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14.03.2007: Der ganz normale Alltag eines Leistungssportlers

Wie lebt eigentlich ein Profi?

Das Leben eines Profisportlers stellt man sich toll vor: Sport machen und im Rampenlicht stehen. Darauf hat man ja immer Lust, oder? Klaus Teichmann hat den deutschen Tischtennisnationalspieler Bastian Steger an einem ganz normalen Arbeitstag begleitet:

"Mitten in der Nacht", seufzt Steger zwar, doch Jammer ist in diesem Fall zwecklos - um 8:30 Uhr beginnt sein Arbeitstag. "Im Vergleich zu anderen Berufen ist das ja eigentlich aber auch noch eine bequeme Zeit", gesteht er ein. Dann gibt es erst einmal Frühstück. Nicht zuviel, meist Toast oder Müsli, jedoch auch nicht allzu hektisch - erst gegen 9:30 Uhr bricht der Nationalspieler dann zur ersten Trainingseinheit auf. Zehn Kilometer hat er zur Halle. "Kurz vor zehn treffen wir uns, dann wird erst einmal geklebt", erzählt er, "schließlich geht es los - Aufwärmen, Einspielen, Übungen." Die um 12:30 Uhr beginnende Mittagspause zeichnet sich in Frickenhausen durch eine Besonderheit aus: Sie findet mit einem Essen in der Kantine der Firma von TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann statt. Gegen 13.15 Uhr ist Steger wieder in seiner Wohnung - Zeit für einen Mittagsschlaf. "Das schreibt mir natürlich niemand so vor, aber nach dem Mittagessen fällt man einfach in ein Loch - da tut eine Stunde Schlaf gut". Gerät der Tagesablauf einmal durcheinander, meldet sich der feinfühlige Körper des Leistungssportlers sofort: "Ich merke das gleich, wenn ich beispielsweise mittags nicht schlafe, dann bin ich im Training einfach nicht so frisch."

Die zweite Tageshälfte sieht bei Steger dann um 15.30 Uhr die zweite Übungsschicht vor. Wieder zweieinhalb Stunden lang steht Trainingsarbeit am Tisch auf dem Plan. Jeden zweiten Tag legt der 25-Jährige noch eine Zusatzschicht drauf: "Mit Bojan Tokic gehe ich dann noch eine Stunde in ein Fitness-Studio in Nürtingen oder ich gehe noch so rund 35 Minuten laufen." Gegen 19 Uhr ist der Arbeitstag dann für ihn zu Ende. Auch bei seiner letzten Station in Düsseldorf sah die Tagesstruktur ähnlich aus. "Sechs Stunden müssen schon sein", sagt Steger: "Jeder macht das natürlich so, wie er es für richtig hält. Ich könnte auch sagen, ich trainiere nur ein Mal am Tag - man wird aber eben immer an seinen Ergebnissen gemessen." Am Abend geht es mit den Mannschaftskollegen - Bastis Freundin (Foto) wohnt in Düsseldorf - ab und an in der schwäbischen Kleinstadt Nürtingen noch einmal raus. "Wir gehen dann in einer Sportsbar Fußball-Champions-League schauen oder ins Kino", erzählt er, "sonst bin ich abends zuhause vor dem Fernseher oder dem Computer." Gegen 23:30 Uhr gehen die Lichter aus, Schlaf sei für Sportler schließlich sehr wichtig, sagt Bastian Steger. Der Blondschopf scheint seinen richtigen Alltags-Rhythmus gefunden zu haben - mittlerweile steht er im vorderen Paarkreuz in der Bundesliga mit einer 11:10-Bilanz positiv.

 

Quelle: Bundesliga-Pressedienst, www.tt-bundesliga.de
Autor: Klaus Teichmann

Bilder: Dr. Stephan Roscher

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