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09.02.2011: Kletterzubehör - Was braucht der Mensch zum klettern?

Sicherungsgeräte - HMS-Karabiner, Abseilachter, Tube, Gri-Gri

Kletterzubehör Sicherungsgeräte - Es gibt verschiedene Varianten von Sicherungsgeräten. Eine Beschreibung der Vor- und Nachteile von HMS Karabinern, Abseilachtern und Tubes sowie halbautomatischen Sicherungsgeräten finden Sie hier.



HMS-Karabiner

Die Sicherung mit Hilfe eines HMS-Karabiners ist der Allrounder im Bergsport und wird deswegen oft in Anfängerkursen gelehrt. Vorsteigen, Nachsteigen bei Mehrseillängen-Touren und Topropen, die HMS-Sicherung ist immer möglich, verlangt aber besonders viel Aufmerksamkeit. Der Halbmastwurf, der in den zugeschraubten (!) Karabiner eingelegt wird, erweist sich oft als starr und unhandlich. Dynamisches Sichern gestaltet sich schwieriger als mit dem anderen „Anfänger“-System, dem Tube (Tuber, ATC).

Vorteile sind die hohe Bremskraft und der geringe Materialaufwand (ein HMS Karabiner). Den geeigneten Karabiner erkennt man an dem eingravierten Symbol, ein H im Kreis. Er ist auf entsprechende Belastung getestet und verfügt über ein sicheres Verschluss-System.

Nachteile sind die relativ starke Seilabnutzung und eventuell das „Krangeln“ des Seils, wenn die Stränge nicht parallel geführt werden. Zudem erschwert die hohe Bremswirkung erschwert das schnelle Seilausgeben.

Achter

Der Abseilachter wird vor allem als Abseilgerät verwendet, ist aber inzwischen durch die ähnlich angenehme, jedoch sicherere Handhabung des Tubes überholt. Der Achter wird zur Sicherung in einen HMS-Karabiner eingehängt. Theoretisch kann er im HMS wandern und könnte dabei die Schraube im Karabiner beschädigen. Deswegen sollte der Achter mit einem Gummiring am Karabiner fixiert werden. Der Achter hat weniger Bremswirkung als der HMS, dafür krangelt das Seil jedoch auch nicht so leicht und dynamisches Sichern gestaltet sich einfacher.

Tube

Der Deutsche Alpenverein lehrt und empfiehlt heute die Sicherung mit dem Tube (auch Tuber, ATC ). Dieser wird ebenfalls in Kombination mit einem HMS-Karabiner verwendet. Der Tube vereint den Vorteil von wenig Reibung, also schnellem Seilausgeben, Einziehen und einfacher dynamischer Sturzsicherung mit schnell erlernbarer Handhabung. Die Bremshand wird immer unten gehalten, was das Sichern mit dem Tube weniger anstrengend macht als das Sichern mit dem HMS.

Handelsüblich sind Tuber mit zwei Öffnungen, um auch mit Halbseilen arbeiten zu können (Mehrseillängen) und sich abzuseilen. Achtung: Das Sichern eines Nachsteigers von oben (Mehrseillänge) unter Benutzung eines Fixpunktes ist bei bestimmten Modellen nicht erlaubt. Weil das Bremsseil im Falle eines Sturzes dann nach oben gezogen werden müsste. Das widerspricht dem natürlichen Reflex beim Sichern. Allerdings gibt es für alpine Touren den ATC-Guide, beziehungsweise den Reverso, die zum Nachstieg-Sichern über eine zusätzliche Öse verfügen.

Einige Tuber-Modelle besitzen eine Riffelung an der Bremsseilöffnung, um mehr Reibung zu erzeugen. Dünne Seile und schwere Kletterpartner lassen sich außerdem besser bewältigen, wenn man noch einen zusätzlichen Karabiner einhängt, um mehr Bremskraft zu erzeugen.

Halbautomaten

Gri-Gri von Petzl:
Halbautomatische Sicherungsgeräte verführen durch die theoretische (!) Möglichkeit dazu das Seil auch einmal loszulassen, da sie unter Zugbelastung das Bremsseil abklemmen. Das ist unter anderem auch die Gefahr bei Verwendung dieser Geräte.

Das bekannteste Beispiel ist das Petzl Gri-Gri. Es verfügt zum Seil geben über einen handlichen Hebel. Leider widerspricht das Ziehen des Hebels zum Öffnen unseren Reflexen. Ungeübte Sicherer müssen deshalb aufpassen, denn nur bei korrektem Gebrauch blockiert das Gerät! Dynamisches Sichern mit dem Gri-Gri verlangt außerdem sehr viel Routine, wenn der Sichernde nicht wesentlich leichter ist als der Kletterer. Deshalb sollte es vor allem der Nachstiegs-Sicherung vorbehalten sein.

Vorteile sind die hohe Sicherheit des Blockiermechanismus und die minimale Kraftanstrengung beim Sichern. Deswegen empfiehlt sich das Petzl Gri-Gri, vor allem wenn eine schwere Tour im Toprope ausgecheckt wird.

Nachteile: Sicherung an Fixpunkten (Mehrseillänge) ist nicht möglich.

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