09.02.2011: Nichts für schwache Nerven

Vom 16. Dezember 2010 bis 3. Januar 2011 treffen die Stars des Darts-Sports im Kampf um den Weltmeistertitel bei der Dart Weltmeisterschaft in London aufeinander. Die Profis der Szene um den 15-maligen Weltmeister Phil „The Power“ Taylor lieferten sich bei der Dart WM schon hart umkämpfte Duelle, mit so manch einer Überraschung.
Seit den Anfängen des Darts-Spiels, damals verrufen als Kneipensport in rauchigen Kaschemmen, hat sich viel geändert. Seit Mitte der Neunziger Jahre fährt der Darts-Sport auf der Überholspur. Aber um die Entwicklung des Darts-Sports ranken sich einige Mythen. Die genaue Entstehung ist ungewiss. Jedoch ist man sich sicher, dass England das Mutterland des Darts-Sports ist. Durch die Gründung der Professional Darts Corporation (PDC) in den Neunziger Jahren wurde der Sport professionell vermarktet und der Spielkalender auf über 50 Turniere pro Jahr erweitert. Die Dart Weltmeisterschaft der PDC findet seit 1994 statt. Mittlerweile begeistert der Sport Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten.
Phil „The Power“ Taylor gilt bei der diesjährigen Dart WM wieder als Favorit. Seit 2008 wird die PDC Dart WM im Alexandra Palace im Norden von London ausgetragen. Hier haben 2.500 Zuschauer die Möglichkeit die Spiele der Dart WM live zu erleben. Der Modus der ist recht simpel. Bei der Dart WM wird 501 Double Out gespielt. Das ist die meist verbreitete Variante des Darts-Spiels. In jedem Satz wird bei 501 begonnen und die erreichten Punkte werden abgezogen. Der letzte Wurf muss in einem Doppelfeld des äußerern Kranzes auf der Dartscheibe oder dem Bullseye landen.
Zu Beginn des Matchs wird durch "ausbullen" ermittelt wer beginnt. Der Pfeil der dem Bullseye am nächsten ist entscheidet. 64 PDC Spieler treten in der ersten Runde der Dart Weltmeisterschaft im einfachen KO-System gegeneinander an. Am 3. Januar 2011 stehen dann die zwei Finalisten der Dart WM im Duell vor der Scheibe.
Wer das Preisgeld von 200.000 Pfund bei der Dart WM 2010/2011 abstauben möchte muss aber wie in den letzen 20 Jahren an Phil „The Power“ Taylor vorbei. Seit der ersten Veranstaltung der PDC Dart WM dominiert der Rekord-Weltmeister dieses Event und stand nur ein Mal nicht in einem PDC Dart WM Finale. Es gilt also den 15-fachen Rekordchampion zu schlagen, um die Krone bei der Dart WM mit nach Hause zu nehmen. Dafür braucht man am besten das perfekte Spiel. Dahinter versteckt sich der sogenannte 9 Darter. Der schnellste Weg von 501 Punkten direkt auf 0 zu kommen. Dafür gibt es genau 71 verschiedene Möglichkeiten, um ein Spiel von 501 und mit Double Out zu beenden. Der erste 9 Darter vor laufender Kamera gelang John Lowe im Jahre 1984. Bei der letztjährigen Dart WM 2009/2010 gelang dieses Kunststück Raymond van Barneveld gegen Brendan Dolan. Dieser schied dann jedoch im Halbfinale der Dart WM aus.
Das Teilnehmerfeld der Dart Weltmeisterschaft ist mit Superstars der Szene nur so gespickt. Nichtsdestotrotz haben vermeintliche Underdogs auch ihre Chance gegen die Überflieger des Darts-Sports zu gewinnen. Deutsche und österreichische Spieler konnten bisher noch keine großen Erfolge feiern. Weiter als in die zweite Runde der Dart Weltmeisterschaft schaffte es noch kein Deutscher oder Österreicher. Der Österreicher Mensur Suljovic hatte in Runde 2 der diesjährigen Dart WM mit James Wade eine der schwersten Aufgaben, die man sich vorstellen kann vor der Brust .
Einen Mann, der bezeichnenderweise als „The Machine“ bekannt ist. Dieser konnte vor der Dart WM in diesem Herbst immerhin zwei Major Turniere gewinnen. In einem hochspannenden Match der 2. Runde der Dart WM konnte sich Suljovic im Match seines Lebens gegen den haushohen Favoriten, die Nummer zwei der PDC Weltrangliste, mit 4:2 Sätzen durchsetzen. Der Einzug in die 3. Runde der Dart Weltmeisterschaft ist der größte Erfolg seiner Karriere. Mensur Suljovic hat nun einen Tag Pause, bevor es für ihn am Donnerstag mit der Partie gegen Wes Newton um den Einzug in das Viertelfinale der Dart WM weitergeht.
Die Dart WM 2012 findet ebenfalls in London statt.
Text: Philipp Kummer