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14.03.2007: Amateure schlagen Kiefer und Waske

Beach-Tennis

Wer wünscht sich nicht auch mal gegen Tennisprofis wie Nicolas Kiefer Tennis zu spielen, und diese dann auch noch zu besiegen. Die neue Trendsportart "Beachtennis" macht's möglich!

Doch von Unmut keine Spur. Die Tennisprofis lächeln weiter freundlich. Ein bisschen außer Atem, schütteln sie eilig die Hände ihrer Bezwinger. Dann drehen Kiefer und Waske sich weg und sind ganz schnell verschwunden. Das Freudengeschrei der Bezwinger ist trotz des Erfolgs verhalten. Timo Jogwer und Jan Nottenkämper haben mit einem Sieg schon gerechnet. Denn das Duell fand im knöcheltiefen Sand statt, in ihrer Disziplin: Beach-Tennis. Und da macht den beiden so schnell keiner was vor.

Seit fünf Jahren hechten die beiden durch den Sand und dominieren die Szene. 3000 Sportler in Deutschland haben mittlerweile Spaß daran, sich gegenseitig durch ein 18 mal 9 Meter großes Feld zu hetzen. "Beachtennis
ist unglaublich laufintensiv", sagt Jogwer, der nie damit gerechnet hätte, mal gegen Spieler wie Kiefer und Waske antreten zu können. "Das war eine kurios interessante Erfahrung."

Diese kam eher zufällig zustande: Eine Werbeagentur hatte im Mai, während des World-Team-Cups in Düsseldorf, bei dem 30-Jährigen Lehrer angerufen.

Die Idee für einen Fernseh-Trailer war ein Beach-Tennis-Duell der beiden Deutschen Meister gegen zwei der besten Tennisspieler Deutschlands. Am Ende stand ein klarer Sieg für Jogwer und seinen Partner Nottenkämper. "Auf Asche hätten Waske und Kiefer uns weggefegt", sagt Jogwer, "aber an Beach-Tennis muss man sich erst mal gewöhnen. Dafür braucht man viel Gefühl."

Denn das Netz ist mit 1,60 Meter recht hoch, das Feld viel kleiner als ein Tennisplatz. "Das ist auch nichts für jeden", sagt Jogwer. "Für Alexander Waske ist das nicht so der passende Sport. Der haut lieber drauf." Keine gute Voraussetzung um im Beach-Tennis erfolgreich zu werden.

In einem Trendsport, der sich besonders in Italien großer Beliebtheit erfreut, allerdings in einer anderen Form als in Deutschland. Tennis oder tennisähnliche Spiele existieren bereits seit 1000 Jahren. Die Form, wie sie hier gespielt wird, wurde 1998 erstmals vorgestellt. Mittlerweile finden bereits die sechsten Deutschen Meisterschaften statt. Auch diesmal werden Jogwer und Nottenkämper daran teilnehmen und Mitte September nach Filderstadt reisen: Mit dem Ziel Titelverteidigung.

Dafür stehen ihre Chancen gut, denn die beiden sind kaum zu schlagen. Dabei sind sie eher zufällig auf Beach-Tennis aufmerksam geworden. Jogwer und Nottenkämper entdeckten vor fünf Jahren ein Plakat, das ein Beach-Tennis-Turnier ankündigte. Die Anmeldung war schnell geschrieben und wenige Tage später spielten sie erstmals. Mittlerweile beherrschen sie die Konkurrenz fast nach belieben. "Wir trainieren Beachtennis kaum", sagt Jogwer, der bei vier Teilnahmen dreimal den Titel gewann. "Es ist für uns nur ein schöner Ausgleich, Tennis ist manchmal so verbissen. Beim Beach-Tennis hingegen braucht man viel Humor.“

Den brauchten auch Kiefer und Waske für das Duell vorden Kameras. Denn ein Profi verliert nicht gern. Auch nicht im Sand.


Text: Katrin Diener und Falko Schwetz

Text: Spoho

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