sportalis Basic Info
Prust!
Hechel,.... Wasserball, ...keuch!
Nach einer Partie Wasserball kann man gut schlafen. Schwimmen – Fangen
– Werfen – Schwimmen – Decken – Tauchen – usw. Wasserball wird mit
Ganzkörpereinsatz gespielt. Eine Art Handball gepaart mit Rugby im
Nassen.
In einem 20 x 10 (max. 30 x 20) Meter großem Spielfeld stehen sich
zwei 7er- Mannschaften gegenüber, die innnerhalb der Spielzeit
mögloichst viele Tore erzielen wollen.
Wasserball ist nichts für Nichtschwimmer, da 1,80 Meter Mindesttiefe
vorgeschreiben sind. „Haha“, denken sich jetzt große Leute, „ich bin
aber größer als 1,80 m!“ Nützt nichts, denn sobald man den Ball
bekommt darf man den Beckenboden nicht mehr aktiv berühren.
Pause bitte!
Viermal Acht Minuten wilde Aqua-Aktion gilt es durchzuhalten. Zwei, fünf und nochmal zwei Minuten Pause müssen zur kurzen Regenertion zwischen den Vierteln ausreichen. Zusätzlich besteht jedoch die Möglichkeit während des Spiels eine Auszeit von einer Minute zu nehmen. Dazu ein Hinweis:
Nimmt die in Ballbesitz befindliche Mannschaft eine zusätzliche Auszeit, so gibt es für den Gegner einen Freiwurf an der Mittellinie. Nimmt die nicht in Ballbesitz befindliche Mannschaft eine Auszeit, gibt es einen Strafwurf.
30 seconds remaining...
Beim Anschwimmen zu Beginn eines jeden Spielviertels wirft der
Schiedsrichter den Ball an der Mittellinie etwa 1 m vom Rand in das
Wasser.
Bei jedem Ballwechsel darf die im Ballbesitz befindliche Mannschaft 30
Sekunden versuchen ein Tor zu werfen. Diese Zeitspanne kann aber
wieder ’’aufgeladen ’’ werden. Und zwar durch eine errungene Ecke,
eine Hinausstellung eines Verteidigers, einen Torschuss, eine Aus-Zeit
oder den einfachen Ballwechsel. Ein Tor kann nur dann erzielt werden,
wenn der Ball zuvor von zwei Spielern gespielt (absichtlich berührt)
wurde.
Rotkäppchen im Tor
Ein Tor ist drei Meter breit und 0,90 Meter hoch. Die Torlinie befindet sich 30 cm vor der Torauslinie. Der Torwart bekommt als Einziger eine rote Badekappe aufgesetzt. Die sechs weiteren Feldspieler eines Teams tragen hellere Kappen (mit Ohrschutz).
Übrige Positionen
Richtige „Stammpositionen“ gibt es nicht. Man kann im warsten Sinne des Wortes von fließenden Übergängen sprechen. Nur der Torwart darf seine Hälfte nicht verlassen.
Natürlich existieren aber auch in dieser Sportart taktische Einteilunugen. Die Hauptaufgabe des Centers zum Beispiel ist es, den Überblick über das Geschehen zu behalten. Mit dem Rücken zum gegnerischen Tor soll er dementsprechend versuchen, ungedeckte Mitspieler in Szene zu setzen. Er ist aufgrund seiner zentralen Position oft in harte Zweikämpfe verwickelt. Sein direkte Gegenspieler, der Centerverteidiger, wechselt oft, da aus dieser Rolle häufiger Fouls und damit die Gefahr von Verweisen resultieren.
Im Mittelfeld kommt es auf Schnelligkeit und Kondition an. Mittelfeldspieler sind ständig in Bewegung, im Wechsel zwischen Defensive und Offensive. Schließlich komplettieren noch Abwehrspezialisten das Team. Jeder darf beliebig oft aus- und eingewechselt werden.
Von Schmetterling bis Hundekraul
Wie man sich im Wasser fortbewegt ist jedem selbst überlassen. Effektivität bestimmt in der Regel die Art und Weise. Selbst Tauchen is nicht verboten, jedoch zwecks Spielübersicht abzuraten. Der Kraulstil setzt sich meist durch wenn es auf maximale Beschleunigung ankommt oder beim „Dribbeln“ mit dem Ball. Hierbei führt der Kopf das Spielgerät.
Das Prinzip des Wassertretens verschafft Erholung, da hierbei der größtmögliche Auftrieb erricht werden kann. Besonders Torhüter praktizieren diesen Stil. Durch einen räftigen Bein(grätsch)schlag können sie sich ohne Abdruck vom Boden, bis zum Bauchnabel aus dem Wasser hiefen, um Würfe abzuwehren.
Ballführung einhändig
Prinzipiell darf der Ball mit jedem Körperteil berührt werden. Einschränkungen gibt es nur insofern, dass man immer nur eine Hand/Arm den Ball führen darf und sowieso nie mit der Faust gespielt werden darf. Nur dem Keeper ist es erlaubt beide Hände im 5-Meter-Raum gleichzeitig einzusetzen.
Ecken verkehrt
Fälscht ein Abwehrspieler einen gegnerischen Torwurf ins Toraus ab, gibt es Torwartabwurf. Wehrt allerdings der Torwart in Toraus ab, bekommen die Angreifer Eckball zugesprochen.
Die drei Bereiche
- Der Zwei-Meter-Raum: zwischen Torlinie und Zwei-Meter-Linie.
Der Bereich ist am Beckenrand rot markiert. Nur für den Torwart.
- Der Fünf-Meter-Raum: zwischen Zwei-Meter-Linie und Fünf-Meter-Linie.
Der Bereich ist gelb markiert.
- Der Bereich zwischen der Fünf-Meter-Linie und der Mittellinie
ist grün markiert.
Älteste olympische Mannschaftssportart
1900, lange vor Tennis und Fußball wurde Wasserball olympisch. Damit ist es die älteste Mannschaftssportart. Erst hundert Jahre später folgten die Frauen (2000).
Zur Entstehungsgeschichte des Wasserballs gibt es verschiedene Aussagen, die sich jedoch nicht widersprechen. Zum einen ist belegt, dass das Wasserballspiel wahrscheinlich erfunden wurde, um Schwimmveranstaltungen attraktiver gestalten zu können. Zum anderen sollen Rugby-Spieler ihr Feldspiel auf ein Schwimmbecken (Waschhaus) übertragen haben. Dementsprechend heftig ging es in den Anfängen zur Sache. Früher existierten auch keine Tore, sondern eine schwimmende Plattform auf die der Ball gelegt werde musste.
Vom Ursprungsland England aus verbreitete sich das Wasserballspiel als Wettkampfspiel gegen Ende des 19. Jahrhunderts über den europäischen Kontinent und nach Nordamerika. Nach der Einführung von Toren und einem geeigneterem Spielball gewann „water polo“ größerere Attraktivität.
In Deutschland wurde Wasserball erstmals 1894 im Schwimmclub Borussia Berlin gespielt, 1912 zum ersten Male eine „Deutsche Wasserballmeisterschaft“ ausgetragen.
Pionierarbeit im Frauenwasserball leisteten die Niederlande, wo bereits 1908 die erste Partie gespielt wurde.
Fouls
Einfache Fouls:
- Ball unter Wasser drücken
- Gegner wegdrücken
- Stören des Ballführenden
- Angrfiffszeit läuft ab
- Spielverzögerung nach Ecke, Torab- oder Strafwurf
- falsche Ausführung des Strafwurfs
- Behindern eines Spielers, der nicht im Ballbesitz ist
- zusätzliche Auszeit
Freiwurf
Schwere Fouls:
- Festhalten, Zurückziehen eines Schwimmers
- Behinderung eines Eck-, Torab- oder Freiwurfs
- Heben beider Arme außerhalb des eigenen Fünf-Meter-Raums
kurzzeitige Hinausstellung (Zeitstrafe 20 Sekunden)
Sehr schwere Fouls:
- Stören bei Strafwurf
- Ungehorsamkeit
- Unerlaubtes Verlassen des Spiels
dauerhafte Hinausstellung mit Ersatz
* Brutalität - geahndet mit einer dauernden Hinausstellung ohne Ersatz: Der Spieler ist für die nächsten beiden Spiele nicht teilnahmeberechtigt!
Es wird auf Hinausstellung ohne Ersatz entschieden, wenn ein Spieler
a) einen Gegenspieler oder das Kampfgericht schlägt oder tritt oder sonst wie eine Art von Brutalität ausführt,
b) oder dieses versucht
Kleines Taktik-Einmaleins
Moderner Wasserball beinhaltet sehr viele verschiedene Spieltaktiken, die je nach Situation angewendet werden und zum gr0ßteil auf "Überzahlspiel" basieren.
Das 4-2-System ist die häufigste Spielsituation im Wasserball. Sie wird bei normalen Angriffen, aber am meisten in Überzahlsituationen praktiziert.
Das 3-3-System kommt meist in kleinen Hallen zum Einsatz, in denen nicht genug Platz für vier Spieler nebeneinander ist.
5-1-Systeme werden von fortgeschritteneren Mannschaften gespielt. Hier wird der Überraschungseffekt einer in Unterzahl spielenden Mannschaft ausgenutzt, denn so schnell kann man gar nicht umdenken und eine effektive Verteidigungsaufstellung finden.
Die in Unterzahl spielende Mannschaft versucht vor ihrem eigenen Torraum möglichst immer einen Spieler zwischen zwei Angreifer zu stellen. An besonders gefährlichen Stellen kann auch eine (Mann-)Pressdeckung angewendet werden.
Ball-Daten
Der Ball hat ein Gewicht von 400 - 450 Gramm und einen Umfang von 68 - 71 cm. Bälle für Herren sind größer als die für Kinder und Frauen.
* Europameisterschaften werden seit 1926 (Männer) bzw. 1985 (Frauen) ausgetragen und waren bis 1997 Bestandteil der Schwimm-Europameisterschaften.
* Weltmeisterschaften seit 1973 (Männer) bzw. seit 1986 (Frauen) als ein Programmpunkt der Schwimm-Weltmeisterschaften ausgetragen.
* Seit 1979 kämpfen die acht weltbesten Mannschaften der Männer und Frauen zudem um den FINA-Weltcup.
* Jüngster Wettbewerb ist die jährlich veranstaltete FINA-Weltliga, die seit 2002 (Männer) bzw. seit 2004 (Frauen) auf verschiedenen Kontinenten ausgetragen wird.
Die deutsche Dachorganisation ist der Deutsche Schwimm-Verband (DSV).
Text: Sebastian Last