Klettern - Informationen
Das Spiel mit der Höhe
Der Erlebnisfaktor, sich selbst in der Senkrechten fortzubewegen und die eigene Willenskraft, die psychische und physische Ausdauer zu testen, ist für viele eine begeisternde Erfahrung. Zudem ist die Bezwingung imposanter Höhen durch kraftvolle Körperbeherrschung und ästhetische Balance eine große Herausforderung.
Beim Klettern kommt es zum einen auf die relative Kraft (Kraft im Verhältnis zum Körpergewicht), zum anderen auf die Technik an. Eine gute Technik kann mangelnde Kraft ausgleichen und helfen Kraftreserven zu sparen.
Techniken
Eine grundlegende Bewegungstechnik beim Klettern ist der bewusste Einsatz des Körperschwerpunkts (KSP). Wichtig ist, dass der Hub (das Anheben) des Körpers überwiegend über die Beine geschieht, da die Armmuskulatur wesentlich schwächer ist. Dieser Hub kann nur dann sicher und ökonomisch durchgeführt werden, wenn sich der KSP über der Trittstelle befindet. Dies kann entweder durch eine Verlagerung des KSP über die Trittstelle geschehen oder im besseren Falle durch bewusstes Aufsetzten des Fußes unter den KSP.
Eine weitere Bewegungstechnik, die das Klettern vereinfacht, ist das „Eindrehen“. Dabei wird nicht frontal zur Wand geklettert, sondern seitlich. Der Vorteil der sich daraus ergibt ist eine größere Reichweite und oft eine stabilere Position an der Wand.
Ein besonderes Erlebnis ist das Klettern in der freien Natur. Hier geht es darum die Eigenschaften einer natürlichen Felswand zu erkennen, Spalten und Vorsprünge zu nutzen und selbstständig Griffe und Tritte zu finden.
Auch unter gesundheitlichen Gesichtspunkten kann das Sportklettern empfohlen werden.
Klettern als Gesundheitssport
Beim Klettern werden große Muskelgruppen, wie die komplette Rumpfmuskulatur beansprucht. Zudem sind auch oft vernachlässigte Muskelpartien an Fuß- und Handgelenken gefordert. Neben der relativen Kraft im Bezug zum eigenen Körpergewicht, werden auch andere konditionelle und koordinative Fähigkeiten, wie z.B. Gleichgewichts- Orientierungs- und Kopplungsfähigkeit, gefördert.
Die Sportart wird mittlerweile in zahlreichen Therapieformen eingebunden und findet auch im Sportunterricht zunehmenden Anklang.
Das Klettern in der Halle hat den Vorteil vom Wetter unabhängig zu sein. Zudem können konkrete Routen aller Schwierigkeitsgrade ausgewählt werden und so Techniken gezielter erlernt werden. Die meisten Kletterhallen verfügen neben zahlreichen Kletterrouten über Möglichkeiten, sich beim Bouldern auszutoben.
Dabei können in Absprunghöhe verschiedene Techniken ohne Sicherung, auch in Überhängen, erlernt werden. Das Boulder-Areal ist mit Weichböden unterlegt, so dass die Verletzungsgefahr minimal ist.
Um die Anlagen in Kletterhallen zu nutzen, müssen Kenntnisse im Sichern nachgewiesen werden. Für Anfänger empfiehlt sich die Teilnahme an Kletterkursen, die in den meisten Hallen angeboten werden. Hier werden Sicherheitsbestimmungen vermittelt, sowie Grundlagen des Kletterns erlernt.
Einsteiger beginnen mit einem Toprope- Sicherungssystem. Dabei wird das Seil am oberen Ende der Route umgelenkt. Der Partner sichert vom Boden aus.
Eine andere Sicherungvariante ist das so genannte Klettern im Vorstieg. Der Kletterpartner sichert ebenfalls vom Boden aus. Der Aktive hängt sich nach und nach selber in die Wand ein- diese Variante ist nur für Fortgeschrittene geeignet.