14.03.2007: Sportartenvorstellung Indiaca

In den 1930er Jahren schlenderte der deutsche Sportlehrer Karlhans Krohn entlang der Copacabana. Beim Sinnieren über sein Leben entdeckte er eine eigenartige Version des Federballspiels.
Die Ureinwohner Südamerikas nutzten ihre bloßen Hände, um
den übergroßen Federball zuzuspielen. Die Indianer nannten ihr Spiel Petaka.
Karlhans Krohn kopierte den Spielball, nannte ihn „die Indiaca“ und importierte sie nach Deutschland.
Die Spielidee setzte sich zunächst nur als Freizeitsport durch. Anfang der 1970er Jahre wurde die Indiaca vom DSB (Deutscher Sport Bund) zum "Trimm dich Gerät" des Jahres 1972/1973 gewählt.
Als Turniersport konnte sich das Rückschlagspiel erst in den 1990er Jahren etablieren, als unter der Federführung von Karl Heinz Kraus ein festes Regelwerk aufgestellt wurde. Mittlerweile werden vom DTB (Deutschen Turnerbund) regelmäßig deutsche Meisterschaften ausgetragen.
Grundregeln:
Das Spielfeld ist 16m lang und 6,10 m breit. Die Spielfeldmitte ist durch ein Netz getrennt. Eine Mannschaft besteht aus fünf Spielern. Ziel des Rückschlagspieles ist es, die Indiaca regelgerecht in das gegnerische Feld zu schlagen.
Der Spielablauf ähnelt dem beim Volleyballspiel.
Der Aufschlag erfolgt von außerhalb des Feldes, hinter der Grundlinie. Jeweils drei Ballberührungen sind pro Mannschaft im eigenen Feld erlaubt, bevor das Netz überquert werden muss. Die Netzhöhe beträgt bei Männern 2,35m, bei Frauen 2,20m.
Die Indiaca darf nur mit einer Hand (Ausnahme: Block) oder dem Unterarm berührt werden.
Das genau Regelwerk des DTB kann hier heruntergeladen werden.
Gängige Techniken:
unteres Zuspiel: Knie gebeugt, leichte Schrittstellung Schlagarm holt von schräg von unten aus
oberes Zuspiel: Bogenschlag über Kopfhöhe, Kraftimpuls durch Ganzkörperstreckung
Angriffsschlag: wie beim Volleyball - der Schmetterball erfolgt über Kopfhöhe aus dem Absprung
Weitere Infos:
Text: Jutta Kühle