09.02.2011: Der Frisbee-Spaß für die ganze Familie

Golf hat sich nicht nur jüngst in verschiedenen Gesellschaftsschichten etabliert, sondern auch Ableger wie etwa Cross Golf hervor gebracht. Eine wesentlich ältere Variante ist jedoch öffentlich weitgehend unbekannt: Disc Golf.
Ähnlich dem klassischen Golf wird auch beim Disc Golf ein Kurs mit in der Regel 18 Bahnen absolviert, bei dem auf jeder Bahn eine Frisbee mit möglichst wenig Würfen in einen Fangkorb aus Metall befördert werden muss. Inoffiziell kann der Sport zudem als „Cross-Variante“ nahezu überall ausgeführt werden. Als „Loch“ eignet sich dabei im Prinzip alles, wo die Spieler eine Frisbee hinein oder hindurch werfen kann.
Während Disc Golf so mit ein wenig Kreativität an jedem Ort zu einem Freizeitspaß für Groß und Klein werden kann, gibt es mittlerweile selbstverständlich auch ambitioniertere Spieler. Vor allem in den USA, wo der Sport in der Professional Disc Golf Association (PDGA) organisiert ist, wird professionell gespielt.
Rudimentäre Ansätze der Sportart finden sich in den 1920er Jahren, als noch mit Zinn- oder Blechdeckeln geworfen wurde. Dies geriet aber ebenso schnell in Vergessenheit wie verschiedene weitere „Erfindungen“ von Disc Golf-Varianten mit unterschiedlichen Wurfobjekten in den 50er und 60er Jahren.
Ein ernsthafter Sport wurde daraus jedoch erst nach der Erfindung der heute bekannten Frisbee. Seit 1970 spielte man in Rochester, New York, Disc Golf im regulären Ligenbetrieb und auf Turnieren. Vier Jahre später fand die erste inoffizielle nationale Meisterschaft statt, in deren Anschluss sich der Sport schnell auf dem ganzen Kontinent verbreitete.
In Deutschland fanden sich hingegen erst 1979/80 erste Disc Golf-Spieler zum gemeinsamen Spiel zusammen. Seitdem ist der Sport aber auch hier beständig gewachsen und heute sind die Deutsche Meisterschaft und die Turniere der GermanTour. Die Zukunft gehört dem derzeit erst 17-jährigen Simon Lizotte, der 2008 und 2009 die GermanTour gewann und 2009 Deutscher Meister wurde.
Text: Kevin Ritter