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Cricket – Englands tatsächlicher Nationalsport
Cricket ist ein traditionelles englisches Schlagballspiel, ähnlich dem amerikanische Baseball. Um es einfach zu sagen, ein Duell zwischen Werfer und Schlagmann.
Die Feldmannschaft um den Werfer versucht mit einem Ball das Wicket der Schlagmannschaft zu zerstören, die wiederum den Ball möglichst weit weg schlagen will, um durch viele Runs Punkte zu sammeln. Dazu benutzen die Schlagmänner Schläger aus Weidenholz (Cricketwillow).
Pitch, Wickets und Innings
Das Cricket-Feld ist oval und von nicht vorgeschriebener Größe (100-140m Durchmesser). Sein Herzstück befindet sich in der Mitte. Es ist die so genannte Pitch, ein 20m langer und drei Meter breiter Streifen. Auf beiden Enden der Pitch werden die Wickets aufgestellt. Das sind drei senkrecht in den Boden gesteckte Stäbe, auf denen zwei Querstäbe liegen.
Wie im Fußball bilden elf Spieler eine Mannschaft. Die beiden Teams stehen sich je Spieldurchgang (Inning) immer abwechselnd als Schlag- und Feldmannschaft gegenüber. Ein Spiel kann auf ein oder zwei Innings pro Mannschaft angesetzt sein und zwischen einem Nachmittag und mehreren Tagen dauern.
Zwei gegen elf – Die Schlagmannschaft
Die Schlagmannschaft bietet nur zwei Spieler gleichzeitig auf, die beiden Schlagmänner. Sie postieren sich vor den beiden Wickets. Der angespielte Schlagmann heißt Striker.
Sobald dieser den Ball möglichst weit weg schlagen konnte, kann ein Run gestartet werden. Ein Run bezeichnet einen Lauf der Schlagmänner von einem Wicket zum anderen.
Die Schlagmänner müssen aber nicht zwangsläufig loslaufen. Es ist ihre eigene Entscheidung, ob sie glauben ausreichend Zeit zu haben, um das andere Wicket zu erreichen. Sie sollten sich aber einig sein! Es kann beliebig oft hin und her gerannt werden.
Die Schlagmänner halten ihre Schläger während der Runs in den Händen. Beim Umkehren zum nächsten Run berühren sie den Boden hinter der Startlinie (mit dem Schläger).
Die Feldmannschaft
Im Gegenzug versucht die Feldmannschaft auf schnellstem Wege das Wicket des Strikers mit dem Ball zu zerstören. Kommt einer der Schlagmänner nicht rechtzeitig hinter die Schlaglinie (Popping crease) an seinem Pitch-Ende, bevor die Feldmannschaft mit dem Ball das Wicket getroffen hat, so ist er ausgeschieden. Das Wicket ist dann zerstört wenn mindestens ein Querstab herunter fällt.
Die Feldmannschaft spielt in voller Besetzung. Dazu zählen der Werfer, der von einem Ende der Pitch auf einen der Schlagmänner „bowlt“, der Wicket-Keeper, hinter dem angebowlten Schlagmann und dem Wicket sowie die restlichen neun, auf dem Spielfeld verteilten Spieler (Fielders). Nach sechs gebowlten Bällen (ein Over) wechselt der Werfer und es wird vom anderen Ende der Pitch auf einen anderen Schlagmann gebowlt.
Das Spielende
Jeder Schlagmann spielt so lange, bis er ausgeschieden ist und wird dann durch den nächsten Schlagmann, ersetzt. Sobald zehn der elf Schlagleute ausgeschieden sind, ist das Inning beendet. Das Schlagrecht wechselt bzw. das Spiel ist zu Ende.
So scheiden Striker aus:
Pauschal mehrere Punkte
Wenn der Ball vom Striker bis zur Begrenzung des Platzes geschlagen wird, aber er noch innerhalb des Platzes den Boden berührt, zählt dies sofort vier Punkte. Sechs Punkte werden hingegen erreicht, wenn der Ball die Begrenzung des Platzes überwindet ohne zuvor den Boden zu berühren. Diese beiden Arten werden als Boundaries bezeichnet.
Wides sind Bälle, die so weit am Schlagmann vorbei gebowlt werden, dass dieser keinen normalen Schlag ausführen kann. Das gibt automatisch einen Punkt (Run) für die Schlagmannschaft.
Nichts verstanden?
Die Cricket-Regeln muten kompliziert an. Detaillierte Informationen bietet deshalb der Marylebone Cricket Club (MCC) in London, der als oberste Instanz der Cricket-Regeln anerkannt ist, obwohl internationales Cricket unter der Führung des International Cricket Council (ICC) durchgeführt wird. Hier der Link
Die „Bowling“-Technik
Beim Bowlen kommt die Energie aus einer Rotation des Armes um die Schulter und einer Drehung des Oberkörpers. Der Wurfarm darf, sobald er die Höhe der Schulter erreicht hat, nicht mehr gestreckt werden. Normalerweise bowlt man so, dass der Ball vor dem Schlagmann auf dem Boden aufkommt, obwohl das nicht in den Regeln vorgeschrieben wird. Trifft der Schlagmann volley unter Hüfthöhe vorstößt das allerdings gegen das Regelwerk.
Der Schlagmann hat nun die schwierige Aufgabe Steigungswinkel und seitliche Abweichungen des gebowlten Balls exakt zu erkennen, um diesen zu treffen. Werfer versehen den Ball absichtlich mit Spin oder anderen unkontrollierbaren Wurftechniken.
Text: Sebastian Last