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Bowling

Bowling – von wegen amerikanisch

Um eines vorab klar zu stellen: Bowling ist keine ur-amerikanische Erfindung. Deutsche und holländische Auswanderer importierten um 1870 das Kegelspiel über den Atlantik nach Amerika, ehe es von dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts wieder den Weg zurück nach Europa fand – unter dem neuen Namen „Bowling“.

Zwischen Kegeln und Bowling ergaben sich in Übersee trotzdem Unterschiede. Bowling entstand aus der Sportart Kegeln, als dieses in Amerika als Glücksspiel verboten wurde. Um das Verbot zu umgehen, nahmen clevere Leute zu den neun Kegel-Pins kurzerhand einen weiteren, zehnten hinzu. Durch eine veränderte geometrische Aufstellung der Pins, von einem Viereck zu einem Dreieck, war schließlich das heutige Bowling als Unterart des Kegelns geboren.

Pin-Anordnung

Nähere Geschichtsinformationen findet ihr hier. 

Bowling ist eine Sportart für jede soziale Schicht und Altersgruppe. Kein Wunder, vereint Bowling doch Sport-, Erlebnis- und zumeist auch Gastronomievergnügen unter einem Dach. Außerdem hat Bowling in den Betriebssportligen eine hohe Beteiligung. Ein eindeutiges Plus: Bowling erleichtert die Integration durch Kommunikation und Gruppendynamik.

Bei der Wahl der Sportstätte ist aus gesundheitlichen Gründen unbedingt eine rauchfreie Einrichtung vorzuziehen. Bowlingverein und Spielstätte haben leider meist nichts miteinander zu tun.  Das heißt, dass die Bahnbesitzer Nutzungsgebühren verlangen, die nicht in den Vereinmitgliedsbeiträgen enthalten sind, so dass ständige Kosten für Spielbetrieb und Training nicht unterschätzen werden sollten.

 

Konstanz in den „Würfen“ 

Wie lautet das Ziel des Spiels? Klar, möglichst oft alle Pins auf der Bahn abzuräumen. Die Herausforderung besteht hierbei vor allem in der Konstanz der Würfe. Es werden zehn Durchgänge, genannt Frames, gespielt, mit maximal zwei Würfen pro Frame. Die Bezeichnung „Wurf“ führt leicht in die Irre, da der Bowlingball (falsch wäre die „Bowlingkugel“) gerollt wird.

 

Vom Split bis zum Bagger

Bleiben nach dem ersten Wurf zwei auseinander postierte Pins stehen wie z. B. die Pins links und rechts außen, spricht man von einem Split. Bleibt zusätzlich der so genannte 1er Pin vorne mittig unberührt, ist dies ein „Washed out“.

Werden beim ersten Wurf alle Pins abgeräumt, spricht man von einem Strike. Gelingt es erst nach zwei Versuch, ist das ein Spare. Zwei Strikes in Folge werden als Double bezeichnet, drei sind ein Turkey, vier ein Bagger. Ab dem fünften Strike in Folge spricht man von einem ... in a row.

 

Bonuspunkte sammeln…

Für die Punkte werden pro Frame alle umgeworfenen Pins gezählt. Im Falle eines Spare werden zusätzlich auch die Punkte des nächsten Wurfs dazu addiert. Die höchste erreichbare Punktzahl ist also 20 (10+10). Beim Strike werden sogar die nächsten zwei Würfe mitgezählt, so dass sich die Punktzahl auf maximal 30 erhöhen kann.

 

…bis zum perfekten Spiel

Wird im letzten Frame des Spiels ein Spare oder ein Strike erzielt, darf noch ein dritter bzw. vierter Ball geworfen werden, um das Ergebnis zu ermitteln. Für das legendäre perfekte Spiel (300 Punkte) sind demnach „nur“zwölf Strikes in Folge nötig.

 

Richtig zielen ohne Kraft

Bowling hat wenig mit Muskelkraft zu tun. Der Schwung aus der Pendelbewegung vor dem Abwurf reicht aus, um dem Ball zu beschleunigen. Schaut man währenddessen nicht auf die Pins, sondern auf die Pfeile, die sich im ersten Drittel der Bahn befinden, erhöht dies die Treffgenauigkeit. Anfänger mit einem geraden Wurf sollte versuchen, über den mittleren Pfeil zu werfen. Wichtig ist auch, dass man den Wurf möglichst immer von der gleichen Stelle beginnt.

Fortgeschrittene Bowler versetzen den Ball in eine seitliche Rotation, wodurch er einen Bogen oder Haken schlägt. Läuft der Ball nämlich schräg zwischen dem ersten und einem der beiden dahinter stehenden Pins ein, verbessert dies die Chancen auf einen Strike. Selbst wenn der Ball frontal auf den 1er Pin trifft, ist eine Kettenreaktion zu den Seiten Glücksache, was oft unräumbare Splits zur Folge hat.

 

Fingerspitzengefühl

Üblicherweise stecken die beiden mittleren Finger und der Daumen in den drei Löchern. Stecken nur die Fingerkuppen in den Löchern, ist eine Rotation eher realisierbar und leichter zu kontrollieren. Die Löcher unterscheiden den schweren, größeren Bowlingball gleichzeitig von der lochfreien Kegelkugel.

 

Die „Rutsch“-Bahn

Die ca. 18m lange Bowlingbahn (ca. 1m breit) aus lackiertem Holz oder aus Kunststoff ist üblicherweise mit einem dünnen Ölfilm überzogen. Das letzte Drittel der Bahn ist jedoch trocken. Bei einem rotierenden Ball sorgt das Öl dafür, dass die Seitenrotation erst kurz vor den Pins Wirkung zeigt.

Des Weiteren gibt es noch die Foulline, eine (schwarze) Linie, die Anlauf und Lauffläche voneinander abgrenzt. Zusätzlich ist sie durch eine Lichtschranke mit dem Computer verbunden, um Fouls zu erkennen. Bei einem Foul ist der Wurf ungültig.

 

Die Pins

Die Pins sind als gleichseitiges Dreieck mit einer Kantenlänge von 91,44cm angeordnet; eine Spitze des Dreiecks zeigt zum Spieler. Ein Pin ist 38,1cm hoch und hat einen Durchmesser von 12,06cm. Die Masse liegt zwischen 1,53kg und 1,64kg. Sie hängen nicht an Fäden.

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