betreten Verboten“.
Dame
Sie hat als stärkste Spielfigur alle Bewegungsfreiheiten. Pro Zug darf sie beliebig weit in eine der Richtungen (vor, zurück, zur Seite, diagonal) rücken.
Turm
Er darf sich beliebig weit auf einer der Geraden (Linien, Reihen) bewegen.
Läufer
Ihm stehen nur die diagonalen Felder, der Farbe seines Startfelds zur Verfügung.
Springer
Er kann andere Figuren überspringen und bewegt sich entweder zwei Felder vor (zurück) und ein Feld zur Seite oder ein Feld vor (zurück) und zwei Felder zur Seite.
Bauer
Er kann ausschließlich ein Feld nach vorne ziehen. Aus der Startposition ist sogar der einmalige Zug über zwei Felder nach vorne erlaubt. Das Besondere am Bauern ist, dass er nur diagonal nach vorne schlagen kann. Erreicht ein Bauer das gegenüberliegende Brettende, darf er gegen eine höherwertige Spielfigur eingetauscht werden, meist gegen eine zweite Dame.
„Berührt – Geführt“
In der Regel beginnt der Spieler mit den weißen Figuren mit dem ersten Zug. Daraus resultiert für Profis ein in der Fachwelt allgemein bestätigter Tempovorteil (Anzugsvorteil). Dieser Vorteil zeigt sich auch am Ergebnis der Partien - Weiß gewinnt häufiger als Schwarz. Statistisch gesehen gewinnt Weiß 55% der möglichen Punkte. Ist eine Figur einmal berührt, muss auch mit ihr gezogen werden, sofern dies regelkonform möglich ist.
Sonderfall Rochade
Die Rochade bezeichnet einen Zug bei dem der König auf der Grundreihe zwei Felder nach rechts oder links zieht. Der jeweilige Turm auf dieser Seite überspringt dabei den König und steht nun auf dem Feld, welches der König übersprungen hat. Dies ist der einzige Zug bei dem zwei Figuren einer Farbe bewegt werden dürfen. Voraussetzung für die Rochade ist, dass die Felder zwischen König und Turm unbesetzt und unbedroht sind und beide Figuren davor noch nicht bewegt wurden.
Remis durch Ungeschick oder Passivität
Außer der Möglichkeit den generischen König schachmatt zu setzen, kann man auch durch Aufgabe das Spiel gewinnen. Sofern mit Schachuhren gespielt wird geht man zudem als Sieger hervor sobald die Bedenkzeit des Gegenübers abgelaufen ist.
Auch Unentschieden kommen vor - wenn auch selten. Kann ein Spieler durch eine bestimmte Stellung beispielsweise keinen regelgemäßen Zug mehr ausführen und steht sein König dabei nicht im Schach, spricht man von einem Patt.
Auch wenn beide Spieler selbst bei ungeschicktestem Gegenspiel keine Möglichkeit mehr haben, mattzusetzen, endet die Partie Remis durch eine tote Stellung.
Wenn 50 Züge lang keine Figur geschlagen und kein Bauer bewegt wurde (50-Züge-Regel), gibt es ebenfall keinen Sieger, genauso wie bei dreimaliger Wiederholung (nicht unbedingt hintereinander) derselben Stellung mit demselben Spieler am Zug und denselben Zugmöglichkeiten.
Text: Sebastian Last