15.12.2010: Untersuchung

60% der Weltbevölkerung bewegen sich weniger als 30 Minuten am Tag, Bewegung und körperliche Arbeit werden immer weniger, die Kalorienzufuhr steigt. Die Fit-fürs-Leben Studie der Deutschen Sporthochschule Köln belegt nun Offensichtliches. Viele Erwachsene sind übergewichtig und bewegen sich zu wenig. Besonders negativ entwickelt sich das Gewicht nach dem 20. Lebensjahr.
16-25 jährige unter die Lupe genommen
Die Fit-fürs-Leben Studie unter Leitung von Professor Dieter Leyk ist eine der ersten Studien, die sich umfangreich mit der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen beschäftigt. Über 12.000 Personen wurden in einer anonymisierten schriftlichen Befragung erfasst. Abgefragt wurden die Körpermaße, sowie Werte aus physischen Leistungstests in den Bereichen Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination.
Hauptschüler fünfmal mehr gefährdet
Das Ergebnis: Besonders bei 20- bis 25-Jährigen verstärken sich gesundheitlich ungünstige Merkmale deutlich. Bei den 25-jährigen Männern sind 50% übergewichtig, 60% rauchen und rund ein Drittel ist sportabstinent. Zwar ist nur ein Viertel der 16- bis 25-jährigen Frauen übergewichtig, jedoch sind die weiblichen Studienteilnehmer wesentlich seltener sportlich aktiv. Zwei von drei Männern sind übergewichtig, genauso jede zweite Frau. Folge sind chronische Begleiterkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des Bewegungsapparats mit der Folge gleichzeitig steigender Kosten des Gesundheitssystems. Lediglich ein Viertel aller Studienteilnehmer weist keinen der untersuchten kardiovaskulären Risikofaktoren auf.
Einfluss auf Gewicht und Erkrankungen hat auch das Bildungsniveau: Im Vergleich zu Abiturienten/ Gymnasiasten hatten Realschüler ein 3 mal so großes Risiko, Hauptschüler sogar ein fünfmal höhreres Risiko wenigstens einen kardiovaskulären Risikofaktor im jungen Erwachsenenalter zu erwerben
Die Deutsche Sporthochschule empfiehlt die Auswirkungen dieses überwiegend passiven und ungesunden Lebensstils durch gezielte, möglichst früh einsetzende, institutionsübergreifende Präventionskampagnen aufzufangen. Eine Vernetzung von Schulen, Vereinen, Gesundheitskassen, Betrieben und Politik wird angeraten.
Die kompletten Studienergebnisse sind im Deutschen Ärzteblatt zu finden.
(Dtsch Arztebl 2008; 105(46): 793–800).
Text: Jens Hoffmann