19.01.2010: Sportartvorstellung

Schnelle Rennen, Aufsehen erregende Sprünge, harte Checks - rasante Action erwartet Sportbegeisterte bei den Winterspielen in Vancouver. Was wie ein Abriss der Spektakel unterschiedlicher Sportarten klingt, vereint sich auf einmalige Weise beim Olympianeuling Ski Cross.
Ähnlich den – zumindest bei olympischen Sommerspielen – bei vielen Zuschauern beliebten BMX-Rennen oder dem bereits 2006 in Turin erprobten Snowboard Cross starten beim Ski Cross jeweils vier Athleten in einem Lauf direkt gegeneinander. Ehe nach gewöhnlich knapp 75 Sekunden mit den beiden Erstplatzierten zwei Teilnehmer für die nächste Runde feststehen, gibt es in der Regel mehrere Führungs- und Positionswechsel, Stürze und Karambolagen. Dieser Prozess wiederholt sich solange, bis aus den 32 Herren und 16 Damen jeweils vier Läufer und Läuferinnen für das finale Rennen übrig bleiben.
Besonders reizvoll wird der Sport aber er
st durch zahlreiche „jumps“ (Sprünge), „banks“ (Kurven) und „roller“ (Wellen) aus Schnee, die in den circa 800 bis 1200 Meter langen Pistenverlauf eingebaut werden. Weitere Würze bietet das Reglement, das den Körperkontakt unter den Fahrern ausdrücklich erlaubt. Lediglich absichtliches Festhalten, welches den Konkurrenten aus seiner Fahrlinie zwingt, wird mit Disqualifikation bestraft.
Seine olympische Premiere feiert der einzige Neuling unter den diesjährigen Wettkämpfen am Sonntag, dem 21. Februar, wenn um 18:15 Uhr (MEZ) die Vorkämpfe der Herren am Cypress Mountain nördlich von Vancouver beginnen. Um die erste Goldmedaille geht es dann am selben Tag ab 21:15 Uhr. Die Damen treten zwei Tage später, am 23. Februar, um 19:00 Uhr zu den Vorläufen und ab 22:00 Uhr zum Finale an.
Das Ziel des Deutschen Skiverbands (DSV), in Vancouver um Spitzenplätze mit zu fahren, wurde zu Jahresbeginn eindrucksvoll von Simon Stickl untermauert, der am 5. Januar in St. Johann (Österreich) den ersten deutschen Weltcupsieg im Ski Cross überhaupt eingefahren hat. Der 22-Jährige ließ dabei unter anderem den ehemaligen Alpin-Weltmeister Daron Rahlves aus den USA hinter sich und qualifizierte sich gleichzeitig für die Winterspiele. Wenngleich dieser Sieg als faustdicke Überraschung gelten muss, so zeigt er doch, dass mit den deutschen Athleten zu rechnen ist. Unterstützung bekommt Stickl bislang von den beiden Damen Anna Wörner (4. Platz) und Heidi Zacher (14.), die ebenfalls frühzeitig die Norm erfüllen konnten. Man darf also im Februar auch abseits der gewohnten Pisten und Schanzen gespannt sein.
Bildmaterial: Deutscher Skiverband
Text: Kevin Ritter