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Badminton – Geschwindigkeit ist alles
Mit Ballgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h gilt Badminton als die schnellste und gleichzeitig am meisten unterschätzte Rückschlagsportart. In Asien zählt Badminton nicht umsonst zu den Kampfsportarten.
Dementsprechend hoch sind die körperlichen Anforderungen an Spieler auf Leistungsniveau. Beweglichkeit, Koordination, Kondition und vor allem Schnelligkeit sowie Reaktionsfähigkeit sind neben gewissen technischen und taktischen Eigenschaften Grundlage eines erfolgreichen Spiels.
Federball = Badminton ?
Badminton ist damit keinesfalls mit dem langsameren Federball zu verwechseln, da man hier prinzipiell gegeneinander und nicht miteinander spielt. Bereits das geringere Gewicht der Schläger (< 90g) oder die Beschaffenheit des Balls (Naturfedern statt Plastik) weisen augenscheinliche Unterschiede zur „Freibad- Sportart“ Federball auf. Trotzdem kann Badminton, genau wie Federball, von jedem praktiziert werden. Es kommt auf ein ausgeglichenes Verhältnis der eigene Spielstärke und der des Gegenübers an.
Technik vs. Power
Blitzschnelle Antritte und Richtungswechsel erfolgen im Badminton immer in Kombination mit anschließend abrupten Abstopp- oder/und Abdrückbewegungen unter hoher Belastung - vor allem der Knie- und Fußgelenke, aber auch der Wirbelsäule. Daher birgt dieser Sport bei unausgereifter Lauftechnik ein gewisses Verletzungsrisiko, dem man am besten mit fachmännischem (Kraft-) Training begegnet. Der Anforderungs- Mix aus Ausdauer- und Kraftaspekten im Badminton trainiert hervorragend das komplette Herzkreislaufsystem.
Übrigens: Nach Badmintonspielen (auch Squash) ist Muskelkater häufiger als bei anderen Sportarten.
Mehr: http://debeka.gesundheitsportal-privat.de/de/lexikon/sportverletzungen/squash-badminton.jsp
Kraft bedeutet bei diesem Spiel nicht alles. Dicke Muskeln garantieren bei weitem keinen harten Schmetterball (Geschwindigkeit). Vieles hängt mit der richtigen Schlagtechnik, beispielsweise dem optimalen Beschleunigungsweg oder dem „Lockerlassen- Zufassen“- Prinzip, zusammen. Außerdem erreicht man auch mit Präzision und Täuschung ebenfalls sehr viel. In diesen Bereichen können Anfänger unter Anleitung schnell große Fortschritte machen.
Seinen Namen verdankt das Spiel übrigens dem englischen Landsitz Badminton. Dorthin wurde das als Poona bezeichnete Spiel 1872 von britischen Kolonialoffizieren aus Indien importiert und vorgestellt.
Die Spielidee
Ziel des Spieles ist es, den Ball (shuttle) mittels eines Schlägers (racket) so über das Netz in die gegnerische Feldhälfte zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht regelkonform zurückschlagen kann. Die Tatsache, dass Änderungen in der Schlagrichtung ohne deutliche Ausholbewegungen zu erreichen sind, macht Badminton zu einem extrem raffinierten und täuschungsreichen Spiel. Der Wechsel zwischen hart geschlagenen Angriffsbällen (smash), angetäuschten Finten sowie präzisem, gefühlvollem Spiel am Netz ist es, was die Faszination von Badminton ausmacht. Zusätzlich attraktiv erweisen sich die unterschiedlichen Konstellationen in den Disziplinen Einzel, Doppel und Mixed (gemischtes Doppel).
Die Zählweise
Um ein Spiel zu gewinnen, muss eine der beiden Parteien zwei Sätze á 21 Punkte für sich entscheiden. Allerdings muss dies mindetsens mit einem Zweipunktevorsprung geschehen, ansonsten gäbe es beim Stand von 20:20 solange Verlängerung, bis eine der Parteien den nötigen Vorsprung erreicht. Beim Stand von 29:29 greift diese Regelung nicht mehr, so dass der nächste Punkt zum Satzgewinn führt.
Gemäß der Regeländerung durch die IBF (International Badminton Federation), gilt seit August 2006 auch im Badminton die Rallypoint-Zählweise. Das bedeutet, dass nun nach jedem Ballwechsel ein Punkt erzielt wird. Den Aufschlag erhält nach wie vor wer den letzten Punkt erzielen konnte. Als Fehler gilt es, wenn der Ball das Netz nicht überfliegt oder den Bereich außerhalb des Spielfeldes berührt oder Spieler bzw. Schläger das Netz berühren. Im Badminton wird auch dann weitergespielt, wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt. Mehr Informationen und Details zum Regelwerk sind unter http://www.badminton.de/Rallypoint.787.0.html zu finden.
Das Spielfeld
In der Regel wird Badminton aufgrund der Empfindlichkeit des Federballs gegen Luftströmungen in einer Halle gespielt. Ein Doppelfeld ist 13,40 m lang und 6,10 m breit, ein Einzelfeld bei gleicher Länge nur 5,18 m breit. Die Netzhöhe beträgt 1,55 m (bis zu 2cm weniger in der Netzmitte). Die Begrenzungslinien sind Teil des Spielfeldes. Der Aufschlag muss mindestens über die vordere Aufschlaglinie und immer in das diagonal gegenüberliegende Feld geschlagen werden. Bei geradem Punktestand des Aufschlägers (0, 2, 4,...) erfolgt der Aufschlag aus der rechten Feldhälfte, bei ungeradem Punktestand (1, 3, 5,…)von links.
Die wesentlichen Grundschläge:
Nahezu alle Schlagarten können sowohl als Vorhand- als auch als Rückhandschläge ausgeführt werden.
Text: Sebastian Last