14.03.2007: Sportartenvorstellung: Biathlon

Antholz ist eine kleine italienische Alpengemeinde an der Grenze zu Österreich. Ein Bächlein durchfließt den malerischen Ort im Seitenarm des Pustertals. Doch seit dem 02. Februar 2007 wurde die friedvolle Idylle gestört. Braunbär "Bumsi" wurde gesichtet...
...und zwar im Langlaufzentrum Antholzertal. Hier finden vom 02. bis zum 11. Februar die Weltmeisterschaften im Biathlon statt. Zwischen den 185 Skijägern aus 38 Nationen taucht immer wieder das gefährliche Raubtier auf. Um der Wilderei vorzubeugen und eine Tragödie wie beim "Problembär" Bruno zu
verhindern, streifte das Organisationskomitee der WM dem Allesfresser ein Leibchen über und tauften ihn liebevoll auf den treffenden Namen "Bumsi". Seither ist Bumsi das offizielle Maskottchen der Biathlon WM.
Von der Skijagd zum Biathlon
Biathlon (griechisch: Zweikampf) ist eine Kombinationssportart aus Schießen und Skilanglauf. Die Wurzeln des Biathlons liegen bei unseren Urahnen in Norwegen. Höhlenzeichnungen, die etwa 5.000 Jahre alt sind, zeigen bewaffnete Menschen auf skiähnlichen Gleitgeräten. In Skandinavien diente die "Jagd auf Skiern" als Mittel zum Zweck, um auf der Suche nach Nutztieren die bestmögliche Fortbewegung auf Schnee sicherzustellen.
Auch als Kampfvariante fand Biathlon Beachtung. Erste Skikompanien entstanden. Bei den nordischen Kriegen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert sollen skandinavische Soldaten auf Skiern in den Kampf gerutscht sein.
In Deutschland konnte sich die Sportart zwischen 1920 und 1930 zunächst nur als Militärpatrouillienlauf etablieren. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Sport entmilitarisiert und für zivile Athleten zugänglich.
Olympisches Debüt feierte der Wintersport 1960 in Squaw Valley.
30 Schießstände - 50 m Entfernung
Die genormten Schießstände beim Biathlon bieten Platz für 30 Athleten. Bei jeder Schießeinheit müssen fünf Metallscheiben getroffen werden. Der Durchmesser der Scheiben beträgt beim liegend Schießen 4,5cm, beim stehend Schießen 11,5 cm. Aus 50 m Entfernung gilt es, die Zielscheiben zu treffen. Gelingt dies nicht, müssen Strafrunden absolviert oder Zeitstrafen in Kauf genommen werden. Nur im Staffelwettbewerb ist pro Biathlet ein dreimaliges Nachladen erlaubt.
Die wichtigsten Wettkämpfe werden von der Dachorganisation IBU (Internationale Biathlon Union) reglementiert und ausgetragen.
Im Biathlon Weltcup, bei den Olympischen Spielen und den Weltmeisterschaften werden folgende Biathlon-Wettkämpfe veranstaltet:
Disziplin | Start | Distanz | Schießen | Strafe pro Schussfehler | |
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| Männer | Frauen |
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Einzel | nacheinander |
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| 2 mal liegend |
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| Startintervall: 30 sek. | 20 km | 15 km | 2 mal stehend | 1 min. Zeitstrafe |
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Sprint | nacheinander |
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| 1 mal liegend |
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| Startintervall: 30sek. | 10 km | 7,5 km | 1 mal stehend | 150 m lange Strafrunde |
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Verfolgung | entsprechend den erzielten Zeiten beim |
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| 2 mal liegend |
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| Einzel oder Sprint | 12,5 km | 10 km | 2mal stehend | 150 m lange Strafrunde |
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Massenstart | gleichzeitig | 15 km | 12,5 km | 2 mal liegend |
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| 2 mal stehend | 150 m lange Strafrunde |
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Staffel | 1.Läufer jeder Staffel: gleichzeitig | 4 mal 7,5 km | 4 mal 6 km | pro Läufer: | 3 Nachlader pro Läufer |
(je 4 Läufer) |
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| 1 mal liegend | sonst 150 m lange Straf- |
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| 1 mal stehend | runde |
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Die Anforderungen des Biathlons zielen vordergründig auf die allgemeine Ausdauer ab. Zum einen geht es darum, die Distanzen schnellstmöglich zurückzulegen, zum anderen ist eine austrainierte allgemeine Ausdauer für die Zielsicherheit beim Schießen von großer Bedeutung. Bei trainierten Ausdauersportlern verringert sich nach körperlicher Belastung die Herzfrequenz schneller. Diese schnelle Frequenzabnahme ist bei den Schießeinheiten eine grundlegende Voraussetzung, eine ruhige, konzentrierte Schussfolge zu schießen.
Zudem spielen koordinative Fähigkeiten, wie Gleichgewichtsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit eine große Rolle für die Beherrschung der Skating Technik. Beim Schießen sind die mentalen Fähigkeiten gefragt. Während beim Rennen auf der Strecke ein Biathlet wissen muss, wo sich seine Gegner befinden, muss er im Schießstand blitzschnell Umschalten. Er darf sich von anderen nicht ablenken lassen, um eine optimale Konzentrationsphase für die Schussfolge zu haben.
Text: Jutta Kühle