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15.12.2010: Sommertrend Wakeboarden

Kinderwagen und Adrenalinkick

Wie Wasserskifahren, nur auf einem Brett, vereint das Wakeboarden den Spaß an der Geschwindigkeit mit großen Herausforderungen auf dem Wasser. Und wird so in Deutschland immer beliebter.

 

Vor dem großen Abenteuer steht nur noch der Kinderwagen. Doch schnell ist auch dafür eine Lösung gefunden. „Hier können wir abwechselnd auf die Kleine aufpassen und sie hat noch dazu die beste Aussicht", sagt Meike Höpfner einige Augenblicke später und hat ihr Wakeboard schon fest im Blick. Und einen weiteren Moment später schon unter dem Arm. Sie kann es kaum erwarten wieder auf dem Brett zu stehen.
Hier in Langenfeld zeigt sich, was Wakeboarden zu einer angesagten Trendsportart macht. Profis und Anfänger, waghalsige Sprünge und erste wackelige Fahrversuche, an der Wasserskianlage kommt jeder zum Zug.

Begründer Tony Finn: „It’s something to do when it’s flat“.

Was aus Langeweile seinen Anfang nahm, ist längst zum Adrenalinkick für die Massen geworden. In den 1990er Jahren erfand der Kalifornier Tony Finn den Mix aus Wasserskifahren und Wellenreiten. Der Surfer hatte sich bei Windstille ohne Wellen gelangweilt und sich daraufhin von einem Boot auf seinem Brett ziehen lassen. Der Ursprung des Wakeboardens. Seitdem erfreut sich der Funsport wachsender Beliebtheit. In ganz Deutschland gibt es mittlerweile 56 Liftanlagen.

Wie Tiefschneefahren,  nur im Sommer und auf dem Wasser

Mit Langeweile verbindet diesen Sport wahrlich nichts: Wasser, Schnelligkeit, Herausforderung und Spaß. „Wenn ich bei einem Sprung schon mal ein bisschen höher in der Luft bin - das ist einfach ein super Gefühl“, sagt Michael Skupin. Der 18-jährige Deutsche Nachwuchsmeister stand vor sechs Jahren das erste Mal auf dem Brett. Seitdem führt ihn der Adrenalinkick jeden Tag zum Training nach Langenfeld.  Selbst im Winter. Denn da werden die luftigen Sprünge im Wasserskiklub auf dem Trampolin geübt. Oder auch gleich auf einem Snowboard im Schnee. „Tiefschneefahren ist fast wie Wakeboarden. Die Landung ist genauso weich wie auf dem Wasser“, sagt Michael Skupin.


Ohnehin gibt es viele Parallelen zum Snowboarden. Wie auf dem Snowboard steht man auch auf dem Wakeboard seitlich zur Fahrtrichtung. Die Sommerbretter sind aber breiter, kürzer und dicker als ihre Winterversion. Und werden von einem Boot, Jetski oder einer Seilanlage durch das Wasser gezogen. Dabei können bis zu 40 Stundenkilometer erreicht werden.

Nützliche Tipps für Einsteiger

„Ein super Gefühl, wenn einem so der Wind durch die Haare weht“, sagt Meike Höpfner. Die sportliche Mutter schnallt ihr Board an. „Ich bin heute schon aufgeregter als sonst. Das letzte Mal stand ich vor meiner Schwangerschaft auf dem Brett“, sagt die 33-Jährige und begibt sich auf die Startrampe. „Achtung, uuund los gehts“, tönt es vom Hochsitz, von dem aus Florian Kitte die Seilbahn bedient. Meike Höpfner beugt ihren Oberkörper leicht nach hinten, sie hat den Griff fest in beiden Händen. Jeder Muskel ist angespannt. Dann kommt Druck auf das Seil und die 33-Jährige wird voller Schwung auf den See hinausgezogen.
Das Glücksgefühl kann kommen. Zum Adrenalinkick führt allerdings nur viel Konzentration. „Mit Wasserskiern ist der Start wegen den Wellen viel einfacher. Das Fahren an sich ist aber dann mit dem Board superleicht“, sagt Florian Kitte. Erst nach zwei erfolgreichen Runden auf den Wasserskiern empfiehlt der,Mitarbeiter der Wasserskianlage, auf ein Wakeboard umzusteigen. Doch dann geht alles ganz schnell. „Wer sich nicht allzu doof anstellt, kann nach zwei Stunden fahren. Wir geben den Anfängern auch immer ein paar Tipps.“


Wakeboarder sind größtenteils Autodidakten. Denn einen Königsweg in das Profilager gibt es nicht. Man hilft sich gegenseitig und guckt sich die Tricks von den anderen ab. Wer sich doch einmal überschätzt hat, kann die Notbremse ziehen: Loslassen. Aber nicht zu spät. „Im Leistungssport ist die Gefahr sich zu verletzten schon extremer. Wir sind eben einfach harte Kerle“, sagt Florian Kitte. Verdrehte Knie gibt es öfter, Rückenpanzer und Helme schützen vor weiteren Verletzungen.
Meike Höpfner  steht strahlend und zitternd auf dem Holzsteg. Ihre Haare sind noch trocken. „ Wow, das hat super geklappt, ich bin kein einziges Mal in den See gefallen“, freut sie sich am Ende des langersehnten Tages und hebt ihre Tochter aus dem Kinderwagen. „Die Kleine soll jetzt erst einmal Laufen lernen, dann Snowboarden und auf jeden Fall ganz schnell Wakeboarden“.

 

von Monika Hippold

 

Links:
www.wasserski-langenfeld.de

www.wscl.de

www.wasserski-online.de

www.wakeboarder-pro.de

www.wakeboard1.de

Text: Spoho

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