15.12.2010: Video der Woche 31/07

Im Sommer sind sie überall anzutreffen. In Parks oder Fußgängerzonen, auf Schulhöfen oder an Baggerseen. Meist sind es Jugendliche, die sich in einer Gruppe tanzähnlich hüpfend bewegen. Der genauere Grund für die extravaganten Bewegungen zeigt sich dem Zuschauer erst nach genauerem Hinsehen.
Wie kommen Leute auf die Idee, eine zusammengenähte Socke mit Reis zu füllen um sich mit dem daraus resultierenden Spielgerät die Zeit zu vertreiben? Oder anders gefragt: Wie haben es die 2 Amerikaner John Stalberger und Mike Marshall Anfang der siebziger unabhängig voneinander mit dieser Idee geschafft, eine komplett neue Sportart ins Leben zu rufen?
Ganz einfach. Es braucht nur einen ungefähr 20-70g schweren Ball, der wahlweise mit Sand oder Granulat gefüllt ist und in den meisten Fällen nicht mehr als 5 Euro kostet, den Hacky Sack. Sinn des Spiels ist es, den Ball möglichst lange mit allen Körperteilen außer den Händen in der Luft zu halten. Die häufigste Trefffläche des Balls ist der Spann bzw. die Zehen oder die Innenseite des Fußes. Es spielt keine Rolle, ob man alleine spielt, zu zweit oder in einer Gruppe. So schnell und einfach war eine neue Sportart geboren – Footbag. Gegen Ende der siebziger Jahre traf die neue Sportart auch den europäischen Kontinent und hat sich seitdem stetig etabliert.
Jährlich finden auch die FPA Footbag World Championships, die Weltmeisterschaften, statt. Zu diesem Turnier werden nur die besten Footbagger der Welt eingeladen, die in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antreten. Die wichtigste und zugleich auch spektakulärste Disziplin ist Freestyle. Dabei haben die Footbagger die Möglichkeit, jede anatomisch mögliche Kombination aus Sprüngen und Drehungen zu zeigen.
Bei Meisterschaften und Turnieren beurteilen die Juroren den Schwierigkeitsgrad der gestanden Tricks, Vielseitigkeit, Präsentation und den Gesamteindruck. Amtierender Weltmeister ist der Tscheche Vašek Klouda. Seit 2002 hat ihm bei Weltmeisterschaften keiner mehr auch nur annähernd das Wasser reichen können – was ihn zum 4mailgen Weltmeister avancieren ließ.
Heute gibt es schon über 100 Footbag Clubs in ganz Europa, davon allein 21 in Deutschland.
Links: www.frankfurtfootbag.de
Text: Julian Zipp