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19.03.2007: Lawinen Basic Camp: 1.Teil

Die weiße Gefahr 1

Der Traum eines jedes Freeriders ist es, die ersten Spuren in einen unberührten Tiefschneehang zu ziehen. Doch die Gefahr fährt immer mit! Die SAAC haben sich zur Aufgabe gemacht, im Rahmen von Lawinen Camps über Risiken zu informieren und zur Eigenverantwortung zu animieren. Jutta Kühle war dabei.

 

 

Für viele Wintersportler ist es ein faszinierendes Naturerlebnis abseits der gesicherten Pisten in die Stille der verschneiten Winterwelt einzutauchen.  Die Füße eines Freeriders beginnen zu kribbeln, wenn der Gipfel erreicht und das Glitzern der kleinen Schneekristalle zu einer Powderabfahrt einlädt.
Doch wehe wenn diese trügerische Stille durch das Donnern eines abrutschenden Schneebretts gestört wird.

Um gar nicht erst in die Gefahr einer solchen Situation zu kommen, trafen sich am 03.03.07 und 04.03.07 etwa 50 interessierte Freerider im Skigebiet Axamer Lizum, um einen Einblick in die Welt der Lawinen zu erhalten.     


Die SAAC (snow and avalance awareness camps) bieten in einem zweitägigen, kostenlosen Lawinen-Basic Camp allen Varianten-Fahrern Gelegenheit, sich mit Thematik "Lawinengefahr" auseinander zu setzen. Ohne den erhobenen Zeigefinger und mit großem Verständnis für die Gier nach Powder erklären Ski- und Bergführer den Freeridern, Risiken zu minimieren und Gefahren einzuschätzen.

Pünktlich zum Beginn der dreistündigen Theorieveranstaltung beginnt es zu schneien. Kaum zu glauben, dass die kleinen Schneekristalle im Alpenraum jährlich mehr als 100 Menschen in den Tod reißen.

Die Schneebrettlawine ist die für den Wintersportler gefährlichste Art der Lawine. Ihre Schneemasse geraten durch einen linienförmigen Anriss ins Rutschen.

 

Sie werden durch eine zusätzliche Belastung (Schneefall, Skifahrer, Snowboarder, Stürze, Sprengung) auf einer inhomogenen Schneedecke ausgelöst. In den instabilen Schneeschichten führt eine Zusatzbelastung zu Initial- und Scherbrüchen, die wiederum  zunächst das Anreißen und dann das Abgleiten von Schneemassen provozieren.

 

 

Eine Schneebrettlawine

 Doch das Risiko eines Lawinenabgangs ist minimierbar.

 

Lawinenlagebericht ist für die Tourenplanung die wichtigste Informationsquelle. Neben der aktuellen Lawinenstufe (s.u.) enthält er Informationen zum Schneedeckendaufbau und über Wetterwerte. Außerdem werden konkrete Geländeformen und Expositionen (Hangausrichtungen) genannt, die an den betreffenden Tagen besonders zu berücksichtigen sind.  

 

Seit 1993 gibt es eine einheitliche europäische Gefahrenskala. Die fünfstufige, standardisierte Einteilung gibt Aufschluss über die akute Lawinengefahr. Die Gefährlichkeit der einzelnen Stufen ist exponential ansteigend. Mit zunehmender Lawinenstufe schränkt sich der Bereich in der ein sicheres Aufsteigen und Abfahren möglich ist rapide ein.

 

Die europäische Lawinengefahrenskala

 

 

 

Hot Spots meiden

In so genannten Hot Spots ist die Spannung in den Schwachschichten größer als die Festigkeit. Diese Hot Spots gilt es zu erkennen und zu meiden.

 

Der Wind, als Lawinen Architekt verfrachtet den Schnee auf  die Leeseite des Hanges. Typische Hot Spots sind Triebschneeansammlungen hinter Wechten, auf Bergrücken, in Rinnen und Mulden. Je nach Lawinengefahrenstufe potenziert sich die Anzahl der Hot Spots.

Der Blick nach draußen aus dem Fenster des Seminarraums: Noch rieseln die kleinen Schneekristalle friedlich Richtung Boden.  Freude bei den Seminarteilnehmer und Hoffnung auf  ein unbeschwertes Tiefschneevergnügen während der Praxiseinheit hält an ...

 
Welche Rolle spielt die Hangausrichtung (Exposition) und die Steilheit des Geländes für die Kalkulation des Lawinenrisikos?

Und welche Lawinenlage präsentiert sich den Seminarteilnehmern am Praxistag? dies erfahrt ihr in den nächsten Tagen bei sportalis.

 

 

Fotos: Juliane Kurzke

Quellen:

MUNTER, W. (1997): 3X3 Lawinen. Entscheiden in kritischen Situationen. Agentur Pohl & Schellhammer, Garmisch Partenkirchen.

Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit (2005): Lawinenfibel, 5. Auflage, Innsbruck

 




Text: Jutta Kühle

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