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09.02.2011: Deutsche Sportärzte

Sport macht potent!

Sport und körperliche Bewegung kann sowohl die sexuelle Potenz erhalten als auch wiederherstellen. Das bestätigen mehrere Studien.

Regelmäßige körperliche Aktivität reduziert die Gefahr für die Entwicklung von Erektionsstörungen. Bei einem täglichen Training von mindestens 30 Minuten können Erektionsstörungen um etwa 40 Prozent reduziert werden.
Anders ausgedrückt: Ein zusätzlicher Energieumsatz von 200 Kilokalorien täglich genügt, um diesen positiven Effekt zu erzielen, selbst bei Männern im mittleren Alter. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) hin.

Zu wenig Bewegung, Bluthochdruck, schlechte Cholesterinwerte, Übergewicht oder Rauchen - sind oft Ursachen bei Männern mit gestörter Potenz. Durch ein Änderung der Lebensweise insbesondere durch Sport kann man diesen Trend umkehren. So untersuchte man in einer Studie übergewichtige Männer mit Potenzstörungen. Die eine Gruppe hielt sich an eine kalorienreduzierte Diät, die Vergleichsgruppe trieb neben der Diät zusätzlich Sport. Es zeigte sich, dass die Männer, die sowohl ihre Kalorieneinnahme reduzierten als auch sportlich aktiv waren, eine bessere Erektionsqualität entwickelten.

Körperliche Aktivität scheint den Erektionsmechanismus auf verschiedene Art positiv zu beeinflussen: Arterienverkalkungen, die schlecht für die Potenz sind, werden vermindert. Und es gibt Anhaltspunkte, dass durch regelmäßigen Sport die männlichen Sexualhormone, die auch für den Sexualtrieb verantwortlich sind, positiv beeinflusst werden. In Studien konnte man nachweisen, dass durch Sport die Durchblutung des Penis verbessert wird und als Resultat auch die Potenz. Insbesondere ein Krafttraining der Oberschenkelmuskulatur sowie spezielle
Intervalltrainingsprogramme der Beckenbodenmuskulatur begünstigen nicht nur die Schwellkörperdurchblutung, sondern verhelfen auch zu einer verbesserten Erektionsqualität. Ausdauersport wie Laufen wirkt sich ebenfalls positiv aus. Bei gemäßigtem Tempo ist der Effekt am größten
(Laufen ohne zu Schnaufen).

Lediglich zum Radfahren existieren einige Untersuchungen, die sich mit
möglichen Schädigungsmechanismen der erektilen Funktion beschäftigen.
Durch regelmäßigen Positionswechsel, horizontale Einstellung des Sattels,
richtige Einstellung der Sattelhöhe und die Berücksichtigung des
Satteldesigns kann effektiv vorgebeugt werden. Eine sehr große Studie
konnte zeigen, dass eine wöchentliche Fahrradnutzung von weniger als drei
Stunden die Entstehung einer erektilen Dysfunktion nicht begünstigt. Nach aktueller Datenlage ist jedoch davon auszugehen, dass körperliche Aktivität im Allgemeinen den Erhalt der Erektionsfähigkeit fördert. Auch im Sinne einer Vorbeugung von Potenzproblemen sollten daher Patienten zu sportlicher Betätigung ermuntert werden.

Text: Dr. med. Michael J. Mathers

(Der Autor Priv.-Doz. Dr. med. Michael J. Mathers wurde 1961 in Kingston,
Pa, U.S.A., geboren. Er absolvierte ein Medizinstudium in München, Bonn,
Boston und Baltimore. Sein Interesse für die Andrologie verfestigte sich
durch seine Promotionsarbeit über Sexualhormone, sodass er während seiner
urologischen Weiterbildung an der Universität zu Köln über
Erektionsstörungen wissenschaftlich arbeitete. Für seine Habilitation
forschte er über männliche Sexualstörungen. Die Lehrbefähigung wurde ihm
von der Universität Witten/Herdecke verliehen. Zurzeit arbeitet er als
niedergelassener Urologe in Remscheid mit dem Schwerpunkt Andrologie.

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