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15.12.2010: Fußballnachwuchshoffnung

"...ich spiele gern mit Jungs!"

Laura Vetterlein geht in die 10. Klasse in Rheinfelden und spielt Fußball. Sehr guten Fußball. So gut, dass sie bei den Jungen in der B-Jugend spielt. Anlässlich des WM-Triumphes der Frauen hat sportalis Laura zu ihren Plänen, ihrer sportlichen Zukunft und zum Fußball spielen mit Jungs befragt.

Hallo Laura. Du bist 15 Jahre und Fußballerin. Gerade haben die deutschen Damen die Weltmeisterschaft im Fußball gewonnen. Wie war’s für dich?

Das war natürlich super. Ich habe mich total gefreut.

Hast du ne Lieblingsspielerin?

Ja, Nadine Kessler. Die find ich super! Bei den Männern gefallen mir Christiano Ronaldo und David Beckham besonders gut.

Das hast du mit vielen Frauen gemeinsam glaube ich....

Ne, auch wegen der Technik. Ich finde es einfach Wahnsinn mit welchem Tempo Ronaldo seine Dribblings ansetzt und wie präzise Beckham schießen kann.

Du spielst selbst Fußball in der U 15 Nationalmannschaft der Damen. Sehen wir dich 2011 bei einer WM in Deutschland in der Nationalmannschaft?

Also das ist ein unrealistisches Ziel. Für so was muss so viel zusammen kommen. Aber träumen darf man ja...Ich hätte natürlich nichts dagegen.

Werden die Brasilianerinnen dann besser sein als alle anderen? Sie haben sich ja stark entwickelt.

Das stimmt schon, aber in Deutschland ist die Nachwuchsarbeit super. Wir bleiben noch lange richtig gut. Wir bekommen auch schon früh Taktikschulungen und auch sonst viel beigebracht.

Apropos Nachwuchs. Wie bist du denn zum Fußball gekommen? Sind deine Eltern fußballverrückt?

Ne, eigentlich hatten die gar nichts mit Fußball zu tun. Aber meine Schwester. Die ist schuld! Sie hat immer Fußball gespielt und ich habe mit ihr im Hof gebolzt. Mit 5 Jahren bin ich dann in den Verein gegangen. Den SV Nollingen, wo ich heute noch spiele. Meine Schwester spielt inzwischen in der zweiten Frauenfußballbundesliga beim VFL Sindelfingen.

Nollingen ist ja jetzt vom Frauenfußball noch nicht so bekannt. Die Besonderheit bei dir ist, dass du von Anfang an bei den Jungs mitgespielt hast.

Richtig. Ich habe immer in der Jungenmannschaft gespielt und spiele dort auch jetzt noch mit einer Sondergenehmigung des DFB. Solange ich B-Jugend spiele, kann ich noch mit den Jungs mitspielen.

Warum spielst du bei den Jungs?

Es gibt in meiner Region nicht so viele Mädchenmannschaften und bei den Jungs kann ich mich besser entwickeln. Ich spiel gern mit den Jungs. Das fordert einen. Die spielen viel körperlicher.

Welche Position spielst du da?

Ich spiel hinter den Spitzen. Das ist meine Lieblingsposition.

Spielst du die in der Nationalmannschaft auch?

In der U 15-Nationalmannschaft werde ich in der Innenverteidigung eingesetzt. Das ist zwar nicht meine Lieblingsposition, aber fürs Nationaltrikot lass ich mich gerne auf jede Position stellen.

Noch mal zu den Jungs. Stelle ich mir schwierig vor. Ist es komisch sich gegen die eigenen Mitspieler und gegen die Gegner durchzusetzen?

Ne das geht eigentlich. Ecken und Freistöße schieß ich oft. Das wollen meine Mitspieler auch. Und die Gegner nehmen auch keine Rücksicht darauf, dass da jetzt ein Mädchen mitspielt. Die grätschen mich genauso um wie die anderen. Aber da sind meistens die Jungs aus meiner Mannschaft schnell da und stehen mir zur Seite. Die halten zu mir!
Manchmal gibt es auch blöde Bemerkungen von Zuschauern und so weiter...

Welche denn?

Weiß ich gar nicht so genau. Ich hör’ nicht richtig hin und denk mir nur: Das regeln wir nachher auf dem Platz!

Du darfst nur noch ein Jahr mit den Jungs spielen. Dann „musst“ du in eine Frauenmannschaft. Sehen wir dich bald im Team der Weltmeisterin Melanie Behringer beim SC Freiburg (Mannschaft in der Frauenbundesliga)?

Mal schauen. Also Freiburg oder eben Sindelfingen, wo meine Schwester spielt. Das wäre schon klasse!

Vor kurzem hattest du einen großen Auftritt im aktuellen Sportstudio. Man kann dort ein Video einsenden und wird zum Torwandschießen eingeladen. Deine technischen Fähigkeiten konnten wir schon in unserem Video der Woche bestaunen. Auch das ZDF war überzeugt und du musstest noch zusätzlich im Jonglieren gegen „Diego“ von Werder Bremen antreten. Es ist unentschieden ausgegangen. Wie bist du zur Trickserin geworden und wie war es im Sportstudio?

Diego war total nett. Keine Starallüren. Nichts. Mit dem Tricksen das war Zufall. Ich habe halt Spaß an der Technik und dann probiert man was aus und holt sich Anregungen von Videos und so kommt das halt. Es ist hauptsächlich Spaß.

Laura, wir wünschen dir viel Erfolg und vielleicht geht es dir ja wie David Odonkor und 2011 kommt plötzlich ein Anruf, mit dem du nicht gerechnet hast?

...(lacht). Jaja, jetzt schauen wir mal.

 

Bilder: privat, Günter Salzmann

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